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Home Office im Arbeitsvertrag


11.11.2014 17:42 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Liubov Zelinskij-Zunik, M.mel.


Zusammenfassung: Meine Rechte bei Versetzung


Gemäß meinem Arbeitsvertrag ist mein Beschäftigungsort mein Wohnort. Im Vertrag und im Gespräch wurde verabredet, dass ich im Home-Office (40 Stunden/Wo.) arbeite.
Jetzt deutete mein Chef an, dass ich zukünftig in der ca. 75 km entfernten Zentrale arbeiten muss. Im Arbeitsvertrag steht der Passus, dass der AG den Mitarbeiter "auch an einem anderen Ort innerhalb Deutschland einsetzen kann".
Bei einer Versetzung an einen mehr als 80 km entfernten Standort werden ggf. Umzugskosten vergütet.
Frage: Geht das einfach so oder habe ich Möglichkeiten, mich dagegen zu wehren? Danke für die Antwort.

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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

In Ihrem Falle handelt es sich um eine – nach dem Arbeitsvertrag vorgesehene und somit grundsätzliche zulässige – Versetzung, d.h. die Zuweisung eines anderen Arbeitsbereichs, die voraussichtlich die Dauer von einem Monat überschreitet, oder die mit einer erheblichen Änderung der Umstände verbunden ist, unter denen die Arbeit zu leisten ist (§ 95 Abs. 3 S. 1 BetrVG). Die Andersartigkeit der neuen Tätigkeit kann auch aus einer Änderung des Arbeitsorts folgen.
D.h. für Sie:
- falls in Ihrem Betrieb kein Betriebsrat existiert:
Sie können sich nur eingeschränkt dagegen wehren. D.h., wenn die Versetzung willkürlich ist oder wichtige personelle Belange nicht berücksichtigt wurden.

- falls in Ihrem Betrieb ein Betriebsrat existiert:
Ihr Arbeitgeber braucht für die Versetzung eine Zustimmung des Betriebsrates, falls ein solcher vorhanden ist.
§ 99 BetrVG
Mitbestimmung bei personellen Einzelmaßnahmen
(1) In Unternehmen mit in der Regel mehr als zwanzig wahlberechtigten Arbeitnehmern hat der Arbeitgeber den Betriebsrat vor jeder Einstellung, Eingruppierung, Umgruppierung und Versetzung zu unterrichten, ihm die erforderlichen Bewerbungsunterlagen vorzulegen und Auskunft über die Person der Beteiligten zu geben; er hat dem Betriebsrat unter Vorlage der erforderlichen Unterlagen Auskunft über die Auswirkungen der geplanten Maßnahme zu geben und die Zustimmung des Betriebsrats zu der geplanten Maßnahme einzuholen.
(2) Der Betriebsrat kann die Zustimmung verweigern, wenn


4. der betroffene Arbeitnehmer durch die personelle Maßnahme benachteiligt wird, ohne dass dies aus betrieblichen oder in der Person des Arbeitnehmers liegenden Gründen gerechtfertigt ist…

Auf diesem Wege können Sie dem Betriebsrat mitteilen, dass die Versetzung Sie benachteiligt; z. B. warum Sie und nicht der andere Mitarbeiter, evtl. persönliche Verhinderungsgrunde.

In beiden Fällen würde ich empfehlen, mit dem Arbeitgeber über die Erstattung der Fahrtkosten zu verhandelt.

Ihre Rechte, wenn es doch zur Versetzung kommt:

Der Arbeitnehmer kann beim Arbeitsgericht klagen. Steht die Versetzung kurz bevor, hat er auch die Möglichkeit, im Wege einer einstweiligen Verfügung eine vorläufige Entscheidung des Arbeitsgerichts herbeizuführen.

Grundsätzlich hat der Arbeitnehmer bei einer unwirksamen Versetzung ein Leistungsverweigerungsrecht. Der Arbeitgeber kann ihm deswegen nicht kündigen.

Solange aber nicht sicher feststeht, ob die Versetzung wirksam ist oder nicht, sollte der Arbeitnehmer zumindest unter Vorbehalt die neue Tätigkeit ausüben. Stellt sich nämlich im Klageverfahren heraus, dass die Versetzung zulässig war, riskiert er eine Kündigung wegen Arbeitsverweigerung.



Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
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