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Haftung eines Klempners für Folgeschäden


| 31.05.2007 23:46 |
Preis: ***,00 € |

Baurecht, Architektenrecht


Beantwortet von



Ich habe einen Klempner mit dem Einbau eines Verbindungsrohres von der Pumpe im Keller zur Abflussleitung mit Rückstauklappe beauftragt.
Die Arbeit wurde ausgeführt; die Rechnung wurde bezahlt.
In unregelmäßigen Abständen habe ich Wasser auf dem Kellerfußboden festgestellt.
Die Ursache dafür konnte ich nicht feststellen.
Ich habe einen Architekten beauftragt. Auch dieser hatte zunächst keine Erklärung. Er vermutete dürckendes Wasser durch eine defekte Abwasserleitung und empfahl mir die Abflussleitung per Videoaufzeichung untersuchen zu lassen.
Die Vidioüberprüfung ergab keine Schäden an den Rohren.
Ein zu Rate gezogener Bauunternehmer vermutete den Fehler im Rückstauventil. Ich beauftragte den Klempner mit der Überprüfung des von ihm eingebauten Rückstauventils. Er teilte mit mit, dass dieses defekt gewesen sei und er es ausgetauscht habe. Durch das defekte Rückstauventil konnte das Wasser der Pumpe nicht abfließen und verteilte sich auf dem Kellerfußboden.
Der Klempner will nur die Kosten für den Austausch des Ventils übernehmen. Strittig sind die mir entstandenen Kosten für
- Videoinspektion der Abflussrohre
- Honorar des Architekten für die Fehlersuche
- meine Aufwände für div. vor Ort Termine mit Architekten und Bauunternehmen zur Ermittlung der Schadensursache
- Beseitigung des stehenden Wassers im Keller durch den von mir beauftragten Hausmeister.
Zwischen dem Einbau des Ventils und der Überprüfung des Ventils liegen ca. ein Jahr. (wg. der sehr unregelmßig auftretenden Wassereinbrüche)

Wie ist die Rechtslage ?
Muss der Klempner Schadensersatz leisten, wenn ja für welche der o.g. Kosten ?

Viele Grüße
Udo Johannsen
01.06.2007 | 07:47

Antwort

von


85 Bewertungen
Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Frage darf ich wie folgt beantworten:

Grundsätzlich muss der Klempner für die ordnungsgemäße Durchführung seiner Werkvertragsleistung einstehen (§ 635 BGB). Dies gilt auch dann, wenn bereits ein Jahr seit Erbringung der Leistung vergangen ist, da Ihr Nachbesserungsanspruch nicht verjährt ist (§ 634 a BGB). Grundsätzlich sind hierbei auch die Aufwendungen zu erstatten, die durch das mangelhafte Werk verursacht worden sind oder auch die "angemessenen" Kosten, die zur Ermittlung des Schadens oder Mangels geführt haben (§ 635 Abs. 2 BGB).

Aus meiner Sicht wären die Kosten für die Beseitigung des Wasserschadens dem Klempner aufzuerlegen. Die eigenen Aufwendungen für Vororttermine (sofern Sie hier Verdienstausfall meinen) gehören üblicherweise nicht zu den erstattungsfähigen Kosten. Problematisch ist die Erstattungsfähigkeit jedoch hinsichtlich der Kosten der Videoüberwachung und der Hinzuziehung des Architekten, da es sich hierbei nicht mehr um angemessene und notwendige Kosten handeln könnte. Der Klempner könnte hier möglicherweise erfolgreich einwenden, dass diese Maßnahmen nicht dazu geführt haben, das fehlerhafte Rückstauventil zu ermitteln. Sie teilen ja mit, dass auch die Videoüberwachung nicht dazu geführt hätte, den tatsächlichen Fehler zu ermitteln. Anders wäre dies möglicherweise zu beurteilen, wenn Sie nach dem Wasserschaden zunächst den Klempner gebeten hätten, sich die Sache einmal anzuschauen, da ein Zusammenhang zwischen Wasserschaden und nicht fachgerechter Reparatur möglicherweise naheliegend sein könnte. Erst wenn dieser dies verweigert hätte, hätten Sie unter Verzugsgesichtspunkten Experten zur Ermittlung der Schadensursache hinzuziehen dürfen.

Die Sache ist aus meiner Sicht jedenfalls nicht besonders eindeutig. Ich würde dennoch überlegen, den Schaden geltend zu machen (insbesondere, wenn eine Rechtsschutzversicherung die Angelegenheit decken sollte), in der Hoffnung mit dem Klempner eine vergleichsweise Lösung zu erzielen, weise aber auf die Risiken bei der Durchsetzung des Anspruchs hin.

Mit freundlichen Grüßen

Eckart Johlige, Rechtsanwalt


Nachfrage vom Fragesteller 02.06.2007 | 18:02

Vielen Dank für die ausführliche Antwort.

Vor Einbau des neuen Rückstauventils gab es immer wieder Feuchtigkeit (z.T. stehendes Wasser) im Keller.

In zeitlichem Zusammenhang mit dem Einbau des Rückstauventils im Rahmen der Verlegung des Abflussrohres wurde eine Mauerwerkstrockenlegung durchgeführt.
Nach Durchführung der Arbeiten trat erneut die Feuchtigkeit auf. Ich vermutete den Fehler in der Mauerwerkstrockenlegung. Die ausführende Firma hat jedoch behauptet, die Arbeiten ordnungsgemäß ausgeführt zu haben und sah die Ursache möglicherweise in drückendem Wasser, ggf. verursacht durch defekte Abwasserrohre. Darum habe ich die Vidioüberwachung beauftragt.

Ändert o.g. Sachverhaltspräzisierung etwas an dem von Ihnen gemachten Ausführungen zum Grad der Notwendigkeit und Angemessenheit der Kosten für Videoüberwachung und Architekt ?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 04.06.2007 | 09:35

Dies ändert grundsätzlich nichts an der aus meiner Sicht bestehenden Ungewissheit, ob die Kosten für die Ermittlungen der Schadensursache tatsächlich auf den Klempner zu übertragen sind. Dies unterliegt der freien Einschätzung des Gerichts.

Hierbei wird im Wege der Einzelfallprüfung zu berücksichtigen sein, ob die Maßnahmen generell geeignet waren, die Schadensursache zu ermitteln oder wenigstens andere Schäden auszuschließen und ob die dabei entstandenen Kosten auch der Höhe nach angemessen sind. Die Kosten wären aus meiner Sicht jedenfalls nicht zu erstatten, wenn es mit zumutbarem Aufwand möglich gewesen wäre, mögliche Schadensursachen durch eine Sichtprüfung auszuschließen (etwa Untersuchung des Ventils).

Bewertung des Fragestellers |


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