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Halbschwester fragt nach 8 Jahren nach Erbe - Verjährung?


| 11.12.2012 19:51 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Karlheinz Roth



Sehr geehrte Damen und Herren,

erbitte um Rat zu nachfolgeden Sachverhalt.

Mein Vater verstarb April 2004, er hinterließ 4 Kinder, die alle zu gleichen Teilen pflichteilerbberechtigt waren.
Er besaß nur Geld, dieses Geld lag auf einem Sparkonto. Ich habe es mit Vollmacht meiner
3 Halbgeschwister und vorhandenem Erbschein abgehoben. Habe Kosten von Vaters Beerdigung davon bezahlt. Einen Teil sofort an die übrigen ausgezahlt. Einen kleinen Betrag habe ich für Grabpflege usw. zurückgelegt.
Eine Halbschwester von mir war dann nicht zu erreichen, unbekannt verzogen, das war Ende 2004, so konnte ich ihr das zustehende Erbe nicht auszahlen. Adresse und Handynummer bis dato nicht bekannt. Meine Handynummer ist bis heute nachweislich immer die gleiche geblieben.
Sie hätte mich zu jeder Zeit anrufen können.

Da meine leibliche Mutter 2005 gestorben war, habe ich das restliche Geld für diese Beerdigung genommen, weil sonst das Sozialamt die Kosten hätte tragen müssen. Das Geld (Erbteil) ist nun nicht mehr vorhanden, da ausgegeben.
Nun kommt meine Halbschwester nach über 8 Jahren im Dez.2012 und fragt nach dem Erbe.

Ist hier eine Verjährung eingetreten, so dass ich ihr das Geld nicht mehr auszahlen muss.

Vielen Dank für Ihren Rat.
MfG

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Sehr geehrte Ratsuchende,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich auf der Grundlage der von Ihnen gemachten Angaben wie folgt beantworte.
Durch Weglassen oder Hinzufügen weiterer Sachverhaltsangaben Ihrerseits kann die rechtliche Beurteilung anders ausfallen, so dass die Beratung innerhalb dieses Forums lediglich eine erste rechtliche Orientierung in der Sache darstellt und keinesfalls den Gang zu einem Kollegen vor Ort ersetzen kann.

Dies vorausgeschickt wird das Folgende ausgeführt:


Seit dem 01. Januar 2010 verjähren erbrechtliche Ansprüche der vorliegenden Art in der Regelverjährungszeit nach 3 Jahren, vgl. § 195 BGB Vorher galt eine Verjährungsfrist von 30 Jahren.

Auf Grund der Überleitungsvorschriften des Artikel 229 § 23 EGBGB ist die neue Verjährungsfrist, da diese früher als die ehemalige Verjährungsfrist endet, anzuwenden.

Dies bedeutet in Ihrem Fall, dass ab dem 1.1.2010 die dreijährige Verjährungsfrist zu laufen beginnt. Somit verjährt der Erbanspruch Ihrer Halbschwester am 31.12.2012.


Ich hoffe, dass ich Ihnen in der Sache weiterhelfen konnte.
Für eine kostenlose Rückfrage stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung. Sollten Sie eine darüber hinausgehende Vertretung in Erwägung ziehen, empfehle ich Ihnen eine Kontaktaufnahme über die unten mitgeteilte E-Mail-Adresse. Die moderne Kommunikation ermöglicht insoweit auch die Überbrückung größerer Entfernungen.




Mit freundlichen Grüßen
K. Roth
- Rechtsanwalt und zertifizierter Testamentsvollstrecker -

Rechtsanwaltskanzlei K. Roth
info@kanzlei-roth.de
www.kanzlei-roth.de
http://www.kanzlei-roth.de/kontakt.php
Tel. 040/317 97 380
Fax: 040/31 27 84
Johannisbollwerk 20
20459 Hamburg

Nachfrage vom Fragesteller 13.12.2012 | 17:57

Sehr geehrter Herr Roth,
vielen Dank für die schnelle Beantwortung meiner Frage.
Ich hätte aber eine Nachfrage dazu.
Sehe ich die Sachlage jetzt richtig, wenn meine Schwester bis zum 01.01.2013 keine gerichtliche Maßnahme gegen mich erwirkt, dann ist die Sache für mich als verjährt anzusehen und ich müsste ihr das Geld nicht mehr auszahlen?

Mfg

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 13.12.2012 | 18:01

Sehr geehrte Ratsuchende,

vielen Dank für Ihren Nachtrag.

Die Sach- und Rechtslage haben Sie vollkommen richtig verstanden.


Mit freundlichen Grüßen
RA K. Roth

Bewertung des Fragestellers 13.12.2012 | 18:03


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FRAGESTELLER 13.12.2012 5/5.0
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