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Hochzeit - Ehevertrag ja oder nein?


03.09.2004 11:52 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von



Hallo!
Wir heiraten in ca. 4 Wochen und wir überlegen gerade, ob wir einen Vertrag abschliessen sollten/müssen.
Ich selbst bringe eine mit Schulden belastete 2-Zi. Eigentumswohnung und ein kleines Vermögen in die Ehe und mein Mann ein Vermögen in Höhe meiner EW. In absehbarer Zeit (ca. 10 Jahre) werde ich zudem einen Teil des Elternhauses erben.
Sollten wir einen Ehevertrag schliessen, damit ich meine Wohnung und das Erbe im Fall einer Scheidung behalte oder reicht es, wenn wir die Zugewinngemeinschaft vereinbaren? Falls ein Ehevertrag nötig ist, wann ist der späteste Zeitpunkt für den Abschluss eines Ehevertrags und welche Kosten kommen auf uns zu (Hausnummer genügt). Vielen Dank für Ihre Antwort!
03.09.2004 | 15:10

Antwort

von


162 Bewertungen
Sehr geehrte Rechtssuchende,

zunächst beglückwünsche ich Sie zu Ihrer Ehe.

1. Unter einem Ehevertrag im juristischen Sinne spricht man, wenn man die "güterrechtlichen Verhältnisse" unter Ehepartnern klären möchte (vgl. Legaldefinition in §1408 BGB).

2. Einen Ehevertrag zu schließen hört sich vielleicht unromantisch an, doch es sich eine richtige Entscheidung, wenn man Vermögenswerte hat, die man schützen will.

3. Das Gesetz kennt drei Güterstände, nämlich die Gütertrennung, die Gütergemeinschaft und die Zugewinngemeinschaft.

Zunächst ist es wichtig: haben die Parteien keine abweichende Regelung getroffen, dann gilt schon der gesetzliche Güterstand der Zugewinngemeinschaft. Sprich: diese müßten Sie garnicht mehr vereinbaren. Gem. §1378 I BGB hat ein Ehegatte einen schuldrechtlichen Ausgleichsanpruch gegen den anderen in Höhe des hälftigen Wertunterschiedes. Voraussetzung ist dafür, daß der Zugewinn des einen den Zugewinn des anderen übersteigt.

Was heißt Zugewinn:
Man vergleicht hierzu zwei Vermögenspositionen, nämlich das Vermögen zu Beginn der Ehe (sog. Anfangsvermögen) und zum Zeitpunkt der Zustellung des Scheidungsantrages (sog. Endvermögen). Haben Sie in dieser Zeit etwas erwirtschaftet, dann haben Sie einen Zugewinn. Ist Ihr Zugewinn größer als der Ihres Mannes, dann haben Sie Ihm den Differenzbetrag zur Hälfte auszugleichen.

Nun könnten Sie z.B. mit Ihrem Mann in einem notariellen Vertrag vereinbaren, daß bestimmte Wertgegenstände (z.B. das Haus) be einer späteren Berechnung des Zugewinnausgleichs nicht berücksichtig wird.

4. Ob das aber Sinn macht, kann Ihnen nur ein Anwalt sagen, der alle Vermögensverhältnisse kennt.

Der Anwalt wird auch prüfen müssen, ob das Haus - welches sie erhalten, gem. § 1374 II BGB zum Anfangsvermögen zuzurechnen ist. Denn Vermögen, daß ein Ehegatte nach Eintritt des Güterstandes von Todes wegen oder mit Rücksicht auf ein künftiges Erbrecht, durch Schenkung oder als Ausstattung erwirbt wird dem Anfangsvermögen hinzugerechnet. Dazu muß der Anwalt aber alle Umstände kennen.

5.Solche Verträge müssen notariell beurkundet werden.

6. Die Kosten berechnen sich bei Anwälten streitwertabhängig. Dazu müßte man die gesamte Wertgegenstände (Haus, ETW, Vermögen vom Mann) kennen. Sie sollten vorher den Anwalt konkret fragen.

Für Rückfragen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
Klaus Wille
Rechtsanwalt
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Rechtsanwalt Klaus Wille
Breite Straße 147 - 151
50667 Köln
Telefon: 0221/ 272 4745
Telefax: 0221/ 272 4747
http://www.anwalt-wille.de
anwalt@anwalt-wille.de


Rechtsanwalt Klaus Wille
Fachanwalt für Familienrecht

ANTWORT VON

Köln

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