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Hauseigentum, Aufteilung bei Trennung


| 22.12.2008 15:56 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von

Rechtsanwältin Simone Sperling



Hallo.
Vor 14 Jahren haben wir geheiratet.
Vor 12 Jahren bekam ich eine Erbteil von 80.000€ ausbezahlt, welcher in eine Immobilie ging, die 200.000€ kostete.
Inzwischen habe ich von den aufgenommenen 120.000€ 20.000€ getilgt.
Meine Frau konnte nicht arbeiten, habe die Raten alleine getragen.
Wie wird die Immobilie, die von uns bewohnt wurde nun aufgeteilt? Wenn ich sie behalten möchte was muss ich meiner Frau ausbezahlen?

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Sehr geehrte Damen und Herren,

ich möchte Ihre Anfrage unter Beachtung Ihres Einsatzes und dem Sachverhalt wie folgt beantworten:

Ein Ausgleich erfolgt im Rahmen des Zugewinnausgleiches. Zugewinn ist der Betrag, um den das Endvermögen (§ 1375 BGB, sh. Anhang) eines Ehegatten dessen Anfangsvermögen (§ 1375 BGB)übersteigt. Dem Anfangsvermögen werden Erbschaften und Schenkungen hinzugerechnet. Das Anfangsvermögen unterliegt noch einer sogenannten Indexierung abhängig vom Zeitfaktor.

Der Ausgleich errechnet sich dann, indem der geringere Zugewinn von dem höheren Zugewinn subtrahiert und dieses Ergebnis halbiert wird. Hat also beispielsweise der eine Ehegatte 40.000,- € Zugewinn erzielt und der andere Ehegatte 20.000,- €, beträgt die Hälfte der Differenz 10.000,- €. Diesen Betrag kann der Ehegatte mit dem geringeren Zugewinn vom anderen Ehegatten einfordern.

Ich hoffe meine Antwort genügt Ihnen für eine erste Orientierung im Rahmen der Erstberatung und ich darf darauf hinweisen, dass meine Ausführungen auf Ihrer Sachverhaltsdarstellung beruhen.

Gern können Sie von Ihrem Recht zu einer Nachfrage Gebrauch machen. Weitergehende Fragen beantworte ich für Sie im Rahmen einer Mandatsübertragung, ebenso übernehme ich gern weitere Tätigkeiten im Rahmen eines Mandats. Eine Mandatsausführung kann unbeachtlich der örtlichen Entfernung erfolgen und eine Informationsweiterleitung erfolgt dann per E-Mail, Post etc..


Mit vorzüglicher Hochachtung

Simone Sperling
Rechtsanwältin

Enderstr. 59
01277 Dresden
Tel.: 0351 2699394
Fax: 0351 2699395
E-Mail: sperling@anwaltskanzlei-sperling.de
www.anwaltskanzlei-sperling.de

Anhang

§ 1374 Anfangsvermögen
(1) Anfangsvermögen ist das Vermögen, das einem Ehegatten nach Abzug der Verbindlichkeiten beim Eintritt des Güterstands gehört; die Verbindlichkeiten können nur bis zur Höhe des Vermögens abgezogen werden.
(2) Vermögen, das ein Ehegatte nach Eintritt des Güterstands von Todes wegen oder mit Rücksicht auf ein künftiges Erbrecht, durch Schenkung oder als Ausstattung erwirbt, wird nach Abzug der Verbindlichkeiten dem Anfangsvermögen hinzugerechnet, soweit es nicht den Umständen nach zu den Einkünften zu rechnen ist.


§ 1375 Endvermögen
(1) 1Endvermögen ist das Vermögen, das einem Ehegatten nach Abzug der Verbindlichkeiten bei der Beendigung des Güterstands gehört. 2Die Verbindlichkeiten werden, wenn Dritte gemäß § 1390 in Anspruch genommen werden können, auch insoweit abgezogen, als sie die Höhe des Vermögens übersteigen.
(2) Dem Endvermögen eines Ehegatten wird der Betrag hinzugerechnet, um den dieses Vermögen dadurch vermindert ist, dass ein Ehegatte nach Eintritt des Güterstands

1.
unentgeltliche Zuwendungen gemacht hat, durch die er nicht einer sittlichen Pflicht oder einer auf den Anstand zu nehmenden Rücksicht entsprochen hat,
2.
Vermögen verschwendet hat oder
3.
Handlungen in der Absicht vorgenommen hat, den anderen Ehegatten zu benachteiligen.

(3) Der Betrag der Vermögensminderung wird dem Endvermögen nicht hinzugerechnet, wenn sie mindestens zehn Jahre vor Beendigung des Güterstands eingetreten ist oder wenn der andere Ehegatte mit der unentgeltlichen Zuwendung oder der Verschwendung einverstanden gewesen ist.
Bewertung des Fragestellers 24.12.2008 | 11:05


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