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Hundebiss


12.06.2017 12:44 |
Preis: 120,00 € |

Schadensersatz


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Zusammenfassung: Folgen eines Hundebiss in Bezug auf Schadensersatz und Schmerzensgeld und deren Umfang.


Vor 4 Wochen bin ich mit meinem Hund spazieren gegangen. Wir leben in Nidersachsen, dass heißt, dass zur Zeit Leinenpflicht gilt. Mein Hund war angeleint. Während dieses Sparzierganges ist auf einmal ein nicht angeleinter Cockerspaniel auf mich zugeschossen und griff meinen Hund an. Ich hatte die Hundebesitzerin schon vorher gesehen und ihr zu gerufen doch ihren Hund zurück zu pfeifen. Sie hat allerdings nicht reagiert. Der Cockerspaniel ist also auf meinen Hund los gegangen, hat ihn angegriffen, verletzt und ist dann an mich hochgesprungen und hat mir in die rechte Hand gebissen. Die Hundebesitzerin hat sich nicht um mich gekümmert, obwohl ich sofort sehr stark geblutet habe. Nach einer Notversorgung eines dort wohnenden Herrn mußte ich ins Krankenhaus nach Uelzen gebracht werden. Nach dem Röntgen sah sich das Krankenhaus nicht in der Lage, mich zu behandeln da es sehr kompliziert war. Ich mußte zur Handchirugie nach Hamburg-Bergedorf gebracht werden. Dort wurde ich sofort stationär aufgenommen, da eine Sehne angerissen und ein Knochenstück abgesplittert war. Mein Finger (es war der kleine Finger) mußte noch in der Nacht operiert werden. Es mußte ein langer Schnitt auf der Handoberseite angelegt werden, der immer als Narbe übrig bleiben wird. Nach 5 Tagen stationärem Aufenthalt wurde ich entlassen. Seitdem ist mein kleiner Finger deutlich in der Bewegung eingeschränkt. Ich habe immer noch erhebliche Schmerzen.
Jetzt habe ich folgende Fragen:
Der Arzt weigert sich, mir eine Physiotherapie zu verschreiben, um den Finger wieder beweglicher zu machen. Was kann ich dagegen tun?
Wieviel Schmerzensgeld steht mir zu?
Wer ersetzt mir die Fahrten zu den Krankenhäusern, dem Arzt und die Einschränkungen im Haushalt?
Habe ich Anspruch auf eine kosmetische Korrektur der Narbe auf meiner Haut?
12.06.2017 | 13:49

Antwort

von


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Sehr geehrter Fragesteller,

ich danke Ihnen für die Nutzung dieses Forums.
Vor der Beantwortung Ihrer Frage möchte ich Sie darauf aufmerksam machen, dass dieses Forums nur eine erste rechtliche Einschätzung und Beantwortung Ihrer Frage gestattet und insbesondere bei Hinzutreten weiterer, auch noch unbekannter, Umstände die Beantwortung der Frage anders ausfallen könnte.

Ich möchte nun Ihre Fragen wie folgt beantworten.

Zunächst wegen der Weigerung des Arztes Ihnen eine Physiotherapie zu verschreiben. Hier sollten Sie auf jeden Fall die genauen Hinderungsgründe des Arztes erfragen und diesen auch auf seine Pflicht, Ihnen die gebotenen Heilungsmethoden zu verschreiben, hinweisen. Sollte der Arzt sich weiterhin weigern, sollten Sie einen anderen Arzt aufsuchen und sich von diesem nochmals untersuchen und die Frage nach einer Physiotherapie klären lassen. Gegebenenfalls kann Ihnen auch Ihre Krankenversicherung bei dieser Frage weiterhelfen und Sie unterstützen.


Bezüglich des Schadensersatzes und des Schmerzensgeldes kann ich aus Ihrer Schilderung entnehmen, dass die andere Hundhalterin trotz der Leinenpflicht ihren Hund nicht an die Leine genommen hat und auch auf Ihre Zurufe nicht reagiert hat.
Hierdurch hat die andere Hundehalterin, was nicht zu bestreiten wäre, gegen ihre Pflicht verstoßen und dadurch eine Gefährdungssituation geschaffen, die sich letztendlich auch in dem Angriff ihres Hundes auf Sie und Ihren Hund realisiert hat und bei Ihnen zu einem Schaden in Form der erheblichen Verletzung Ihrerseits geführt hat.

Aufgrund dessen ist die andere Hundehalterin Ihnen gemäß der Vorschriften der §§ 823, 833 BGB verpflichtet den sich daraus entstandenen Schaden zu ersetzen.
Der Umfang der Schadensersatzpflicht ergibt sich aus § 249 Abs. 1 BGB. Diese Vorschrift besagt, dass der Schädigende den Zustand herzustellen hat, der ohne das schädigende Ereignis, hier der Angriff des Hundes auf Sie, bestehen würde.
Dies bedeutet zunächst, dass die Hundehalterin Ihnen zum Ersatz aller Kosten verpflichtet ist, die durch die notwendigen Behandlungsmaßnahmen entstanden sind oder noch entstehen werden. Hierzu gehören neben den Kosten für die Behandlung an sich, daher die Kosten für die Ärzte, auch die Fahrten zu den Ärzten sowie Kosten für Eigenanteile an Medikamenten.

Aber auch weitere Kosten wie etwa Kosten für eine Haushaltshilfe müssen ersetzt werden, soweit Sie nicht selbst in der Lage sind sich selbst um Ihren Haushalt zu kümmern. Diese Kosten wurden als Haushaltführungsschaden vom Bundesgerichtshof (vgl. hierzu beispielsweise BGH, Beschluss v. 09.07.1968, VersR 1968, 852 sowie BGH Urteil v. 17.10.1972 VersR 1973, 84) anerkannt.

Auch die Kosten für eine Narbenkorrektur können Sie von der Hundehalterin verlangen, sofern Sie diese Narbenkorrektur durchführen lassen. Ich verweise insofern auf die Vorschrift des § 249 Abs. 2 BGB, wonach ein Schadensersatz nur zu leisten ist, wenn auch der Wille nach einem solchen besteht.

Bezüglich der Höhe des Schmerzensgeldes, welches Ihnen ebenfalls neben dem Schadensersatz nach der Vorschrift des § 253 BGB zusteht, kann ich Ihnen keinen genauen Betrag nennen. Denn dieser ist abhängig von der Art der Verletzung, der Dauer der Heilung sowie der Dauer und Heftigkeit Ihrer Schmerzen. Bei einem Hundebiss, der den Verlust eines Fingergliedes zur Folge hatte, wurde ein solches in Höhe von 5.100 € ausgesprochen. In Anbetracht dessen, dass bei Ihnen der Vorfall bereits 4 Wochen her ist, Sie nach Ihrer Schilderung auch eine Narbe zurück behalten haben, die nur durch eine kosmetische Operation gelindert werden kann, dürfte bei Ihnen ein Schmerzensgeld von mindestens 2.000,00 € angesetzt werden.

Bei der Geltendmachung des Schadensersatzes und des Schmerzensgeldes sollten Sie auf jeden Fall in Erfahrung bringen, ob die andere Hundehalterin eine Haftpflichtversicherung abgeschlossen hat. Zudem sollten Sie sich wegen der genauen Höhe des Schadensersatzes und der Höhe des Schmerzensgeldes an einen Anwalt wenden, der Sie unterstützen wird. Dessen Kosten können ebenfalls als Schadensposition geltend gemacht werden und müssen von der anderen Hundehalterin gezahlt werden.


Ich hoffe, dass Ihnen meine Antworten behilflich sind.

Sollten Sie eine Nachfrage haben, so können Sie diese gerne an mich stellen oder mich unter meinen Kontaktdaten kontaktieren.
Bitte nutzen Sie auch die Möglichkeit für die Bewertung meiner Antwort. Vielen Dank.


ANTWORT VON

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