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Hausüberschreibung


11.12.2009 09:51 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Kay Fietkau



Sehr geehrte Damen und Herren,
ich habe eine Frage zu folgendem angenommenen Sachverhalt:
Mutter (Hauseigentümerin) stirbt 1999.
Erbengemeinschaft besteht aus Vater und 3 Söhnen.
Ein Sohn wohnt mit dem Vater im Haus.
Eine kleine Wohnung ist vermietet. Mieteinnahmen gehen auf das Konto des Vaters.
Seit dem Tod der Mutter wurde keine Änderung im Grundbuch vorgenommen. Nun soll das Haus auf dem im Haus lebenden Sohn überschrieben werden,
mit Wirkung zum 01.01.2010. Auf eine Auszahlung wird verzichtet.

Muß der Sohn Grunderwerbssteuer zahlen?
Bisher wurden Mieteinnahmen und anfallende Kosten vom Vater versteuert, ist das eigentlich richtig so oder hätten es alle Erben anteilig machen müssen?
Kann der erwerbende Sohn die anfallenden Notarkosten (Rechnungslegung 2009) steuerlich absetzen?

Vielen Dank für Ihre Anwort!
Sehr geehrter Fragesteller,

vorweg möchte ich Sie darauf hinweisen, dass diese Plattform nur dazu dienen soll, Ihnen einen ersten Eindruck der Rechtslage zu vermitteln. Die Leistungen im Rahmen einer persönlichen anwaltlichen Beratung/Vertretung können und sollen an dieser Stelle nicht ersetzt werden.

Auf Grund des von Ihnen geschilderten Sachverhaltes und unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes möchte ich Ihre Fragen zusammenfassend wie folgt beantworten:


Der Erwerb eines zum Nachlass gehörenden Grundstücks durch einen der Miterben ist nach § 3 Nr. 3 GrEStG von der Grunderwerbsteuer befreit. Dies gilt nach § 3 Nr. 2 GrEStG auch für den Erwerb durch Erbschaft oder Schenkung. D.h., der Sohn muss vorliegend keine Grunderwerbsteuer zahlen.

Jedoch unterliegt sowohl durch Erbschaft als auch durch Schenkung grundsätzlich der Besteuerung nach dem Erbschafts- und Schenkungssteuergesetz (ErbStG).

Alle Erben der verstorbenen Mutter sind demnach in Bezug auf ihren Erbteil erbschaftssteuerpflichtig. Steuerfrei sind jedoch für den Vater 307.000 € (ab 1.1.2009 500.000 €) und für die Söhne 205.000 € (ab 1.1.2009 400.000 €), sodass in der Regel auch diesbezüglich keine Besteuerung stattfindet.

Wenn der eine Sohn von den anderen Miterben unentgeltlich deren Eigentumsanteile erwirbt, stellt die nach § 7 ErbStG eine Schenkung unter Lebenden dar, die ebenfalls steuerpflichtig ist. Auch hierfür gelten wiederum Freibeträge. Hinsichtlich des durch den Vater überlassenen Anteils beträgt der Freibetrag nach § 16 Abs. 1 Nr. 2 ErbStG 400.000 €. Gegenüber den Geschwistern beläuft sich der Freibetrag hingegen nach § 16 Abs. 1 Nr. 5 ErbStG jeweils auf lediglich 20.000 €.

Zudem gilt es hinsichtlich des vermieteten Teils noch § 13b ErbStG zu berücksichtigen.


Noch kurz zu Ihren weiteren Fragen:

Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung sind nach § 2 Abs. 1 Nr. 6 EStG einkommensteuerpflichtig. Steuerpflichtig ist derjenige, der die Einkünfte erzielt. Dies ist Ihren Angaben zufolge der Vater.

Die Notarkosten sind als Erwerbsnebenkosten in der Schenkungssteuererklärung an zugeben.


Ich möchte Sie an dieser Stelle noch darauf hinweisen, dass die vorstehende Antwort ausschließlich auf den von Ihnen gemachten Angaben beruht. Das Hinzufügen oder Weglassen von Angaben kann zu einem anderen Ergebnis führen.


Mit freundlichen Grüßen
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