Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
472.339
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Heizkosten zu hoch: Verteilungsschlüssel, Wechsel der Zähler, abgestellte Heizkörper


07.12.2013 03:29 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Folgender Sachverhalt:
Meine Heizkosten (Fernwärme, 1970er Bau, Wohnung 40 qm, keine Eckwohnung o.ä.) waren bei der Abrechnung 2012 außerordentlich hoch (etwa 45 EUR/qm/Jahr), bei eher normalem Heizverhalten (Heizen auf der Stufe 2-3, duchgehend Tag und Nacht, auf 1 beim Verreisen etc.). Andere Nutzer im Haus hatten im Schnitt eher normale Heizkosten (etwa 10 EUR/qm/Jahr).
Eine Untersuchung hat folgende 3 Auffälligkeiten offenbart:

1) Die internen Wärmeverluste in dem Haus sind hoch. Etwa 15% der Wärme wird auf dem Wege zwischen dem Hauptzähler des Fernwärmelieferanten und den Wohnungen verloren („verteilt"). In den Hausfluren ist über 30 Grad warm. Weitere Verluste entstehen direkt in den Wohnungen. Die Rohre zu den Heizkörpern sind im Fußboden verlegt, welcher deswegen teilweise spürbar warm ist.
Die Wärme geht natürlich größtenteils nicht verloren, wird unerfasst im Hause zerstreut/verteilt, und hat deswegen einen Grundkosten-ähnlichen Charakter. Trotzdem wird bei der Abrechnung der Verteilungsschlüssel 70% Verbrauchskosten zu 30% Grundkosten verwendet.

2) Die Wärmezähler an den Heizkörpern wurden Anfang März 2012 im ganzen Haus ausgetauscht (weil das Ableseunternehmen von der Hausverwaltung gewechselt wurde), ohne Übertragung der unterjährigen Werte der alten Geräte.
Zur Verteilung der Verbrauchskosten wurden in 2012 ausschließlich die Einheiten der neuen Geräte verwendet. Die dabei außer acht gelassene Periode (Januar bis Anfang März) geniert im Schnitt etwa ein Drittel aller Jahresheizkosten (Gradtagzahlen nach VDI 2067). Wenn ein Nutzer in dieser Periode bspw. im Urlaub war und die Heinzkörper abgestellt hatte, wurde er bei der Heizkostenabrechnung klar benachteiligt.

3) Wenn man alle Heizkörper in der Wohnung auf Null stellt, bleibt einer von diesen lauwarm. Zwei weitere scheinen zwar ganz kalt zu werden, zählen aber trotzdem weiter die Einheiten im Umfang von jeweils etwa 1 Euro täglich. Nur ein Heizkörper wird kalt und zählt dabei auch keine Einheiten.

Dazu folgende Fragen:
Zu 1: Ist die 70%-30% Verteilung in dieser Situation zulässig? Kann dies ein Grund für das Verlangen einer Korrektur der Heizkostenabrechnung sein?
Zu 2: War die Außerachtlassung der Periode (Januar bis Anfang März) zulässig? Kann dies ein Grund für das Verlangen einer Korrektur der Heizkostenabrechnung sein?
Zu 3: Falls diese Defekte NICHT auf die Zähler zurückzuführen sind (sondern bspw. auf fehlerhafte Thermostate), wäre das trotzdem ein Grund für die Korrektur der Heizkosten?

Bitte dabei ggf. auch um Hinweise auf entsprechende Rechtspraxis (Entscheidungen Amtsgerichte).
Bitte ggf. auch um weitere Hinweise, wie man unter den o.g. Umständen eine Revidierung der abgerechneten Heizkosten nach unten erzielen kann.
07.12.2013 | 04:16

Antwort

von


950 Bewertungen
Kaiserin Augusta Allee 102
10553 Berlin
Tel: 030 36445774
Web: www.rechtsanwalt-weber.eu
E-Mail:
Diesen Anwalt zum Festpreis auswählen Zum Festpreis auswählen
Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich basierend auf Ihren Angaben und unter Beachtung Ihres Einsatzes wie folgt beantworten möchte:

Den Verteilerschlüssel können Sie nur angreifen, wenn Sie dadurch extrem benachteiligt werden. Ich verweise insoweit auf das LG Aachen (5 S 70/91, WM 91, 503 und 5 S 58/93, WM 93, 410). Eine solche extreme Benachteiligung kann ich in Ihrem Fall nicht sehen.

Wegen der Außer-Achtlassung der ersten beiden Monate 2012 können Sie die Abrechnung durchaus angreifen, da Sie nur die verbrauchte Wärme bezahlen müssen. Diesen Verbrauch muß der Vermieter nachweisen. Wenn aber nachweislich die ersten beiden Monate nicht berücksichtigt wurden, aber dennoch der Jahresverbrauch des ganzen Hauses umgelegt wurde, kann der Vermieter dies nicht abrechnen und den Verbrauch der ersten beiden Monate nicht bezahlt verlangen. Sie sollten daher gegen die Abrechnung Widerspruch einlegen und eine Korrektur verlangen.

Fehlerhafte Thermostate sind ein Mangel der Wohnung. Wegen solcher Mängel können Sie nicht die Abrechnung angreifen, allerdings können Sie Schadensersatz von dem Vermieter verlangen. Hintergrund ist der Umstand, dass die Abrechnung korrekt ist, der höhere Verbrauch aber aufgrund eines Mangels der Mietsache erfolgte. Sie sollten daher die Rückzahlung des entsprechenden Betrages langen.

Ich hoffe, Ihre Frage damit beantwortet zu haben. Bitte benutzen Sie bei Bedarf die kostenlose Nachfragefunktion.

Ansonsten verbleibe ich
mit freundlichen Grüßen,

Robert Weber
Rechtsanwalt

Das Zurückhalten relevanter Informationen kann die rechtliche Beurteilung radikal verändern. Diese Beurteilung ist lediglich eine erste rechtliche Orientierung.


ANTWORT VON

950 Bewertungen

Kaiserin Augusta Allee 102
10553 Berlin
Tel: 030 36445774
Web: www.rechtsanwalt-weber.eu
E-Mail:
RECHTSGEBIETE
Kaufrecht, Mietrecht, Urheberrecht, Internet und Computerrecht, Vertragsrecht, Grundstücksrecht, Medienrecht
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 58304 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
4,6/5,0
Rasche und kompetente Antwort! ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
sehr umfassende und hilfreiche ausfuehrungen, vielen dank. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Klare verständliche Antwort - und besonders sehr zeitnah. Danke! ...
FRAGESTELLER