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Hundegebell den lieben langen Tag


06.09.2004 04:24 |
Preis: ***,00 € |

Generelle Themen


Beantwortet von

Rechtsanwalt Klaus Wille



Sehr geehrte Damen und Herren,

im Dezember letzten Jahres wurde direkt neben dem Haus, in dem wir seit knapp sechs Jahren eine Mieteinheit bewohnen, eine Filiale der Lidl-Kette eröffnet. Der Parkplatz befindet sich direkt unterhalb unseres Wohnzimmer- und Schlafzimmerfensters. Angrenzend an diesen Parkplatz liegen des Weiteren ein Backgeschäft sowie eine Lotto-Annahmestelle.
Der Besitzer besagter Lotto-Annahmestelle ist Halter eines Rauhhardackels, welcher während der Öffnungszeiten (07h00-19h00?) am Abflußrohr einer Regenrinne vor dem Geschäft angekettet ist.
Durch regen Publikumsverkehr, unter anderem auch einige Hunde, fühlt sich der Dackel verständlicherweise genötigt, lautstark sein Revier zu verteidigen.
Da zwischen Dackel und unserer Couch/Bett gerade einmal 50m liegen, bekommen wir das natürlich ständig mit.
Wenn diese Lärmbelästigung nur gelegentlich vorkommen würde, wäre dieses selbstverständlich kein Problem.
Nun ist es aber so, dass meine Frau teilweise in Nachtschicht tätig ist, und tagsüber den versäumten Schlaf nachholen möchte.

Wie oft, und wie lange der Hund pro Tag bellt, lässt sich natürlich nur sehr schwer festhalten. Ich habe von Richtwerten wie bspw. maximal 10 Minuten am Stück und maximal 30 Minuten am Tag gehört. Meiner Meinung nach werden diese Zeiten weit überschritten, zumindest in Bezug auf die Tagesration von 30 Minuten.

Als ich den Halter vor einigen Tagen darauf ansprach, wurde er sehr unfreundlich und konnte gar nicht verstehen, wie man sich als Nachbar denn über soetwas aufregen könne. Seine Kunden könnten bestätigen, dass der Hund nicht ständig belle, und alle den ganz doll lieb hätten, Unterschriftenaktionen wolle er machen für die Rechte des Tieres, er sei Jäger und Mitglied des Teckelclubs, ich sei der Erste, der sich beschwert blablabla....
Seine Aussage war, der Hund müsse nur in der Mittagszeit (13h00 - 15h00) die Schn.... halten, was bisher aber auch nicht der Fall gewesen ist.

Fazit: Das Tier geht tierisch an die Nerven!

Ich hoffe, dass dieses genug Informationen sind, um die Sachlage einigermaßen bewerten zu können.

Haben wir überhaupt eine Chance, das Tier mit rechtlichen Mitteln ruhig zu stellen?

Vielen Dank für Ihren fachmännischen Rat.
Sehr geehrter Rechtssuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage.

Bellt ein Hund nur gelegentlich, dann soll dies zumutbar sein. Was gelegentlich ist, ist natürlich einfallabhängig. Als Richtlinie hat das OLG Hamm sog. "Bellzeiten" festgelegt:
Von 08- 13 Uhr und von 15- 19 Uhr soll der Hund nicht länger als 10 Minuten am Stück, höchstens aber nur 30 Minuten insgesamt bellen dürfen.

Wichtig ist aber,daß der Lärm geeignet sein muß, die Nachbarschaft zu belästigen, nicht nur den Einzelnen.

Sie sollten daher in der Nachbarschaft fragen, ob sich andere auch durch das Bellen erheblich gestört fühlen. Zum Beweis der Lärmstörung soll nach einem Urteil des Verwaltungsgericht Stade die Aufzeichnung des bellendenden Hundes durch den belästigten Nachbarn ein zulässiges Beweismittel sein (VG Stade in: Deutsche Wohnungswirtschaft (DWW) 1990, S. 249).

Außerdem scheint die Hundehaltung auch nicht ganz artgerecht zu sein. Einen Hund für 10 Stunden oder länger angekettet zu lassen, erscheint mir zumindest nicht artgerecht. Sie sollten dies aber durch einen Fachmann (z.B. Tierschutzverein) klären lassen.

Ich hoffe Ihnen damit einige Hinweise gegeben zu haben.

Mit freundlichen Grüßen
Klaus Wille
Rechtsanwalt
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Rechtsanwalt Klaus Wille
Breite Straße 147 - 151
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Telefon: 0221/ 272 4745
Telefax: 0221/ 272 4747
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anwalt@anwalt-wille.de
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