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Haftung für Fitnessbereich im Unternehmen


02.08.2017 00:59 |
Preis: 70,00 € |

Sportrecht


Beantwortet von


Zusammenfassung: Es geht um Haftungsfragen beim der Bereitstellung eines betrieblichen Fitnessraums.


In meinem Unternehmen habe ich einen kleinen Fitnessbereich eingerichtet (vier einfache Gerät; Klimmzugstange; Hanteln). Dort trainiere ich selbst und würde es auch gerne den Angestellten zur Verfügung stellen, wenn sie es nach Feierabend/während der Pause nutzen wollen.

Die Geräte müssen laut Hersteller nicht grundsätzlich regelmäßig gewartet werden. Ich möchte auch keinen Verwaltungsaufwand/Kosten diesbezüglich haben. (Prüfen lassen, dokumentieren, etc.).

Ist es möglich, die Haftung für die Nutzung/Training in dem Bereich auszuschließen? Falls ja: Welche Kernpunkte muss ich beachten?

Vielen Dank!
02.08.2017 | 04:56

Antwort

von


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Naheliegend wäre natürlich der Abschluss einer spezifischen Versicherung über Ihre betrieblichen Versicherungen hinaus, bzw. eine solche Versicherung in die bestehenden Versicherungen einzugliedern. Ihre Versicherungsagentur sollte her entsprechende Nachweise liefern können.

Denn rechtlich ist die Sache durchaus komplex.

Im Sportrecht gilt allgemein der Grundsatz des „Handelns im erlaubten Risiko", eine Sonderform der Fahrlässigkeit, die eine Haftung reduzieren oder gar ausschließen kann, es sei denn, der Rahmen der konkret ausgeübten Sportart wurde in haftpflichtiger Weise (= grobe Regelverstöße) überschritten.

"Haftungsfreistellung bei gemeinsamer Sportausübung" BGH und z.B. AG Bremen Az: 7 C 161/2003, 7 C 161/03: Durch seine freiwillige Teilnahme bringt der Sportler zum Ausdruck, dass er das Risiko von Verletzungen, die trotz Regeleinhaltung entstehen, nicht auf den Mitspieler abwälzen will und deswegen keine Schadensersatzansprüche erheben wird."

Das wäre etwa anwendbar, wenn sich Ihre Mitarbeiter z. B. beim Bankdrücken o.ä gegenseitig Hilfestellung leisten.

Zum Zustand und der Kontrolle und Wartung der Geräte:

OLG Hamm (Az: 9 U 166/02 ): Gemeinde als Betreiberin einer Sporthalle, in der Basketball gespielt wird, muss Vorkehrungen durch Warnhinweise treffen, dass von der Konstruktion des Korbs etwa beim Anhängen an den Korb im Wege keine Unfallgefahr ausgeht. Auch dann, wenn das Basketballbrett von einer Fachfirma montiert und regelmäßig kontrolliert wurde. Fundstellen: NJW-RR 2003, 1183 = SpuRt 2003, 248. Volltext: 9U166-02.
(Quellen m.w.N: sportrecht.org)


Welche Folgen ein mangelhaftes Gerät haben kann, zeigt ein Fall vor dem LG Coburg:
Es gab der Klage eines verletzten Sportlers teilweise statt und verurteilte den Studiobetreiber zu Schmerzensgelde in Höhe von 4000 Euro. Er habe seine Pflicht zur Kontrolle und Wartung der Sportgeräte verletzt. Er hätte erkennen können, dass sich auf einem Zugseil Rost gebildet hatte und einzelne Faserstränge heraus standen (LG Coburg, Urteil v. 03.02.2009, Az.: 23 O 249/06).

Und schließlich ist noch von Bedeutung, ob das Training in den Pausen der Arbeitszeit absolviert, oder außerhalb, also nach Feierabend und ob minderjährige Personen (Auszubildende) teilnehmen, die wie bei der Arbeit, so auch beim Betriebssport zu beaufsichtigen wären.

Fazit:

Vorsatz und grobe Fahrlässigkeit lassen sich in keiner Weise ausschließen. Darüber hinaus haften Sie als Betriebsinhaber und als unentgeltlicher Betreiber der Sportstätte für die oben skizzierten Risiken, die Sie deshalb auf jeden Fall versichern sollten.
Haben Sie aber bitte Verständnis, dass dies eine summarische Erstbewertung aus der Ferne ist, die eine abschließende anwaltliche Beratung vor Ort (Augenschein auch des Sportraums!) nicht ersetzten kann. Denn die Fülle der sportrechtlichen Entscheidungen der Gerichte in Haftungsfragen sind ausgesprochen kasuistisch (= jeweils auf den konkreten Fall bzw. die konkrete Sportausübung bezogen.)

Freundliche Grüße
Ihr
Willy Burgmer
- Rechtsanwalt


Rechtsanwalt Krim.-Dir. a.D. Willy Burgmer

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