Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
142.052 Fragen, 59.692 Anwaltsbewertungen
450.863
Registrierte
Nutzer
businessandmore.de Anwalt? Hier lang  | 4 Anwälte online

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Haftungsrecht und elterliche Aufsichtspflicht


12.08.2004 20:12 |
Preis: ***,00 € |

Generelle Themen



Meine sechs Jahre alte Tochter ist geistig normal entwickelt und wird nach den Sommerferien regulär in Deutschland eingeschult. Beim Spielen auf der Straße (Anliegerstraße, Sackgasse) hatte ich Sie eine halbe Stunde unbeaufsichtigt gelassen. In dieser Zeit hat sie zusammen mit der gleichaltrigen Nachbarstochter im arglosen "Spiel" den in einem offenen Carport geparten Wagen eines Nachbar beschädigt (Sand auf Motorhaube geschichtet, zerkratzt). Nach §828 BGB ist sie nicht schuldfähig. Habe ich im konkreten Fall meine Aufsichtsplicht verletzt und bin nach §832 BGB ersatzpflichtig?
Sehr geehrte Ratsuchende/r,

nach ständiger Rspr. kann man sowohl vertreten, dass Sie Ihre Aufsichtspflicht nicht verletzt haben als auch das Gegenteil.

Der Aufsichtsbedürftige (also das Kind) ist zu beobachten, zu belehren und aufzuklären, zu leiten, und auf sein Verhalten ist Einfluss zu nehmen. Bei Kindern bestimmt sich das Maß der gebotenen Aufsicht nach Alter, Eigenart und Charakter, nach der Voraussehbarkeit des schädigenden Verhaltens sowie danach, was verständige Eltern nach vernünftigen Anforderungen in der konkreten Situation an erforderlichen und zumutbaren Maßnahmen ergreifen müssen, um Schädigungen Dritter durch ihr Kind zu verhindern (BGH NJW 93, 1003).

Eine Verletzung dieser Pflicht wurde verneint, wenn ein 6-jähriger in vertrauter Umgebung ohne Begleitung radfahren darf (Celle NJW-RR 88, 216), wenn ein 6-jähriges Kind bei Spiel außerhalb der Wohnung nur gelegentlich beobachtet wird (Köln FamRZ 62, 124), wenn ein 6-jähriger Schüler auf dem Schulweg nach häufiger Belehrung und Begleitung nicht ständig beaufsichtigt wird (Oldbg VersR 72, 54).

Fraglich ist, ob die halbe Stunde, die Ihr Kind unbeaufsichtigt war, schon zu lang war. Es kommt hier darauf an, wie Ihr Kind sich sonst verhält. Ist es eher ein Rabauke, wäre die Zeit zu lang, ist es eher ein sehr "braves" und vernünftiges Mädchen, ist die halbe Stunde nicht zu lang.

Sofern Sie eine Haftpflichtversicherung haben, sollten Sie dieser den Schadensfall melden.

Ansonsten muss ich leider sagen, dass es 50/50 ausgehen kann: Man kann die Verletzung der Aufsichtspflicht annehmen oder nicht.

Ich rate Ihnen in jedem Fall, sich ausführlich anwaltlich beraten zu lassen.

Ich hoffe, Ihnen zunächst weitergeholfen zu haben und verbleibe

mit freundlichen Grüßen
Michaela Albrecht
Rechtsanwältin

Elbestraße 33, 64390 Erzhausen
Tel.: 06150 / 961 994
Fax 06150 / 961 995

info@albrecht-rechtsanwaeltin.de
www.albrecht-rechtsanwaeltin.de
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 53867 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Spitzenmäßig!!! Sehr umfangreich, frisch und freundlich beantwortet. Besser geht nicht :-) ...
5,0/5,0
Sehr kompetente und schnelle Antwort. Tausend Dank für Ihre Hilfe ! ...
5,0/5,0
schnell und kompetent ...