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Heizungsfirma will betrügen


29.10.2014 15:26 |
Preis: ***,00 € |

Generelle Themen


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Ich habe ein Angebot einer Heizungsfirma für die Lieferung und Montage der Sanitärrohbauinstallation (also Wasserrohre + Abflussrohre) + die Lieferung und Montage der Objekte (Waschtische, WCs usw.) für insgesamt. ca. 5700€ inkl. Steuer.

Das Angebot ist so aufgebaut (habe es mir erklären lassen), dass in den "Artikeln" der Arbeitslohn bereits enthalten ist. Also z.B. 1m Kupferrohr 15mm Durchmesser 6,- €.

Klang für mich plausibel, steht auch auf den Angeboten drauf, Liefern und Montieren, weitere Montagekosten sind auch nicht aufgeführt.

Ich habe der Firma gesagt ich hätte gerne nur die Rohbauinstallation ohne Objekte, laut dem Angebot wären das ca. 1000,- €, was mir auch mündlich bestätigt worden ist.

Jetzt ist die Firma fertig und hat mir eine Rechnung in Höhe von 4700,- € erstellt. Ohne Objekte.

In der Rechnung sind Dinge dazugekommen über die vorher gar keine Rede war und die auch nicht geliefert worden sind. Abgerechnet wurden z.B. auch 150 laufende Meter teure (Wicu) Rohre für 1300,- €, verlegt wurden (selbst nachgemessen) ca. 27 Meter günstige Kupferrohre + ca. 10 Meter Wicu Rohr. Abgerechnet wurden über 55 HT Bögen, ich habe ca. 15 Stück gezählt und so weiter. Auf einmal taucht auch zusätzlicher Arbeitslohn auf, obwohl dieser vorher bereits in den Artikeln drin war.

Das Vertrauensverhältnis zu der Firma ist komplett zerstört, der Geschäftsführer erzählt mir das Angebot war eine "Mischkalkulation" und er müsse auf sein "Geld" kommen, durch die Herausnahme der Objekte wäre der Rest "teurer" geworden. Ich denke über eine Anzeige wegen Betruges nach. Die Rechnung ist noch nicht bezahlt. Wie soll ich mich verhalten? Vernünftige Gespräche mit der Firma sind nicht möglich.



Einsatz editiert am 29.10.2014 15:31:53
29.10.2014 | 16:01

Antwort

von


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Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich wie folgt beantworten möchte:

Ihre Frage geht in zwei Richtungen. Zum einen ist fraglich, wie Sie sich zivilrechtlich verhalten sollten, zum anderen, ob die Sache strafrechtlich relevant ist.

Was die zivilrechtliche Seite anbelangt, so sollten Sie die durch Sie festgestellten Beanstandungen schriftlich bei dem Sanitärunternehmen einreichen und die Rechnung in realistischer Größenordnung kürzen und den gekürzten Betrag überweisen. Weisen Sie die Firma darauf hin, dass die auf der Rechnung aufgeführten Materialien so nicht bzw. in geringerem Umfang verwendet wurden, so dass die Rechnung nach Ihrer Einschätzung deutlich überhöht ist.

Im schlimmsten Fall kann es zu diesen Fragen zu einer rechtlichen Auseinandersetzung kommen, in welchem sodann überprüft werden müsste, inwiefern die Rechnung gerechtfertigt ist. Da es jedoch das Sanitärunternehmen ist, das eine Zahlung von Ihnen verlangt, verhält es sich so, dass diese Firma selbst aktiv werden müsste, um die volle Zahlung der Rechnung durchzusetzen.

Was die strafrechtliche Komponente anbelangt, so gehe ich davon aus, dass ein Ermittlungsverfahren, etwa wegen Betrugs, eingestellt werden dürfte, da es erfahrungsgemäß nicht ohne weiteres gelingen dürfte, den verantwortlichen Personen des Sanitärunternehmens einen vorsätzlichen Betrug nachzuweisen.

An Ihrer Stelle würde ich mich also auf die zivilrechtliche Seite konzentrieren und einen verminderten Rechnungsbetrag zahlen.

Ich hoffe, Ihre Frage in Ihrem Sinne beantwortet zu haben und wünsche Ihnen alles Gute in dieser Angelegenheit.

Mit freundlichen Grüßen

Thomas Zimmlinghaus
Rechtsanwalt


Nachfrage vom Fragesteller 29.10.2014 | 16:11

Sehr geehrter Herr Zimmlinghaus,

ist es strafrechtlich auch nicht relevant, dass die Firma mir im großen Stil (150m statt 37m Rohre) Artikel in Rechnung stellt die offensichtlich und beweisbar gar nicht geliefert worden sind? Ist das nicht zumindest versuchter Betrug?

Verstehen Sie mich nicht falsch, ich möchte nicht direkt mit der Strafkeule um mich schlagen, ich möchte lediglich wissen wo ich rechtlich stehe.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 29.10.2014 | 17:17

Sehr geehrter Ratsuchender,

gerne beantworte ich Ihre Nachfrage wie folgt:

Sofern Vorsatz dahinter steckt, ist dies durchaus strafrechtlich relevant.

Aufgrund meiner praktischen Erfahrung müssen Sie jedoch damit rechnen, dass der Gegenseite eine Betrugsabsicht möglicherweise nicht nachzuweisen sein wird. In diesem Fall würde das Verfahren eingestellt werden.

Wenn Sie jedoch davon ausgehen, dass Absicht dahinter steht, sollten die durchaus über eine Strafanzeige nachdenken. Im schlimmsten Fall wird das Ermittlungsverfahren eben eingestellt werden.

Viel Erfolg!

Mit freundlichen Grüßen

Thomas Zimmlinghaus
Rechtsanwalt

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