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Heizkosten geschätzt - muss ich zahlen ?


06.10.2004 23:16 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Sehr geehrte Damen und Herren,

folgendes Problem liegt bei mir vor: seit 01.08.2003 wohne ich in einer Mietwohnung mit Zentralheizung (eine für´s ganze Haus) und Ablesevorrichtungen an jedem Heizkörper. Die Aufteilungsregel lt. Mietvertrag zur Berechnung der Heizkosten ist 50:50. Ich habe im vergangenen Jahr sehr wenig geheizt, weil wenig da. Bei der Ablesung am 30.04.2004 sagte mir von daher auch der Mitarbeiter der Ablesefirma, "ich hätte kaum etwas verbraucht und bräuchte mir wegen der Abrechnung keine Sorgen machen".
Als im Sommer die NK-Abrechnung der Hausverwaltung kam hatte ich jedoch laut der Abrechnung der Heizkosten darauf noch eine Nachzahlung in Höhe von ca. 89,- zu leisten. Ich hatte den Eindruck dass mir nicht mein tatsächlicher Nutzungszeitraum von 9 Monaten (01.082004 - 30.04.2004) sondern der gesamte Abrechnungszeitraum (01.05.2003 - 01.05.2004) berechnet oder die Belege vertauscht wurden.
Auf meine schriftliche Nachfrage bei der Hausverwaltung mit Vorlage meines Beleg von der Ablesung 30.04.2004 bekam ich vor einer Woche nun über die Hausverwaltung eine Kopie eines Schreibens der Heizungsablesefirma, in dem zur Erklärung meiner hohen Heizkostenrechnung wortwörtlich steht:

"(...) Wie aus beigefügter Kopie der Einzelabrechnung zu ersehen wurde der verkürtzte Nutzzeitraum des Mieters bei der Abrechnungserstellung berücksichtigt.
Bedauerlicherweise hatten wir bei der Vorjahresableseung [im Mai 2003 vor meinem Einzug], bedingt durch Leerstand, keinen Zugang zur Nutzeinheit um die Jahresablesung durchzuführen zu können. Aus diesem Grunde konnten wir am 30.04.2004 nur Verbrauchswerte festhalten, welche sich über einen größeren Zeitraum als 12 Monate aufgebaut hatten. Dies ist anhand des Ablesebelegs daran zu erkennen, daß dort der Vermerk "andere Farbe" angedruckt ist.
Gemäß Heizkostenverordnung dürfen diese Werte nicht zur Abrechnungserstellung herangezogen werden, so daß der Verbrauch der Nutzeinheit eingeschätzt werden mußte.
Der Schätzwert von 25,50 Strichen wurde wie die Quadratmeteranteile anteilig nach Gradtagszahlen auf den Leerstand und den Mieter aufgeteilt."


Dieses Schreiben war an die HV adressiert, ich bekam dies wie gesagt von der HV als Kopie nur mit einem formlosen Kurzbrief "zur Information". Ich entnehme der oben zitierten Formulierung aus dem Schreiben, dass meine Heizkosten geschätzt werden mussten, weil zur Zeit des Leerstands zu Heizkostenablesung der Ablesefirma kein Zugang vom Vermieter/Hausverwaltung gewährt wurde, und ich somit die "Heizkosten" vor meinem Einzug mitfinanziere. Ich kann mir nicht vorstellen, dass dies so rechtens ist.



Nun meine Frage:
- muss ich die Heizkostenabrechnung unter diesen Bedingungen bezahlen ?
- wenn nicht, was muss ich dann Heizkosten von der NK-Abrechnung bezahlen bzw. was kann ich gegenüber der Hausverwaltung verlangen (z.B. Minderung) ?


Vielen Dank im Vorraus für Ihre Hilfe.


-- Einsatz geändert am 06.10.2004 23:19:54

-- Einsatz geändert am 06.10.2004 23:21:46

-- Einsatz geändert am 06.10.2004 23:27:55
07.10.2004 | 00:01

Antwort

von


767 Bewertungen
Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage.

Nach den Vorschriften der Heizkostenverordnung ist der Heizkostenverbrauch durch Wärmerfassungsgeräte zu erfassen. Bei einem Nutzerwechsel innerhalb eines Abrechnungszeitraumes hat der Gebäudeeigentümer nach § 9b Abs. 1 HeizKostV eine Zwischenablesung vorzunehmen. Ist eine solche nicht möglich oder lässt sie wegen des Zeitpunktes des Nutzerwechsels aus technischen Gründen keine hinreichend genaue Ermittlung der Verbrauchsanteile zu, ist nach § 9b Abs. 3 HeizKostV eine Verteilung der in dem Abrechnungszeitraum entstandenen Heizkosten auf der Grundlage der Gradtagszahlentabelle möglich.

Eine Zwischenablesung nach Auszug des Vormieters hat in Ihrem Fall offenbar nicht stattgefunden, so daß das Verfahren grundsätzlich zulässig sein dürfte.

Hinzu kommt allerdings, daß zuvor offenbar auch keine turnusmäßige Ablesung der Verbrauchswerte erfolgt ist. Deshalb mußte der Verbrauch für den Zeitraum bis 30.04.03 geschätzt werden. Das ist nach § 9a HeizKostV zulässig.

Die für den Zeitraum vom 01.05.03 bis 30.04.04 auf der Grundlage der Gradtagszahlen verteilten Heizkosten beruhen - Ihren Anfangswert betreffend - auf dem geschätzten Endwert vom 30.04.03.

Grundsätzlich ist das Verfahren zulässig. Fraglich ist aber, ob hier die Schätzung des Vorjahresverbrauchs und die Berechnung nach der Gradtagszahltabelle korrekt erfolgt ist. Um dies feststellen zu können, müsste ich aber Einsicht in die Abrechnung und die Korrespondenz nehmen.

Ich hoffe Ihnen mit meiner Antwort geholfen zu haben und stehe für Rückfragen gerne zur Verfügung. Sollten Sie eine genaue Prüfung der Abrechnung wünschen, schicken Sie mir die Unterlagen doch bitte zu. Ich werde dann konkret zu Ihrer Abrechnung Stellung nehmen können.

Mit freundlichen Grüßen,

A. Schwartmann
Rechtsanwalt


--
Rechtsanwalt Andreas Schwartmann
Schwerinstr. 37-39, 50733 Köln
Tel.: 0221-7787630 / Fax: 0221-7787629
www.rechtsanwalt.andreas-schwartmann.de


Rechtsanwalt Andreas Schwartmann

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