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Handwerker schickt nach Bestätigung ein gravierend abweichendes Angebot.


25.07.2017 01:41 |
Preis: 60,00 € |

Vertragsrecht


Beantwortet von


in unter 1 Stunde

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich habe bei einer Firma die diverse Handwerker unter einem Dach vereint, (sozusagen als Vermittlerin agiert) die Planung einer neuen Küche in Auftrag gegeben.
Wichtig ist hier, dass die FA lediglich den Sinn hat, dem Kunden die Koordination des Projektes und der beteiligten Firmen abzunehmen sowie die Abläufe unter den Handwerkern zu koordinieren. Die Handwerksunternehmen sind hierbei weiter ungebunden und die empfohlenen Handwerksunternehmen der FA lediglich eine Option.

Ich habe Angebote der verschiedenen Handwerksunternehmen erhalten. Von jeder war einer vor Ort und sah sich die Gegebenheiten an.
Bestätigt wurden alle Angebote, inklusive des meinerseits fraglichen Falls:
Der Elektriker (Inhaber in Person) war vor Ort und sah sich Alles an; schrieb dann ein Angebot (keinen Voranschlag) mit Text:

"Elektroarbeiten Küche incl. neu Zuleitungen und Erweiterung der Unterverteilung."
"Kompl. Elektroinstallation der Küche und Erweiterung der Unterverteilung incl. Material und Stunden.
Schalterprogramm Gira E1 weiss UP."
"Material und Stunden welches nicht im Angebot enthalten ist werden gesondert berechnet."
Summe: 558,11 (brutto)

Zehn Tage, nachdem ich die Angebote bestägtigte, meldet sich der Elektriker telefonisch und meint er habe sich vertan, das Angebot sei gar nicht für mich gewesen, (komischerweise stimmte aber die Rechnungsanschrift und die Leistungsbeschreibung)
er würde ein neues senden.
Am Tag darauf folgte dann das gleiche Angebot, Rechnungnr, UST-IDNR, Datum, alles gleich - abgesehen von der Summe; diese betrug auf einmal 2224,11€ Brutto.

Auf telefonische Nachfrage reagierte er sehr ungehalten und meinte "für den Preis (im alten -bestätigten- Angebot) mach ich Dir höchstens zwei Steckdosen, ich hab nie ne Bestätigung bekommen, also klag doch, da wärst du nicht der Erste"

Die anschliessende Nachfrage bei der FA, die uns den Elektriker vermittelte ergab, dass der Elektriker der FA mitteilte, das Angebot sehrwohl bestätigt bekommen zu haben, er aber bei seiner Meinung bliebe, diesen Preis nicht einhalten zu können.

Die eigentliche Frage nun:
Ist er nach der Bestätigung seines Angebotes meinerseits nicht dazu verpflichtet die beschriebenen Leistungen zum erwähnten Preis zu erbringen?
Mag sein dass er sich vertan hat, aber ist dies nicht unternehmerisches Risiko? Zumal vom Angebot bis zur Bestätigung ca. sieben Tage vergingen und bis er sich es anders überlegte noch einmal zehn Tage?

Ich musste bei der Küchenausstattung schon einige Abstriche machen, dass alles in mein Budget passt, da kann ich mir 1500+ mehr nicht eben leisten. Hätte er diesen Preis zuvor genannt, müsste ich das ganze Projekt abblasen. Was soll ich schliesslich mit Maler und Schreiner, wenn die Elektrik nicht da ist? Mittlerweile ist die Küche angezahlt und das Material bestellt, zudem ist die alte Küche raus, ich habe zur Zeit also keine. Nun verschiebt sich Alles, da ich keinen Elektriker hab, und diesen erwähnten nicht mehr in mein Haus lassen mag, nach dem Telefongespräch.

Welche Möglichkeiten habe ich?

Vielen Dank!
25.07.2017 | 02:05

Antwort

von


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Sehr geehrter Fragesteller,

Wenn er Ihnen das verbindliche Angebot zugesandt hat, und Sie dieses auch bestätigt haben, und in diesem Angebot keinerlei Offenlegung des Rechenweges dargelegt war, kann er vom Angebot nicht mehr zurück getreten. Er könnte sich allenfalls auf einem Irrtum berufen, der allerdings bislang nicht dargetan worden ist und die Frist dafür nun mehr auch nach zwei Wochen abgelaufen ist.
Sie sollten ihn daher noch einmal mit kurzer Frist von 5 Tagen auffordern, die Arbeiten zum günstigeren Preis unverzüglich aufzunehmen. Sie sollten allerdings bereits jetzt schon einmal einen Ersatzelektriker finden, dessen Mehrkosten sie sich dann bei dem ersten Elektriker wiederholen können.

Bei weiteren Fragen oder wenn Sie bei diesem Fall Hilfe brauchen sollten, stehe ich Ihnen selbstverständlich jederzeit zur Verfügung, da unsere Kanzlei auch auf bundesweite Mandate ausgerichtet ist, ohne dass Ihnen dadurch Mehrkosten entstehen. Die von Ihnen entrichtete Beratungsgebühr würde im Falle einer Beauftragung angerechnet werden.

Mit freundlichen Grüßen


Hoffmeyer, LL.M.
Rechtsanwalt


Nachfrage vom Fragesteller 25.07.2017 | 03:15

Sehr geehrter Herr Anwalt,

vielen Dank für Ihre Antwort.
was mir nicht ganz erkenntlich ist:

Hat der Elektriker denn nicht die "Irrtums-Frist" in meinem Falle mit Anruf nach zehn und Schreiben eines gleichen/neuen Angebotes elf Tage Nach Angebotsbestätigung eingehalten?

Woran erkennt der Laie ein "verbindliches" Angebot?

Ich bin nicht sicher, ob diese Art Nachfrage den Richtlinien entspricht, jedoch beabsichtigte ich diese Umstände nach meiner Eingangsfrage geklärt zu haben. Evtl. haben Sie ja Nachsehen.

Gerne melde ich mich dann persönlich bei Ihnen.

Danke!
Herr Fragesteller
;)

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 25.07.2017 | 08:49

Sehr geehrter Fragesteller,

bei der Anfechtung kommt es ebenfalls auf die Begründung an, sprich der Darlegung, wie sich der Irrtum im Detail ausgewirkt hat. Dies läge nur dann vor, wenn die Kalkulation offen gelegt gewesen wäre und entsprechend sich ein Fehler eingeschlichen hatte, da ansonsten dem Missbrauch Tür und Tor geöffnet würde, könnte sich jeder Handwerker stets auf einen nachträglichen Irrtum in der internen Kalkulation berufen.
Das verbindliche Angebot erkennt man daran, dass im Angebot nicht die Wörter "freibleibend" oder "unverbindlich" benutzt worden sind oder sonstige Hinweise, die darauf schließen lassen, dass er sich eine Bestätigung des Vertrages erst noch vorbehält.

Bei weiteren Fragen oder wenn Sie bei diesem Fall weitere rechtliche Hilfe brauchen sollten, schreiben Sie mich bitte direkt per E-Mail an, da diese Plattform nur eine einmalige Nachfrage erlaubt, ich Ihnen aber auch weiterhin bei kostenfreien Nachfragen zur Verfügung stehen möchte und unsere Kanzlei auch auf bundesweite Mandate ausgerichtet ist, ohne dass Ihnen dadurch Mehrkosten entstehen. Die von Ihnen entrichtete Beratungsgebühr würde im Falle einer Beauftragung angerechnet werden.

Mit freundlichen Grüßen


Hoffmeyer, LL.M.
Rechtsanwalt

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