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Heirat während Krankheit - Rückenprobleme


27.12.2011 21:47 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht



Meine Lebensgefährtin ist seit 4 Wochen krank - wegen starker Rückenbeschwerden - kein Bandscheibenvorfall. Im Rahmen der Therapie mussten wir auch schon 2 Mal ca. 20 km einfach Fahrt zu einer Klinik machen.
Nun haben wir uns entschlossen, noch dieses Jahr zu heiraten - nur im kleinen Kreis, Standesamt, mit Fotografieren und anschließendem Essen - gesch. Zeitdauer 1 1/2 Stunden.
Sie ist noch den kompletten Januar krankgeschrieben. Kann es arbeitsrechtliche Schwierigkeiten bei der Heirat geben.

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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Frage möchte ich anhand Ihrer Sachverhaltsschilderung gerne wie folgt beantworten:

Während einer bestehenden Arbeitsunfähigkeit ist grundsätzlich alles zu vermeiden, was der Genesung abträglich wäre und ggf. sogar dem ärztlichen Rat zu Genesungserfordernissen zuwider läuft. Entscheidend ist demnach die Art der Erkrankung und welche Tätigkeiten, insbesondere natürlich außerhäusliche, der Genesung nach ärztlichem Rat gegen stehen würden. Nicht jede Erkrankung, aufgrund der eine Arbeitsunfähigkeit besteht, hindert jegliche Form von außerhäuslicher Tätigkeit. Dies trifft auch grundsätzlich auf die (standesamtliche) Heirat während der Arbeitsunfähigkeit zu. Grundsätzlich gilt auch hier, was die Genesung beeinträchtigt bzw. auf eine bereits eingetretene Genesung schließen läßt, ist tunlichst zu vermeiden. So könnten sicherlich anschließende Feierlichkeiten, aus denen geschlossen werden könnte, dass die Rückenbeschwerden Ihrer Lebensgefährtin ausgeheilt seinen, grundsätzlich auch zu arbeitsrechtlichen Konsequenzen führen. Dies kann eine Abmahnung sein, schließt aber auch die Möglichkeit einer Kündigung in einer extremen Fallkonstellation nicht aus. Letztendlich hängt aber es von dem jeweiligen Einzelfall ab, ob die aktuelle Erkrankung/ Arbeitsunfähigkeit Ihrer Lebensgefährtin einer standesamtliche Heirat entgegensteht. Hilfreich ist, eine ärztliche Beurteilung des behandelnden Arztes einzuholen, der das aktuelle Rückenleiden Ihrer zukünftigen Frau und die Belastungen einer standesamtlichen Eheschließung entsprechend unter medizinischen Gesichtspunkten abwägen kann. Sofern die Zeremonie im Standesamt zügig und auch „rückenschonend" durchgeführt wird und somit entsprechend der konkreten Rückenerkrankung weder mit einer jetzigen Genesung noch mit einer Genesungsverzögerung durch die standesamtliche Eheschließungszeremonie argumentiert werden kann, kann der Arbeitgeber grundsätzlich auch keine arbeitsrechtlichen Maßnahmen ergreifen. Doch dies, wie ausgeführt, hängt auch von den (medizinischen) Gesamtumständen ab, die hier nicht abschließend beurteilt werden können und vom behandelnden Arzt beurteilt und ggf. für den Arbeitgeber dokumentiert bzw. dargestellt werden sollten. Zwar bedeutet Arbeitsunfähigkeit nicht automatisch, dass jede außerhäusliche Tätigkeit zu unterlassen ist. Jedoch hängt die Art der möglichen Tätigkeit entscheidend von der konkreten Art der Erkrankung ab. Sofern die Art der Rückenerkrankung eine 1,5 stündige Zeremonie nach ärztlichen Gesichtspunkten zulässt und die Genesung insgesamt nicht verzögert wird, können grundsätzlich keine arbeitsrechtlichen Konsequenzen daraus entstehen.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen mit diesen Ausführungen eine erste Orientierung verschaffen. Hinweisen möchte ich noch darauf, dass diese Plattform nur eine erste rechtliche Einschätzung des von Ihnen geschilderten Sachverhalts leisten kann. Eine umfassende Rechtsberatung kann und soll hierdurch nicht ersetzt werden.

Mit freundlichen Grüßen,

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