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Handwerker Leistung und Rechnung ohne Auftrag


| 07.12.2015 03:50 |
Preis: ***,00 € |

Vertragsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Daniela Désirée Fritsch



Ich habe Anfang des Jahres eine noch im Bau befindliche Wohnung zu einem Fixpreis erworben. Änderungen am Standard mussten mit den jeweiligen Subunternehmern des Bauträgers selbst vertraglich fixiert und bezahlt werden. Ich habe mir für das Bad ein Angebot für den Einbau einer Duschtrennwand, Einbaumöbel und Duscharmatur senden lassen. Nachdem dieses Angebot mir zu hoch erschien habe ich die Fachfirma per Mail informiert, dass ich das Angebot nicht annehme.

Mitte des Jahres habe ich dann einen Anruf von einem Subunternehmer der Installationsfirma erhalten, dass er den Auftrag hat, eine Duschtrennwand zu vermessen. Ich habe darauf (leider nur telefonisch) betont, dass ich keine Duschtrennwand in Auftrag gegeben habe. Der Handwerker meinte dann, dass alle Wohnungen in diesem Haus im Rahmen des Bauträgervertrags Standard-Duschtrennwände erhalten. Ich habe dann das Aufmaß und den Einbau durchführen lassen.

Im Herbst diesen Jahres habe ich dann die Wohnung (mit Duschtrennwand) wieder verkauft.

Im November diesen Jahres habe ich dann von der Installationsfirma eine Rechnung über Aufmaß und Einbau der Duschtrennwand erhalten. Ich habe dann schriftlich der Rechnung widersprochen.

Nun hat mich ein Mitarbeiter der Installationsfirma angerufen und hat mitgeteilt, dass ihnen mit dem Einbau ein Fehler unterlaufen ist, dass auch wirklich kein Auftrag vorliegt, dass ich aber jetzt entweder die Duschwand zu bezahlen hätte oder sie wieder demontiert werden muss.

Ich kann jetzt von dem neuen Eigentümer der Wohnung weder die Demontage der Duschwand verlangen, noch will ich eine Rechnung über 1300 Euro bezahlen.

Wie ist hier die Rechtslage? Muss ich die Rechnung bezahlen, wenn die Duschwand nicht ausgebaut werden kann?

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Sehr geehrte Mandantin,

gerne lasse ich Ihnen einige Informationen zur Rechtslage in Ihrem Fall zukommen.

Zunächst gehe ich davon aus, dass Sie die Einholung des ersten Angebots nur der Vollständigkeit halber erwähnt haben, dieses jedoch eine andere Firma betraf, als diejenige, welche die Duschwand letztlich eingebaut hat.

Ich kenne nicht den Rahmenvertrag mit dem Bauträger und die vereinbarten Standards, vermute aber, dass die Duschtrennwand diesen entspricht.
Auf dieser Basis ist davon auszugehen, dass Sie mit der Duldung der Durchführung des Aufmaßes und der Einbauarbeiten einen wirksamen Auftrag an die Installationsfirma erteilt haben.
Sie sollten in diesem Zusammenhang wissen, dass es nicht notwendig ist, einen solchen Auftrag schriftlich zu erteilen. Durch Ihr Verhalten haben Sie zum Ausdruck gebracht, dass sie die Durchführung der Arbeiten wünschen, was eine mündliche Beauftragung, bzw. eine solche durch schlüssiges Verhalten bedeutet. Diese war und ist wirksam.

Nun ist es aber ja so, dass das Unternehmen, das den Einbau vorgenommen hat, selbst Kontakt zu Ihnen aufgenommen hat. Eventuell wurde Ihr damaliger "telefonischer Widerspruch" dort in der EDV entsprechend vermerkt.
Diesen Umstand sollten Sie sich zu Nutze machen und versuchen, sich mit dem Betrieb gütlich zu einigen. Ihr Ziel sollte dabei ein deutlicher Preisnachlass sein. Sie können im Rahmen der Verhandlung auf die ungünstigen Umstände der Auftragserteilung sowie darauf hinweisen, dass ein Ausbau wegen des zwischenzeitlichen Verkaufs nicht mehr in Betracht kommt. Falls keine eindeutige Aufklärung über die entstehenden Kosten stattgefunden hatte, könnte auch dies ein Ansatzpunkt sein.
Dass die Gegenseite von sich aus ein Verschulden einräumt, "ruft" ja geradezu nach einem Preisnachlass. Bitte beachten Sie aber, dass Sie die Leistung vom Grunde her bezahlen müssen.

Ich hoffe, dass ich Ihnen mit diesen Angaben weiterhelfen konnte und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen.

Mit freundlichen Grüßen

Daniela Désirée Fritsch
Rechtsanwältin

Nachfrage vom Fragesteller 07.12.2015 | 05:58

Ich muss jetzt nochmals nachfragen:

Die Einholung des ersten Angebots war auch von der Firma, die für die Standardausführung im Rahmen des Bauträgers zuständig war. Diese Firma hat mir dann das Angebot für die Sonderleistungen geschickt. Ich habe dieses dann schriftlich abgelehnt und dabei darauf hin gewiesen, dass ich nur den Standard ohne Sonderausführungen und -aufpreis eingebaut haben will.

Darauf hin wurde ich einige Wochen später von dieser Firma angerufen, dass ein Aufmaß für die Duschwand und deren Einbau erfolgen soll. Ich habe den Monteur nochmals darauf hingewiesen habe, dass ich keine Zusatzleistungen beauftragt habe (das leider nur telefonisch) und nur Standardleistungen haben möchte. Darauf meinte der Monteur, er habe den Auftrag im ganzen Haus Duschwände einzubauen. Ich ging also von einer Standardleistung aus.

Inzwischen habe ich vom Bauträger erfahren, dass für meine Wohnung die Duschwand nicht als Standard vorgesehen war.

Auch wenn ich ggf eine gütliche Einigung herbeiführen würde, aber muss ich Ihrer Meinung nach wirklich zahlen?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 07.12.2015 | 06:24

Sehr geehrte Fragestellerin,

so hört sich die Sache schon anders an. Gäbe es nur das ablehnende Telefonat, wäre ein Nachweis für Sie natülich schwierig. Wenn Sie aber auch schriftlich abgelehnt hatten, lag in der Tat kein Auftrag für eine Sonderleitung vor.

Das Problem ist nun natürlich, dass Sie mehr erhalten haben als gewünscht. Sie hätten daher streng genommen bereits direkt nach dem Einbau rügen müssen, dass die eingebaute Duschwand "falsch" war. Sie müssten dann nachweisen können, dass Ihnen unbekannt war, dass die eingebaute Version nicht dem Standard entsprach. Hierzu müssten Sie die Verträge zu Rate ziehen. Wenn hierin keine genaueren Angaben zu finden sind, musste Ihnen die Abweichung auch nicht bekannt sein.
Der Rückbau wäre Ihnen dann nicht zuzumuten und die Firma würde auf den Mehrkosten sitzen bleiben.

War es für Sie aber klar erkennbar, weil die tatsächlich eingebaute Abtrennung, dem von Ihnen eingeholten Angebot entsprach, sieht die Beweislage für Sie schlecht aus und Sie werden die Kosten tragen müssen.

Eine abschließende Beurteilung ohne Kenntnis der Unterlagen ist mir in diesem Rahmen hier daher nicht möglich.

Mit freundlichen Grüßen

Daniela Désirée Fritsch
Rechtsanwältin

Bewertung des Fragestellers 07.12.2015 | 06:42


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