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Ich benötige Firmenwagen nicht mehr - Wechsel auf Fahrtenbuchmethode & null km?


| 24.11.2014 14:45 |
Preis: ***,00 € |

Generelle Themen


Beantwortet von


Zusammenfassung: Verhinderung der Besteuerung eines geldwerten Vorteils bei Dienstwagennutzung; Wahl der Methode


Sehr geehrte Rechtsanwältin,
sehr geehrter Rechtsanwalt,

bitte antworten Sie nur, wenn Sie sich beim Thema Firmenwagen / 1% Regel / Fahrtenbuchmethode im Detail auskennen.

Ich benötige Ihre Hilfe bei folgender Fragestellung:

Seit Sommer 2014 habe ich einen Firmenwagen, den ich auch privat nutzen darf und entsprechend mit der 1% Regel versteuere. Die Laufzeit des Firmenwagens für mich ist bis Februar 2016. Der Nettopreis des Autos beträgt 21.074€ und meine Entfernung zur Arbeitsstätte von zuhause (innerhalb von Stuttgart) ist 21km. Tatsächlich nutze ich das Fahrzeug nur privat, da ich es geschäftlich gar nicht benötige. Der Firmenwagen ist also eine Leistung meines Arbeitgebers an mich. Hätte ich keinen Firmenwagen, würden mir ein paar hundert Euro Cash Allowance zustehen.

Nun werde ich zum 1.1.2015 aus privaten Gründen höchstwahrscheinlich von Stuttgart nach Berlin umziehen und in Stuttgart nur noch meinen Zweitwohnsitz haben. Da ich auch einige Tage pro Woche aus Berlin arbeiten darf, plane ich ab dann nur noch 2-3 Tage pro Woche in Stuttgart zu sein. Die Anreise würde ich dann per Flugzeug oder Bahn erledigen. Entsprechend benötige ich zum 1.1.2015 kein Auto mehr.

Leider ist mein Arbeitgeber momentan nicht bereit den Firmenwagenvertrag vorzeitig zu beenden. Das bedeutet für mich, dass ich ein Auto versteuern muss, das ich quasi nicht mehr benötige und ich verzichte auf die hohe Cash Allowance. Das alles zwingt mich dann schon fast dazu, dass ich jede zweite Woche mit dem Auto die 600km hin und her pendle. Was ich ziemlich gefährlich finde, da ich sehr lange Arbeitstage habe.

Nun ist meine Überlegung: könnte ich meine Situation für mich verbessern, indem ich auf die Fahrtenbuchmethode wechsle und das Firmenauto zum 1.1.2015 in die Tiefgarage meines Arbeitgebers stelle und nicht mehr nutze (also weder privat noch geschäftlich)?

Wie hoch fällt die Ersparnis hier aus? WElche Kosten würden trotzdem anfallen bis zum Ende des Firmenwagenvertrags? Welche Nachweise muss ich erbringen, um den Wechsel zur Fahrtenbuchmethode durchzuführen?

Oder haben Sie noch einen anderen aussichtsreichen Vorschlag, wie ich meinen Arbeitgeber davon überzeugen kann den Firmenwagenvertrag vorzeitig zu beenden?

Danke Ihnen für Ihre Hilfe und beste Grüße

25.11.2014 | 10:03

Antwort

von


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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten. Bitte beachten Sie, dass Weglassungen oder geringfügige Änderungen des Sachverhaltes unter Umständen weitreichende Konsequenzen für die rechtliche Würdigung haben können.

1. Fahrtenbuchmethode

Generell ist die Fahrtenbuchmethode eine Möglichkeit, um den für Sie festzusetzenden geldwerten Vorteil aufgrund der Möglichkeit der privaten Nutzung des Dienstwagens möglichst niedrig zu halten. Ihre dahingehenden Überlegungen sind also zielführend. Die Führung eines Fahrtenbuches ist jedoch äußerst lästig. So müssen die folgenden Fahrten unterschieden und im Fahrtenbuch dokumentiert werden:

• dienstliche Fahrten
• private Fahrten
• Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte
• Familienheimfahrten

Daneben muss die Fahrtenbuchführung auch die tatsächlich entstandenen Kosten belegen. Der private Nutzungswert ist dabei der Anteil an den Gesamtkosten des Fahrzeugs, der auf die Privatfahrten entfällt. Die Gesamtkosten setzen sich aus den typischen Aufwendungen (zuzüglich Umsatzsteuer) wie z.B. Abschreibung, Kfz-Steuer, Versicherungen, Unfallkosten, Benzin, Wartung usw. zusammen.

Hinsichtlich Ihrer Überlegungen gibt es nur ein zu bedenkendes Problem. Wenn Sie den Wagen überhaupt nicht mehr nutzen und in die Garage stellen, haben Sie auch keinen höheren dienstlichen Anteil an der Nutzung und folglich keinen geringeren Prozentsatz der privaten Nutzung an der Gesamtnutzung. Sie müssen also den Wagen zumindest ab und zu für die dienstlichen Fahrten nutzen, um den entsprechenden dienstlichen Prozentsatz der Fahrten in die Höhe zu treiben. Dann kann sich die Fahrtenbuchmethode für Sie rechnen.
Beispiel (nach im Internet verfügbaren Kalkulator)

Listenpreis neu: 30.000 €
Weg zur Arbeit: 21 Km
Gesamtkosten Pkw: 6.000 €
Private Nutzung: 10%

Geldwerter Vorteil 1%-Methode: monatlich 489,00 €
Geldwerter Vorteil Fahrtenbuchmethode: monatlich 91,67 €

2. Sonstige Möglichkeiten

Sofern Ihr Arbeitgeber den Firmenwagenvertrag nicht beenden will, ließe sich der geldwerte Vorteil ggfs. auch durch die Neuanpassung des Arbeitsvertrages dahingehend regeln, dass die private Nutzung des Pkws durch den Arbeitgeber verboten wird. In diesem Falle müssten Sie dementsprechend auch keinen geldwerten Vorteil versteuern. Wichtig ist jedoch, dass der BFH mit seinem Urteil vom 8.8.2013, Az. VI R 71/12 dahingehend auch arbeitsrechtliche Sanktionen bei Zuwiderhandlungen verlangt, so dass das Verbot nicht nur auf dem Papier bestehen darf.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen. Bitte vergessen Sie auch nicht, am Ende die Bewertung meiner Rechtsberatung vorzunehmen.

Mit freundlichen


Rechtsanwalt Falk-Christian Barzik, Diplom-Finanzwirt (FH)

Nachfrage vom Fragesteller 02.12.2014 | 13:47

Sehr geehrter Herr Barzik,

herzlichen Dank für Ihre Antwort auf meine Frage. Das hilft mir schon sehr weiter.

Ich habe trotzdem zwei Rückfragen:

- Muss mein Arbeitgeber mir ermöglichen auf Fahrtenbuchmethode umzusteigen oder kann er sich weigern? Falls er muss, können Sie mir hier die Rechtsquelle geben?

- Einige Kilometer pro Jahr könnte ich schon an geschäftlichen Fahrten zusammen bekommen (und dann privat gar nicht mehr mit dem Auto fahren) - wie viel würden Sie hier mindestens empfehlen?

Herzlichen Dank und beste Grüße!

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 03.12.2014 | 09:22

Das Fahrtenbuch dient dem Nachweis gegenüber dem Finanzamt über den privaten Nutzungsanteil beim Dienstwagen. Ihr Arbeitgeber kann es daher weder vorschreiben noch verbieten.Eine Rechtsgrundlage dazu gibt es nicht. Es liegt viel in der Natur der Sache und ist aus allgemeinen Grundästzen zu schließen.

Da die Besteuerung des Privatanteils nur nach den tatsächlichen Verhältnissen der Nutzung vorgenommen werden kann (sofern 1%-Vereinfachungsregel nicht angewandt wird), dürfte es ausreichend sein, wenn Sie 1 KM beruflich fahren und 0 Km privat. Sofern dies durch Fahrtenbuch und Kilometerstand belegt und glaubhaft gemacht werden kann, dürften Sie keine Probleme mit dem FA bekommen

Bewertung des Fragestellers 03.12.2014 | 11:08


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"Wunderbar - so hatte ich mir das gewünscht! Ich hoffe nun, dass ich eine gute Lösung mit meinem Arbeitgeber finde. Ggf. würde ich diesen Rechtsanwalt noch für eine Direktberatung kontaktieren. Danke!"
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BEWERTUNG VOM FRAGESTELLER 03.12.2014
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Wunderbar - so hatte ich mir das gewünscht! Ich hoffe nun, dass ich eine gute Lösung mit meinem Arbeitgeber finde. Ggf. würde ich diesen Rechtsanwalt noch für eine Direktberatung kontaktieren. Danke!


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