Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
476.824
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Höhe Unterhalt Kind


28.09.2017 22:57 |
Preis: 51,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von



Guten Tag
Folgende Frage zur Höhe des Kindergeldes.
Nettoeinkommen per Monat, 2100€,
Fahrtkosten Arbeit PKW, 50km pro Tag,
Hypothekendarlehen ehemaliges gemeinsames Haus, 275€ per Monat,
Rentenversicherung, 199€ per Monat,
ein gemeinsames Kind, ab Oktober 12 Jahre,
keine weiteren Kinder/Unterhaltsverpflichtungen.
Bitte um die Höhe des Betrages Kindesunterhalt.
29.09.2017 | 00:49

Antwort

von


102 Bewertungen
Von-Groote-Str. 44
50968 Köln
Tel: 0221 44900095
Web: roger-neumann.de
E-Mail:
Diesen Anwalt zum Festpreis auswählen Zum Festpreis auswählen
Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Ich unterstelle bei meiner Antwort, dass es sich bei dem angegebenen Einkommen um ein Arbeitseinkommen aus unselbstständiger Tätigkeit handelt. Ich unterstelle ferner, dass Sie das ehemalige gemeinsame Haus nunmehr allein und im Übrigen mietfrei bewohnen.

Weiter nehme ich an, dass Sie mit Nettoeinkommen Ihr Einkommen nach Abzug von Steuern und Sozialabgaben meinen. Ich nehme außerdem an, dass die Kindesmutter das Kindergeld bezieht.

Sie können für die ersten 30 km Entfernung 0,30 € pro Kilometer für die weiteren Kilometer 0,20 € pro Kilometer berechnen. Dies jeweils zweimal am Tag für 22 Tage. Sie können also an dieser Stelle 572 € abziehen.

Grundsätzlich unterstelle ich, dass in Ihrem Fall auch das Hypothekendarlehen vollständig berücksichtigungsfähig ist, da es sich um Schulden für das ehemals gemeinsam bewohnte Haus handelt. Allerdings müssen Sie sich auf der anderen Seite den Wohnwert des Hauses anrechnen lassen. Dafür ist die ortsübliche Nettokaltmiete in Ansatz zu bringen. Hierzu fehlen mir Angaben. Ich nehme aber an, dass sich der Wohnvorteil und die davon abzuziehende Hypothekenbelastung am Ende sogar einkommenssteigernd auswirken.

Bei der Rentenversicherung nehme ich an, dass es sich um eine zusätzlich zur gesetzlichen Rentenversicherung abgeschlossene Versicherung handelt. Solche sogenannten sekundären Altersvorsorgeaufwendungen können in einer Höhe von bis zu 4 % vom Bruttoeinkommen berücksichtigt werden. Da mir Ihr Bruttoeinkommen nicht bekannt ist, würde ich hier als Schätzung 140 € monatlich ansetzen.

Anders verhielte es sich übrigens, wenn Sie selbständig sind und nicht der gesetzlichen Versicherungspflicht unterliegen. Dann könnten Sie circa 20 % des Bruttoeinkommens ansetzen, sofern die Aufwendungen in dieser Höhe tatsächlich erfolgen.

Im Einzelnen ergäbe sich die folgende Berechnung:

Nettoeinkommen: 2100 €,

abzüglich Fahrtkosten 572 €,

zuzüglich Wohnwert, abzüglich Hypothekenlast: im Ergebnis wahrscheinlich einkommenssteigernd, hier ohne Berücksichtigung,

abzüglich private Vorsorgeaufwendungen 140 €.

Ihnen würde also ein Nettoeinkommen in Höhe von 1388 € verbleiben. Das wären Stufe 1.) der Düsseldorfer Tabelle und bei einer zwölfjährigen ein monatlicher Unterhalt von 460 €.

Abzuziehen ist das hälftige Kindergeld. Es wären dann also 364 € zu zahlen.

Normalerweise reagiert die Rechtsprechung mit einer Höherstufung der Einkommensstufe, wenn nur für ein Kind Unterhalt zu leisten ist, denn die Düsseldorfer Tabelle basiert auf der Unterhaltspflicht für einen Ehegatten und zwei Kinder.

Sie würden aber in beiden Einkommensstufen (1. und 2.) den Selbstbehalt bzw. den Bedarfskontrollbetrag (1080 € bzw. 1180 €) unterschreiten, so dass eine Höherstufung nicht vorgenommen würde.

Vielmehr wäre sogar bei Einkommensstufe 1. im Hinblick auf den Selbstbehalt eine Kürzung des Unterhalts möglich.

Allerdings wären dabei dann alle Umstände in Betracht zu ziehen. Es wäre dann die Notwendigkeit der Fahrtkosten noch einmal zu prüfen (in geeigneten Fällen werden alternativ die geringeren Kosten für öffentliche Verkehrsmittel angesetzt). Es würde auch geprüft, ob die pauschal angesetzten Fahrtkosten konkret anfallen oder ob sie zu hoch gegriffen sind. Ferner wäre zu berücksichtigen, dass ein Teil der Hypothekenkosten der Tilgung und damit der Vermögensmehrung dient. Dann wird die Berücksichtigungsfähigkeit des Tilgungsanteils zum Teil der Altersvorsorge zugerechnet, so dass von Ihrer Rentenbelastung noch weniger berücksichtigt werden würde. Unter dem Strich sehe ich im für Sie günstigsten Fall eine monatliche Unterhaltslast in Höhe von 308,- € (1388 bereinigtes Nettoeinkommen abzüglich Selbstbehalt von 1080,-). Es ist aber so, dass in derartigen Fällen die mathematische Berechnung an Grenzen stößt, weil eben wie erläutert im Streitfall alle Aspekte in die Waagschale geworfen werden.

Ich weise außerdem noch einmal darauf hin, dass durch die Berücksichtigung des Wohnwertes eine höhere Einkommensstufe erreicht werden kann. Dann wäre der Kindesunterhalt dementsprechend etwas höher.

Sollte ich mit einer oder mehrerer meiner am Anfang genannten Annahmen falsch gelegen haben, haben Sie die Möglichkeit, im Rahmen der Nachfragefunktion Ihre Fragestellung zu präzisieren. Ich werde dann gegebenenfalls meine Antwort an den betroffenen Stellen entsprechend anpassen.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Roger Neumann

Nachfrage vom Fragesteller 29.09.2017 | 10:22

Sehr geehrter Herr Neumann

Danke für Ihre ausführliche Darstellung.
Zur Konkretisierung Ihrer und meiner Angaben:

- Einkünfte aus nichtselbstständiger Arbeit
- Jahresbrutto ca.40,080€
- Hypothekendarlehen ehem. Haus, dieses ist vor der Scheidung verkauft worden, Darlehen enspricht der Restschuld
- 50km pro Tag, 25km Hin- u. 25km Rückfahrt
- Rentenversicherung ist eine zusätzliche private Vorsorgeleistung

Ändert sich mit diesen zusätzlichen Angaben etwas an dem von Ihnen genannten Betrag Kindesunterhalt?
Besten Dank für Ihre Bemühungen.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 29.09.2017 | 12:31

Sehr geehrter Fragesteller,
gern beantworte ich Ihre Nachfrage:

Nach diesen Informationen ist der Unterhalt wie folgt zu berechnen:

1. Ermittlung des bereinigten Nettoeinkommens
Einkommen: 2.100 €
abzüglich Fahrtkosten 330 €
abzüglich Schuldendienst 275 €
abzüglich Rentenversicherung, soweit berücksichtigunsfähig 134,- €
Gesamtabzug 739 €
unterhaltsrechtliches Einkommen: 1.361 €

2. Ermittlung des Unterhaltszahlbetrages
Das Einkommen entspricht Stufe 1 der Düsseldorfer Tabelle, der Unterhaltsbetrag 460 €, das hälftige Kindergeld (96 €) ist abzuziehen, zu zahlen wären 364 €.

Zu berücksichtigen ist jedoch Ihr Selbstbehalt in Höhe von 1.080 €. Dieser Betrag muss Ihnen verbleiben. Der monatliche Zahlbetrag ist daher zu reduzieren auf die Differenz zwischen dem unterhaltsrechtlichen Einkommen und dem Selbstbehalt, das heißt: 1.361 € abzüglich 1.080 € gleich 281 € monatlich. Das ist der Betrag, den Sie monatlich zu zahlen haben.

3. Abschließend weise ich auf folgendes hin: Immer wenn der Unterhalt nach Stufe 1 der Düsseldorfer Tabelle (Mindestunterhalt) aufgrund des Selbstbehalts unterschritten wird, führt das im Streitfall zu einer besonders kritischen Prüfung der unterhaltsrechtlichen Abzüge. Wenn ein Teil dieser Abzüge nicht anerkannt wird, steigt der monatliche Unterhaltsbetrag entsprechend.

Ich hoffe, die Nachfrage damit abschließend beantwortet zu haben. Anderenfalls können Sie gern (kostenlos) per Email noch einmal bei mir nachfragen.

Mit freundlichen Grüßen
Roger Neumann

ANTWORT VON

102 Bewertungen

Von-Groote-Str. 44
50968 Köln
Tel: 0221 44900095
Web: roger-neumann.de
E-Mail:
RECHTSGEBIETE
Miet und Pachtrecht, Verkehrsrecht, Strafrecht, Zivilrecht, Familienrecht, Erbrecht
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 59316 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Schnell, kurz und treffend beantwortet. ...
FRAGESTELLER
4,0/5,0
Mir ist alles gesagt worden was mir wichtig war und ich bin jetzt auf der sicheren Seite. ...
FRAGESTELLER
4,4/5,0
Alles Gut kann ich nur Empfehlen ...
FRAGESTELLER