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Hauskauf im Trennungsjahr


09.12.2008 17:24 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Sylvia True-Bohle



Mein Mann und ich leben in Trennung. Jetzt hat es sich ergeben, dass ich eine sehr schöne Immobilie kaufen könnte. Meine Eltern würden mir ca 40% des Kaufpreises als Privatdarlehen geben, den Rest müsste ich finanzieren. Die Frage ist nun, da wir nach dem gesetzlichen Ehestand verheiratet sind, ob das Haus nun Zugewinn wäre oder nicht.
Hat mein Mann bei der Scheidung Ansprüche auf das Haus? Müsste ich ihm etwas bezahlen, obwohl ich alles von meinem eigenen Gehalt abzahle? (Konten sind getrennt )
Wäre es möglich, etwas schriftlich festzulegen? Mein Noch- Ehemann wäre dazu bereit.
Was muss ich beachten?
Wie kann ich mich absichern?
Über eine Beantwortung meiner Fragen würde ich mich sehr freuen, da ich wegen dem Haus bald eine Entscheidung fällen muss.

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Sehr geehrte Ratsuchende,

sofern Sie sich rechtlich wirklich sicher stellen wollen, müsste
hinsichtlich des Zugewinns eine notarielle Verzichtserklärung Ihres Mannes erfolgen.

Dabei könnten dann auch vielleicht alle anderen Punkte im Rahmen einer Scheidungsfolgevereinbarung vertraglich geregelt werden, so dass dann im Scheidungsverfahren selbst all diese Punkte nicht mehr geregelt werden müssten.

Dabei gehe ich nach Ihren Angaben davon aus, dass der Scheidungsantrag noch nicht zugestellt worden ist. Denn dieser Zeitpunkt ist für die Berechnung des Endvermögens entscheidend, so dass Ihr Mann dann auch Ansprüche hinsichtlich des Vermögenswerts des Hauses hätte.

Auf das Haus selbst hat er, wenn Sie allein ins Grundbuch eingetragen werden, aber keinen Anspruch, sondern nur im Rahmen des Zugewinnausgleiches und der Berechnung Ihres Endvermögens dann auf den Wertzuwachs.

Zwar könnte im Falle der Durchführung des Zugewinnes versucht werden eine Leistungsverweigerung wegen grober Unbilligkeit einzuwenden, wenn Sie zum Zugwinnausgleich verpflichtet sein sollten. Eine Leistungsverweigerung wegen der Erzielung des Zugwinns erst während der Trennung ist aber die absolute Ausnahme. Somit laufen sie Gefahr ohne eine notarielle Vereinbarung mit Ihrem Mann, dass in einem möglichen späteren Verfahren Zugewinnausgleichsansprüche in Betracht kommen.

Da Sie aber schreiben, dass Ihr Mann bereit ist, einen Verzicht schriftlich festzuhalten, sollten Sie einen Notar aufsuchen, um diesen Wert aus dem Zugewinn herauszunehmen, oder den Zugewinnausgleich gänzlich auszuschließen.


Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwältin
Sylvia True-Bohle
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