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Haus geerbt-Einwilligung Familiengericht für Renovierung notwendig ?


| 23.09.2011 09:45 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Gerhard Raab


| in unter 2 Stunden

Sehr geehrte Damen und Herren,

mein Vater hat mir(Tochter)eine Miteigentumshälfte und seinen beiden Enkelkindern (minderjährig)die andere Miteigentumshälfte (je zur Hälfte) an Haus und Grund vererbt.
Am Untervermächtnis der beiden Kinder habe ich den lebenslangen und unentgeltlichen Nießbrauch.
Das Haus ist 40 Jahre alt und muss renoviert werden, evtl. auch Abriss/Neubau notwendig. Muss ich hier vor jeder Renovierung das Familiengericht um Einwilligung bitten ? Ist ein Abriss und eine Neubebauung möglich ? Muss eine evtl. Einwilligung durch einen Rechtsanwalt beantragt werden ?
Vielen Dank.
Trifft nicht Ihr Problem? Wir haben 425 weitere Antworten zum Thema:
23.09.2011 | 10:46

Antwort

von

Rechtsanwalt Gerhard Raab
744 Bewertungen
Sehr geehrte Fragestellerin,

zu Ihrer Anfrage nehme ich wie folgt Stellung:


1.

Sie und die beiden Enkel Ihres verstorbenen Vaters sind je zu 1/2 Miteigentümer eines Hausgrundstücks geworden. Damit ist es Ihnen verwehrt ohne die Zustimmung der Miterben (und Miteigentümer) Arbeiten an der Immobilie durchzuführen. Bauliche Maßnahmen bedürfen also der Mitwirkung aller Erben.


2.

Wird ein Minderjähriger Erbe (oder Vermächtnisnehmer), haben grundsätzlich die Eltern das Vermögenssorgerecht betreffend das ererbte Vermögen. Hat der Erblasser den Ausschluß beider Elternteile als Vermögenssorgeberechtigte verfügt, wird das Familiengericht einen Ergänzungspfleger nach § 1909 BGB bestimmen. D. h. hier kommt es auf den Inhalt der letztwilligen Verfügung des Erblassers an.


3.

Damit gilt Folgendes: Zunächst müssen Sie klären, wer die Vermögenssorge hinsichtlich des Nachlasses der minderjährigen Enkel hat. Mit den Sorgeberechtigten sind sodann Maßnahmen abzustimmen.


Mit freundlichen Grüßen

Gerhard Raab
Rechtsanwalt


Nachfrage vom Fragesteller 23.09.2011 | 11:13

Sehr geehrter Herr Raab,
vielen Dank für die schnelle Antwort.

Bei den Enkeln handelt es sich um meine eigenen Kinder. Sorgeberechtige sind mein Mann und ich. Ein Ausschluss seitens des meines Vaters wurde nicht verfügt. Der Nießbrauch liegt bei mir.
Verstehe ich es richtig, dass wir alle Entscheidungen über Renovierung und ggf. Abriss des Hauses ohne Einschaltung des Familiengerichtes treffen können ?

Vielen Dank.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 23.09.2011 | 14:49

Sehr geehrte Fragestellerin,

zu Ihrer Nachfrage nehme ich wie folgt Stellung:


1.

Nein, so ganz ohne Unterrichtung bzw. Einschaltung des Familiengerichts geht das nicht.

Als Eltern müssen Sie über das Vermögen, das die Kinder geerbt haben, ein Nachlaßverzeichnis erstellen und dem Familiengericht vorlegen. Sie verwalten das von den Minderjährigen geerbte Vermögen lediglich. In bestimmten Fällen bedarf es deshalb der Genehmigung durch das Familiengericht. Das gilt z. B. für Grundstücksgeschäfte, für Miet- und Pachtverträge, Kreditaufnahmen und Bankgeschäfte. Liegt die Genehmigung des Familiengerichts nicht vor, so ist das Rechtsgeschäft unwirksam.


2.

Ein Abriß wird der Genehmigung durch das Gericht bedürfen, da damit das Vermögen der Kinder vernichtet würde. Renovierungen halte ich dagegen für unproblematisch, da damit das Vermögen erhalten oder gar verbessert wird.


Mit freundlichen Grüßen

Gerhard Raab
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 2011-09-23 | 15:25


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3,8/5.0

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ANTWORT VON
Rechtsanwalt Gerhard Raab
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