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12.11.2004 10:32 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von


in unter 1 Stunde

Sehr geehrte Damen und Herren,
habe ich als Hinterbliebener eigentlich nach flogendem Erbvertrag irgendwelche Rechte am Haus? Erbvertrag: Wir sind nicht durch frühere Verfügungen von todeswegen in unserer testierfreiheit beschränkt. * Ist der Ehemann der Erstversterbende, so setzt er seine Ehefrau zu seiner Alleinerbin ein. Über das Pflichtteilsrecht der Tochter 1. Ehe des Ehemanns wurde belehrt.*Ist die Ehefrau ( verst.1.1999)die Erstversterbende, so setzt sie zu ihren Erben ein a. den Ehemann zur Hälfte, b. ihren Sohn 1.Ehe (Freitod 5.2003) zur Hälfte. Der Erbteil des Ehemanns wird mit Nacherbfolge belegt. Nacherbe auf den Tod des Vorerben ist der Sohn der Ehefrau, ersatzweise dessn Nachkömmlinge nach den Regeln in der gesetzlichen Erfolge. Lebt beim Tod des Vorerben weder der zum Nacherben eingesetzte noch Abkömmlinge von Ihm, so fällt die Nacherbe weg. Auch Nachkömmlinge des Ehemanns werden nicht Nacherben. Die Vorereben sind von allen Beschränkungen des §2113 Abs.1 BGB (Verfügung über Grundstücke) Wie muß ich mich verhalten, denn ich soll für die eine Haushälfte, die ich nicht benutze Miete bezahlen. Das Haus wurde inzwischen vom Gutachterausschuss der Stadt begutachtet, denn meine Partnerin will es kaufen und die Gegenseite evtl. Versteigern lassen.
Mit freundlichem Gruß
12.11.2004 | 11:00

Antwort

von


767 Bewertungen
Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage.

Eine verbindliche Antwort, wie Sie sich konkret verhalten sollten, kann Ihnen ein Anwalt nur nach Kenntnis der genauen Umstände und aller Details geben. Ich kann Ihnen aber einige Anhaltspunkte zur Rechtslage geben. Auf jeden Fall sollten Sie dann einen Rechtsanwalt vor Ort aufsuchen, und mit diesem die weitere Vorgehensweise absprechen. Eine anwaltliche Vertretung scheint mir, da es um erhebliche Vermögenswerte geht, äußerst ratsam.

Zunächst ist zu klären, ob das Haus, um das es Ihnen geht, anfänglich im gemeinsamen Eigentum stand, oder nur Ihre Verstorbene Ehefrau im Grundbuch eingetragen war.

Beim Tode Ihrer Frau ist das Eigentum, ggf. der Miteigentumsanteil (bei gemeinsamen Eigentum) an die Erben Ihrer Frau gefallen. Das waren damals Sie und der Sohn aus 1. Ehe. Ich gehe dabei davon aus, daß nach dem Tod Ihrer Ehefrau 1999 das Grundbuch entsprechend berichtigt wurde und die Erbengemeinschaft als Eigentümerin eingetragen wurde.

Der Sohn aus erster Ehe ist, wie Sie schreiben, mittlerweile ebenfalls verstorben, so daß nun seinen Erben (Abkömmlinge oder der ggf. noch lebende Vater) durch den Erbfall Miteigentum an dem Grundstück zusteht.

Gem. § 2042 BGB kann jeder Miterbe jederzeit die Auseinandersetzung verlangen, was darauf hinausläuft, daß Sie den/die Miterben auszahlen müßten. Das wird wahrscheinlich ohne einen Verkauf des Hauses nicht machbar sein.

Der Verkauf des Hauses kann nur durch die Erbengemeinschaft erfolgen; wird kein Käufer gefunden, der einen Kaufpreis zahlt, den alle Erben akzeptieren, findet in der Regel eine Teilungsversteigerung auf Antrag eines Miterben statt.

Die Zahlung von Miete für den von Ihnen nicht genutzten Teil des Hauses dürfte nicht in Betracht kommen. Dafür sehe ich, auf Grundlage Ihrer Schilderung der Sachlage, keine Anspruchsgrundlage. Außerdem sind Sie nach dem Vorstehenden auch Miteigentümer des Grundstücks, ein Mietvertrag besteht offenbar auch nicht. Unklar ist deshalb, worauf "die Gegenseite" ihre Forderung stützt.

Sie sollten aber auch diese Frage mit einem Rechtsanwalt, dem Sie alle Unterlagen (Erbvertrag, Grundbuchauszug, Korrespondenz mit der Gegenseite) vorlegen, im Einzelnen besprechen.

Ich hoffe, Ihnen mit meiner Auskunft weitergeholfen zu haben.


Mit freundlichen Grüßen

A. Schwartmann
Rechtsanwalt


Rechtsanwalt Andreas Schwartmann

ANTWORT VON

Köln

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