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Handwerker, gravierende Abweichung zwischen Angebot und Schlussrechnung


| 05.10.2017 14:01 |
Preis: 55,00 € |

Vertragsrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Sehr geehrte Damen und Herren,

bitte beurteilen Sie folgenden Sachverhalt:
Wir haben zur Sanierung unserer Einfahrt von einem Handwerker ein Angebot erstellen lassen.
Vor der Abgabe des Angebotes hat der Anbieter sich vor Ort ein Bild vom Ausmaß der Arbeiten gemacht.
Das Angebot ist freibleibend und der Betrag lautet über 5958,93 Euro.
Wir haben anschließend den Handwerker auf Grundlage des Angebotes beauftragt die Arbeiten durchzuführen.

Nach Abschluss der Arbeiten haben wir nun die Schlussrechnung erhalten die eine erhebliche Abweichung vom Angebot aufweist.
Der Gesamtbetrag beläuft sich nun auf 8161,45 Euro.

Während der Baumaßnahmen haben wir keinen Hinweis auf die deutliche Steigerung erhalten.

Nun die Frage:
Ist eine solche erhebliche Abweichung zulässig oder müsste der Bauunternehmer zumindest darauf hinweisen wenn er erkennt das es deutlich teurer wird wie angenommen?
Bei einem Kostenvoranschlag gibt es meines Wissens nach eine Obergrenze für eine solche Abweichung.
Wie sieht das im Falle eines freibleibenden Angebotes aus?
Müssen wir die komplette geforderte Summe bezahlen?

Im voraus vielen Dank!
05.10.2017 | 14:35

Antwort

von


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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:
Ein Vertrag kommt zustande durch zwei übereinstimmende Willenserklärungen, das Angebot und die Annahme.
Gibt der eine Vertragspartner ein "freibleibendes" Angebot ab, so ist seine Willenserklärung nicht als Angebot zu verstehen, sondern als Aufforderung zur Abgabe eines Angebots zu verstehen, so der Palandt, § 145, Rn. 4.
Das bedeutet, Sie haben damit das Angebot abgegeben, dass der Handwerker zu dem von ihm selbst bestimmten Preis tätig wird. Er hat angenommen, spätestens als er mit den Arbeiten anfing.

Eine solche erhebliche Abweichung müssen Sie nicht hinnehmen, insbesondere da Sie nicht während der Baumaßnahme darauf hingewiesen wurden.
Im Rahmen des Kostenvoranschlages wird eine Überschreitung von 10 - 20% als unwesentlich angesehen, teilweise aber auch noch 25%. Dies kommt auf den Einzelfall an.
Sie könnten dem Handwerker in Analogie zum Kostenvoranschlag eine Erhöhung des ursprünglich vereinbarten Preises um 15% anbieten. Die Komplettsumme müssen Sie nicht zahlen.

Ob Sie überhaupt eine Erhöhung zahlen, liegt aber in Ihrem Ermessen. Der Handwerker hat durch Beginn der Arbeiten Ihr Angebot angenommen.

Allerdings wird er es vermutlich nicht dabei belassen, wenn Sie eine Zahlung der überschiessenden Betrages komplett ablehnen. Sie müssen sodann damit rechnen, dass er anwaltlich/ gerichtlich gegen Sie vorgeht.
Insofern wäre es möglicherweise ratsam, auf den Handwerker zuzugehen und zumindest einen Teil der erhöhten Kosten zu zahlen.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.
Gerne bin ich Ihnen auch bei der weiteren Durchsetzung Ihrer Rechte gegenüber dem Handwerker behilflich.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwältin Wibke Türk

Ergänzung vom Anwalt 05.10.2017 | 14:56

Meine Antwort möchte ich insofern ergänzen, als dass es auf sämtliche Details des Einzelfalles ankommt.
Haben Sie während der Ausführung irgendeinen Hinweis darauf erhalten, dass eine Preissteigerung erfolgen wird, etwa durch deutliche Überschreitung der vorher vereinbarten Ausführungsdauer (hier insbesondere unterschriebene Stundenzettel, o.ä.), so könnte sich die rechtliche Bewertung ändern.
Bewertung des Fragestellers 05.10.2017 | 14:54


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