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Hausbau - das selbstgenutzte Haus als Schonvermögen - was ist zu beachten?


| 05.10.2017 11:13 |
Preis: 50,00 € |

Baurecht, Architektenrecht


Beantwortet von



Mein Mann und ich wollen uns im Alter absichern und, wie wahrscheinlich jeder, wollen wir auch mal nicht ins Pflegeheim. Aus diesem Grund haben wir beschlossen, zum Renteneintritt ein alters- und behindertengerechtes Haus für uns zu bauen. Nach ersten Informationen aus dem Internet haben sich einige Fragen ergeben, die wir vorab, so gut es geht, klären wollen.

Das Haus soll 90 qm haben und auf einem 500 qm großen Grundstück stehen, das haben wir schon mal beim Recherchieren rausgefunden. Wir leben schon immer sehr modern und deshalb soll auch das Haus mit allen Annehmlichkeiten, die man braucht, ausgestattet werden - behindertengerechte Türen und Toilette, ebenerdige Dusche, Sitzwanne, Pflegebetten, Kamin, Terrasse und Garten ebenfalls ohne Stufen usw. - alles soll hell und offen gestaltet werden, damit wir uns im Alter wohl fühlen und vor allem irgendwann "auf den letzten Metern" nicht noch ausziehen müssen. Dazu gehören vor allem 2 Schlafzimmer (falls einer mal pflegebedürftig oder krank wird) und ein zusätzliches Zimmer für Gäste bzw. eine Pflegekraft. Diese 4 Zimmer und den offenen Koch-Wohn und Essbereich auf 90 qm unterzubringen, ist nicht einfach, funktioniert aber, das haben wir bereits mit einigen Baufirmen besprochen. Sicher sind auch bei so einer Bauart die Kosten definitiv höher, als bei normalem Hausbau, das wurde uns schon so gesagt!

Nun zur Frage: Laut §90SGB 12 bleibt ein angemessenes Haus als Schonvermögen unangetastet und der Partner kann allein drin wohnen bleiben, wenn der andere unerwartet doch ins Heim muss. Zitat:" .....Die Angemessenheit bestimmt sich nach der Zahl der Bewohner, dem Wohnbedarf (zum Beispiel behinderter, blinder oder pflegebedürftiger Menschen), der Grundstücksgröße, der Hausgröße, dem Zuschnitt und der Ausstattung des Wohngebäudes sowie dem Wert des Grundstücks einschließlich des Wohngebäudes...."
Kann es sein, wenn z.B. kurz nach Fertigstellung z.B. dieser Fall eintreten würde, das Amt kommt, das Haus bewertet und der Ansicht ist, es wäre zu hochwertig gebaut, zu neu, liegt in einem begehrten Baugebiet in Citylage usw....usw... Die Grundstücks- und Hauspreise steigen ja gerade auch wieder an. Das bereitet uns die größten Sorgen bei unseren Planungen. Auf der einen Seite will man solange wie möglich selbstständig bleiben und es sich im Alter noch schön machen, auf der anderen Seite ist da immer die Angst, man muss doch verkaufen. Was gilt als angemessen? Dieser Begriff ist unserer Ansicht nach zu dehnbar. Die Ausstattung des Hauses wird mit diesen geplanten Annehmlichkeiten dann sicher als luxuriös eingestuft - das bereitet uns Sorgen. Man kann ja nun nicht ein Holzhaus mit Feuerstelle bauen, nur, um da sicher zu sein.

Auf was sollten wir unbedingt achten, damit unser Plan auch aufgeht? Passt das mit den Quadratmetern von Haus und Grundstück? Zählen überdachte Terrassen zur Wohnfläche? Kann man das Haus evtl. unterkellern, damit man zumindest etwas Platz zum Lagern hat oder wird das schon wieder zu groß? Das Haus würden wir nicht finanzieren. Ich selber bin zu 80 % behindert (G,B), da habe ich mal gelesen, stünde mir ebenfalls ein Mehrbedarf an Wohnraum zu. Aber das würde ja meinem Mann nicht helfen, wenn er das Haus mal allein bewohnen sollte, oder? Außerdem habe ich seit Jahren einen Behindertenbegleithund, der braucht ja auch Platz! Fragen über Fragen - ich hoffe, Sie können etwas Licht ins Dunkel bringen! Herzlichen Dank!


Einsatz editiert am 05.10.2017 16:12:17
05.10.2017 | 16:46

Antwort

von


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Web: www.hauser-rechtsanwaelte.com
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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Die von Ihnen angegebene Wohnfläche von 90 qm und die Grundstücksfläche von 500 qm werden für eine Person nach der einschlägigen Rechtsprechung des Sozialgerichtes als zulässig erachtet. Wie Sie selbst schon festgestellt haben, kommen im Hinblick auf die Angemessenheit noch weitere Kriterien in Betracht. Insbesondere kann eine besonders luxuriöse Ausstattung dazuführen, dass das Wohneigentum nicht mehr angemessen ist.

Die Ausstattung, dh. der Hausrat (Pflegebetten usw.) bleiben unberücksichtigt. Auch behindergerechte Türen, Sitzwanne, ebenerdige Dusche bleiben unberücksichtigt. Dies liegt daran, dass behinderungsbedingte Zusatzausstattung nicht bei der Angemessenheit der Ausstattung berücksichtigt werden darf. Eine luxuriöse Ausstattung wird zB. angenommen bei einem Schwimmbad (inner- oder außerhalb des Hauses) angenommen oder bei einem Partyraum in einem Bungalow.

Statten Sie das Haus mit einer modernsten Energieversorgung aus oder einer hochwertigen Isolierung, modernste Heiztechnik ist dies auch bei der Angemessenheit nicht zu berücksichtigen.

Auch spielt der Verkehrswert der Immobilie eine Rolle. Es wird geprüft, ob die betreffende Immobilie im Vergleich mit anderen, nach sachbezogenen Merkmalen vergleichbaren Immobilien am Wohnort des Hilfesuchenden auch wertmäßig als "angemessen" angesehen werden kann. Dies ist dann der Fall, wenn sich der Verkehrswert im unteren Bereich der Verkehrswerte vergleichbarer Objekte am Wohnort des Hilfesuchenden hält (BVerwG 17.1.1991, 5 C 53/86).
Damit sind einerseits in Ballungsgebieten wesentlich höhere Werte geschützt als im ländlichen Bereich.

Daher kommt es immer auf den konkreten Einzelfall an.

Sofern Sie sich an die angegebenen Größe halten, keine luxuriöse Ausstattung (Schwimmbad o.ä.) einbauen und der Vekehrswert in dem o.g. Bereich liegt, steht nicht zu befürchten, dass die geplante Immobilie unangemessen ist.

Kellerräume werden bei der Wohnflächenberechnung nicht berücksichtigt. Eine Terrasse wird zumeist mit 1/4 berücksichtigt.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Ralf Hauser, LL.M.
Rechtsanwalt


Rechtsanwalt Ralf Hauser, LL.M.
Fachanwalt für Verkehrsrecht, Fachanwalt für Arbeitsrecht

Nachfrage vom Fragesteller 05.10.2017 | 16:54

Wenn wir aber eine Baulücke o.ä. in einem bereits seit Jahren bestehendem EFH - Gebiet nutzen, nicht in einem komplett neu angelegten Wohngebiet bauen oder sogar ländlich ziehen, ist doch eigentlich klar, dass unser neues Haus mehr wert ist, als vielleicht ein bestehendes, was vor 20 oder 30 Jahren gebaut wurde. Wie würde das wohl beurteilt werden? Gilt das 1/4 für überdachte oder freie Terrassen?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 05.10.2017 | 17:22

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihr Haus dürfte, auch wenn es in einem Einfamilienhausgebiet liegt, nicht mit älteren Objekten verglichen werden. Es muss ein Vergleich mit gleichwertigen Immobilien und damit auch mit dem entsprechenden Baujahr erfolgen.

Es ist unerheblich, ob die Terrasse überdacht ist oder nicht. Wenn diese an Wohnraum angrenzt und geeignet ist, Stühle und Tische aufzunehmen, ist sie zu berücksichtigen.

Mit freundlichen Grüßen

Ralf Hauser, LL.M.
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 05.10.2017 | 17:42


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