Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
472.527
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Hohe Forderung wegen angeblich angemahnter und nicht zurückgegebener Hardware


| 02.08.2017 15:51 |
Preis: 25,00 € |

Inkasso, Mahnungen


Beantwortet von


in unter 1 Stunde

Mir geht es primär um eine "Risikoabwägung", ob eine juristische Auseinandersetzung für mich sinnvoll ist. Ich habe mit Unitymedia einen Vertrag abgeschlossen und diesen unter Berufung auf ein Sonderkündigungsrecht (Umzug, am neuen Wohnort kann U. die Leistungen nicht erbringen) bereits vor zwei Jahren (!) mit Wirkung zum 31.10.2015 gekündigt.
Diese Sonderkündigung hat U. unter der Bedingung angenommen, dass ich meinen Wohnortwechsel durch eine Meldebescheinigung der entsprechenden Gemeinde nachweise. Das ist geschehen und wurde von U. auch akzeptiert. Aus den Augen, aus dem Sinn, könnte man sagen.

Die Überraschung folgt jetzt, also zwei Jahre später: Ein Inkasso-Unternehmen meldet sich mit einer Forderung von über 130 EUR, weil wir unsere Hardware trotz angeblich mehrfacher Mahnung nicht zurückgegeben haben. Was stimmt: Die Hardware haben wir tatsächlich noch in unserem Besitz und könnten sie jetzt jederzeit zurückgeben. Was nicht stimmt: Die Erinnerungen, später die Zahlungsaufforderung für die nicht zurückgesandte Hardware und später die Mahnungen wurden in der Tat an mich adressiert. Allerdings schickte man sie an die alte Service-Adresse, unter der ich naturgemäß nicht mehr erreichbar war, weil ich ja nur deshalb mein Sonderkündigungsrecht geltend machen konnte, weil ich dort nicht mehr lebe. Das habe ich ja auch durch eine entsprechende Meldebescheinigung nachweisen müssen (und tat es auch). Demzufolge hat mich keine Erinnerung, keine Zahlungsaufforderung und keine Mahnung je erreicht. Das Inkasso-Unternehmen möchte jetzt von mir den dreifachen Betrag, den ich ursprünglich für die nicht zurückgegeben Hardware hätte zahlen müssen (was ich ja nicht wusste) und beruft sich darauf, dass ich schon bei Vertragsabschluss in den AGB darauf hingewiesen wurde, dass bereitgestellte Hardware im Eigentum von U. verbleibt und nach Vertragsende zurückgegeben werden muss.

Das Inkasso-Unternehmen droht nun mit weiteren rechtlichen Schritten. Wie groß sind meine Aussichten, mich mit Erfolg dagegen zu wehren, wenn ich nachweisen kann, dass U. sämtliche Erinnerungen, Zahlungsaufforderungen und Mahnungen an die falsche Adresse geschickt hat, aufgrund meiner Kündigung mit Meldebescheinigung aber wissen musste, dass ich dort nicht mehr erreichbar bin. Hilfsweise noch folgende Info: Für sämtliche Rechnungen während der Vertragslaufzeit waren Informationen per E-Mail vereinbart und erhielt ich auch auf diesem Wege. Die E-Mail-Adresse nutze ich auch heute noch. Es hat nie den Versuch einer Kontaktaufnahme per E-Mail von Seiten U. gegeben, um mich an die Rückgabe der Hardware zu erinnern. Ein weiteres: Für mein Konto bestand eine Lastschrift-Einzugsermächtigung, die ich nicht widerrufen habe. Als die Zahlungspflicht aus Sicht von U. entstanden ist, weil ich die Hardware nicht zurückgegeben habe, hätte man den Betrag vom Konto abbuchen können. Tat man aber nicht, versuchte es auch nicht.

Wie würden Sie meine Aussichten beurteilen, rechtliche Schritte gegen das Inkasso-Unternehmen einzuleiten und welche wären das? Wäre es sinnvoll, die Hardware nun an U. zurückzuschicken und mich darauf zu berufen, dass ich erst jetzt Kenntnis von der Rückforderung erhalten habe? Der Kundensverice von Unitymedia reagiert auf E-Mails und Fragen von mir übrigens nicht. Ein Mitarbeiter der telefonischen Hotline teilte allerdings im persönlichen Gespräch meine Auffassung, dass der Fehler eindeutig bei U. liege und nicht bei mir.
02.08.2017 | 16:19

Antwort

von


275 Bewertungen
Hagenburger Str. 54A
31515 Wunstorf
Tel: 05031/951013
Web: www.anwaeltin-holzapfel.de
E-Mail:
Diese Anwältin zum Festpreis auswählen Zum Festpreis auswählen
Sehr geehrter Fragesteller,



Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen wie folgt beantworten:


Grundsätzlich schulden Sie ab Verzug den Verzugsschaden, hier die Inkassokosten. Wenn vertraglich die Rücksendung der Hardware bei Vertragsende vereinbart war, waren Sie auch ohne Zugang einer Mahnung im Verzug.

Es besteht also ein Risiko, dass Ihre Argumente bei Gericht damit verworfen werden, dass Sie sich schließlich vertragswidrig verhalten haben und es nicht Aufgabe Ihres (geschädigten) Vertragspartners ist, für die Einhaltung Ihrer Pflichten zu sorgen.

Sie sollten zumindest die Hardware zügig zurücksenden (nachweisbar!), der Herausgabeanspruch besteht offenbar unstreitig.

Ob die Forderung bezüglich der sonstigen Kosten dann noch weiterverfolgt wird, ist fraglich. Es besteht zumindest die Chance, dass die Gegenseite die Angelegenheit nach Erhalt der Geräte auf sich beruhen lässt. Ob Sie dieses Risiko eingehen wollen, müssen Sie selber entscheiden.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen.



Mit freundlichen Grüßen


Anja Holzapfel
-Rechtsanwältin-


Bewertung des Fragestellers 02.08.2017 | 16:56


Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"Vielen Dank für eine kompetente und ehrliche Einschätzung, die für mich wertvoller ist als ein juristischer Streit mit wahrscheinlich schlechtem Ausgang für mich."
Mehr Bewertungen von Rechtsanwältin Anja Holzapfel »
BEWERTUNG VOM FRAGESTELLER 02.08.2017
4,6/5.0

Vielen Dank für eine kompetente und ehrliche Einschätzung, die für mich wertvoller ist als ein juristischer Streit mit wahrscheinlich schlechtem Ausgang für mich.


ANTWORT VON

275 Bewertungen

Hagenburger Str. 54A
31515 Wunstorf
Tel: 05031/951013
Web: www.anwaeltin-holzapfel.de
E-Mail:
RECHTSGEBIETE
Fachanwalt Familienrecht, Zivilrecht, Kaufrecht, Vertragsrecht, Erbrecht