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Hausverkauf: ein Makler am Ball, drei andere beteiligen sich - ws mache ich


10.11.2008 13:26 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von

Rechtsanwalt Lars Liedtke



Ich verkaufe mein Haus in bester Lage Hamburgs und verkleinere mich. Der Makler, der mir mein Traumobjekt besorgt hat (halb so teuer, er verdient also an meinem Haus doppelt Courtage) erhielt von mir mündlich den Auftrag, meines zu verkaufen Er ist ortsunkundig und nicht so aktiv, während die ortskundigen Makler inzwischen mein Haus geradezu agressiv vertreiben, ohne Rücksicht auf mein Maklerbüro. Ich habe meinem Makler gesagt, dass ich das dulde, (schon weil er damit unter Druck kommt und aktiv werden muß), weil das den Preis schon jetzt nach oben treibt (ernsthafte Interessenten vorhanden). Muß ich die anderen Gebote ignorieren, hat nur er das Recht auf Verkauf? Habe ihn stets informiert, dass andere auch dran sind und notfalls eine Bieterrunde vorgeschlagen. Wenn andere Makler Interessenten bringen: Was mache ich, dass ich nicht auf meiner Courtage für mein neues Haus sitzen bleibe, denn das war ja Teil des Deals - und cih will nicht zum Nutzen fremder Makler auf meiner Courtage sitzen bleiben.Ich merke aber aufgrund der Aktivitäten der ortskundigen Makler, dass sogar ein besserer Preis zu erzielen ist ist. Und der ist mein vorrangiges Interesse.
Mit meinem Makler könnte ich mich finanziell sicher einigen - wer würde so eine Bierterrunde neutral betreuen`???
Sehr geehrte Fragestellerin,

vielen Dank für Ihre Anfrage. Zunächst möchte ich darauf hinweisen, dass dieses Forum lediglich die Funktion hat, Ihnen einen ersten Überblick über die Rechtslage zu geben. Eine persönliche Beratung/Vertretung kann und soll hierdurch nicht ersetzt werden. Hinzufügen oder Weglassen wesentlicher Tatsachen kann zu einer anderen Beurteilung des Falles führen. Unter Berücksichtigung Ihrer Sachverhaltsangaben und des von Ihnen gebotenen Einsatzes beantworte ich Ihre Fragen wie folgt:

Die Beauftragung eines Maklers schließt in der Regel nicht aus, dass auch andere Makler tätig werden dürfen. Anders ist dies nur bei einem Makleralleinauftrag. Dann dürften Sie keinen weiteren Makler beauftragen. Vermittelt Ihnen dann dennoch ein nicht beauftragter Makler das Geschäft, dürften Sie es gleichwohl annehmen. Hierin wären Sie bloß im Falle eines qulifizierten Alleinauftrags beschränkt.

Alleinauftrag und qualifizierter Alleinauftrag kommen jedoch nur zustande, wenn dies vertraglich vereinbart wird. Bei schriftlichen Maklerverträgen geschieht dies dann durch eine ausdrückliche Vertragsklausel. Bei einem mündlichen Vertrag kommt ein solcher Auftrag zustande, wenn die Parteien dies ausdrücklich besprechen oder aber auch dann wenn die Willenserklärungen der Parteien entsprechend auszulegen sind. Dann müssten jedoch deutliche Anhaltspunkte hierfür gegeben sein (Palandt/Sprau, § 652 Rn. 74). Das heißt also, es hätte Ihnen bei den Vertragsverhandlungen klar deutlich werden müssen, dass der Makler einen solchen Alleinauftrag wünscht.

Im Zweifel ist daher nicht von einem solchen Alleinauftrag auszugehen. Dies wird dadurch unterstützt, dass Sie dem Makler bereits mitgeteilt haben, dass sich auch andere Makler um einen Abschluss bemühen. Für das Vorliegen eines Alleinauftrags trägt der Makler die Beweislast.

Im Ergebnis heißt dies, dass Sie in Ihrer Vertrgasfreiheit unbeschränkt sind, solange der Makler keinen (qualifizierten) Alleinauftrag beweisen kann. Sie können und sollten das Objekt daher zu dem für Sie günstigsten Kaufpreis verkaufen. Sollten die örtlichen Makler tatsächlich sehr viel bessere Angebote vermitteln können als der beauftragte Makler, könnte sich dies ja sogar dann rechnen, wenn Sie Ihrem Makler dann die Courtage für das erworbene Objekt entrichten müssten. Zudem geben Sie ja bereits zu erkennen, dass Sie sich mit Ihrem Makler sicherlich über den Preis einig werden, er also mit seiner Courtageforderung nachgibt.

Ob sich der Aufwand einer Bieterrunde lohnt, kann ich daher an dieser Stelle nicht beurteilen. Eine solche könnte durch einen Rechtsanwalt betreut werden, was natürlich wiederum weitere Kosten auslöst. Es erscheint fraglich, ob diese verhältnismäßig sind.

Ich hoffe, Ihnen einen ersten Überblick über die Rechtslage gegeben zu haben.

Mit freundlichen Grüßen,

Lars Liedtke
Rechtsanwalt
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