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Hausbau auf Grundstück der Ehefrau


| 19.04.2009 17:32 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Oliver Wöhler


| in unter 2 Stunden

Sehr geehrte Rechtsanwältin, sehr geehrter Rechtsanwalt,

für folgenden Sachverhalt benötige ich Ihren Rat:

Ich (verheiratet, 1 Kind, in Gütertrennung lebend) habe vor kurzem mein Elternhaus (Grund 1.300 qm) übernommen, zum größten Teil als Schenkung, zum anderen habe ich ein noch laufendes Restdarlehen neu bei meiner Bank finanziert.
Dies war nötig, weil die Bank meiner Eltern fusioniert hat und Altschuldner los werden wollte.
Meine Eltern haben ein lebenslanges Wohnrecht. Ich beziehe nun Miete von Ihnen, mit der ich die Darlehensraten bestreite. Die NK werden von meinen Eltern direkt bezahlt.

Mein Mann und ich möchten nun an das Elternhaus anbauen. Wir überbauen ca. 1/3 der Bestandsfläche und bekommen zusätzlich noch einen weiteren kleinen Anteil des Gartens.

Die Kosten des Hauses werden finanziert durch einen EK-Anteil (20 % von meinem Mann) und durch ein weiteres Darlehen bei meiner Bank, das dann auf uns beide läuft. Die Raten werden von meinem Mann bezahlt.

Mein Mann möchte dass er für den Teil des Grundstücks, der unserem Haus zugerechnet wird, mit ins Grundbuch eingetragen wird, damit ich im Falle einer Trennung nicht alleinige Eigentümerin des Hauses bin und er keine Ansprüche hat.

Wir sind seit 7 Jahren verheiratet und haben 1 Kind. Ich bin halbtags berufstätig, mein Mann ist selbstständig und sehr erfolgreich. Momentan bestreitet er unseren Lebensunterhalt (Miete usw.). Wir leben zur Miete in einem Haus.

Durch den Hausbau auf dem Grundstück meiner Eltern (also mein Grundstück), haben wir eine viel geringere monatliche Belastung und zahlen in die eigene Tasche.

Ist es notwendig, dass mein Mann mit ins Grundbuch kommt? Mein Bauchgefühl sagt mir, dass ich das nicht möchte.
Ich verstehe dass er einen Besitzanspruch hat.
Hat er diesen überhaupt zu Recht?
Ist das Abbezahlen des Darlehens nicht vergleichbar mit der monatlichen Miete, die wir jetzt bezahlen, also eine Investition in die Familie?
Ich möchte nicht, dass er z.B. einen Verkauf erwirken kann und meinen Eltern dann fremde Leute vor die Nase gesetzt werden
Ich alleine jedoch kann die Höhe der Darlehensrate - selbst wenn ich in ein paar Jahren wieder voll arbeite - schwer alleine tragen.

Wie sieht in der Praxis eine mögliche Lösung aus, damit alle zufireden sind und alles geregelt ist, falls es zu einer Trennung kommt?

Mein Problem an dieser Sachlage ist, dass ich das Gefühl habe, dass er unangemessen bereichert wird, wenn ihm das neue Haus und der dazugehörige Grund zu 50 % gehört. Wir haben den Grund ja nicht zusammen gekauft, sondern ich habe ihn von meinen Eltern bekommen.

Gibt es eine Möglichkeit, ihm am Besitz zu beteiligen, ohne dass er gleich im Grundbuch eingetragen ist und wenn ja, welche Höhe ist berechtigt?

Vielen Dank für Ihre Antwort!






Trifft nicht Ihr Problem? Wir haben 65 weitere Antworten zum Thema:
19.04.2009 | 18:15

Antwort

von

Rechtsanwalt Oliver Wöhler
883 Bewertungen
Sehr geehrte Fragestellerin,

gerne beantworte ich Ihre Frage.

Es ist zunächst grundsätzlich richtig, dass Ihr Mann für den Fall einer Scheidung keine Ansprüche hätte, denn Sie leben in Gütertrennung, so dass kein Ausgleich des Zugewinns erfolgt.

Einen bestimmten Anspruch hat Ihr Mann nicht, er kann insbesondere nicht verlangen als Miteigentümer ins Grundbuch eingetragen zu werden. Allerdings darf man nicht verkennen, dass Ihr Mann in der jetzigen Situation ein gewisses Risiko eingeht, denn er bezahlt zur Zeit für Ihr Alleineigentum und vergrößert damit Ihr Vermögen. Alles was jetzt geregelt wird, ist letztlich Verhandlungssache, Ihr Mann kann nichts gegen Ihren Willen durchsetzen. Allerdings könnte Ihr Mann den Verkauf nicht durchsetzen, auch wenn er im Grundbuch steht, er könnte aber im Fall einer Scheidung die Teilungsversteigerung durchsetzen.

Ich halte nichts davon Ihren Mann mit ins Grundbuch zu nehmen, schon gar nicht zu 1/2, denn dies würde der Tatsache nicht Rechnung tragen, dass nur ein Anbau erfolgt und das das Grundstück Ihnen gehört. Auch wenn Sie keine Gütertrennung vereinbart wäre, hätte Ihr Mann nur Anspruch auf die Wertsteigerung des Hauses, denn das Elternhaus nebst Grundstück würde beim Zugewinn so behandelt, als hätten Sie das Haus schon bei Heirat gehabt. Ich rate daher dazu eine notarielle Trennungs- und Scheidungsfolgenvereinbarung zu treffen. Denkbar wäre, dass Sie sich verpflichten Ihren Mann für den Fall der Trennung im Innenverhältnis von den Verbindlichkeiten freizustellen, im Aussenverhältnis zur Bank bleibe er natürlcih verpflichtet. Daneben könnten Sie sich zu einer Ausgleichszahlung verpflichten, falls die Ehe erst in einigen Jahren scheitert und die Verbindlcihkeiten entsprechend weniger sind. Denn erst dann wäre ja ein Wert oberhalb der Verbindlichkeiten vorhanden. Denkbar wäre auch, dass Ihr Mann sein Eigenkapital zurückerhält. Details müssten aber mit dem Notar erörtert werden, hier dürfte Ihre eigene Leistungsfähigkeit Grenzen setzen. Eine klare Regelung zum jetzigen Zeitpunkt ist aber auf jeden Fall zu empfehlen.

Eine Variante wäre auch ein teilweiser Unterhaltsverzicht durch Sie, mit Ausnahme des Kindesbetreuungsunterhalts. Sie könnten z.b. auf nachehelichen Unterhalt für den Fall verzichten, dass keine weiter Kinder aus der Ehe zu betreuuen sind und diese Regelung an ein bestimmtes Alter der Kinder anpassen. So hätte Ihr Mann eine gewisse Sicherheit.



Nachfrage vom Fragesteller 19.04.2009 | 19:18

Sehr geehrter Rechtsanwalt,

was ist mit Verbindlichkeiten im Innenverhältnis gemeint?
Vielen Dank!

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 19.04.2009 | 19:43

Gegenüber der Bank haften sie als Gesamtschuldner.Dies ist das Aussenverhältnis.Im Verhältnis der Ehegatten zueinander kann sich eine andere Haftungsverteilung ergeben.Im Ergebnis würde die Freistellung im Innenverhätnis bedeuten ihr Mann zwar der Bank verpflichtet bleibt dass sie im aber die gezahlten Beträge zu einem späteren Zeitpunkt zurückerstatten.

Mit freundlichen Grüßen

Oliver Wöhler,Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 2009-04-19 | 19:20


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