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Haftpflicht Lagerhalter - Wechsel in dessen Versicherung um Schadenszeitraum


10.09.2017 10:07 |
Preis: 47,00 € |

Schadensersatz


Beantwortet von



Guten Tag,

Wir hatten von März 2011 bis Juni 2017 u.a. wertvolle Teppiche bei einer Möbelspedition eingelagert. Eine spezielle Lagerversicherung wurde nicht abgeschlossen. Die Spedition hatte die Sachen eigenständig aus dem geräumten Haus verpackt und abgeholt. Dazu war email-schriftlich und unstreitig explizit angewiesen, die Teppiche mottensicher zu verpacken. Das wurde nur mit den kleineren Stücken gemacht, große wurden gerollt aber ansonsten offen eingelagert. Mottenfraß hat sie zum Totalschaden in Höhe von €9000 gemacht wie vom Gutachter der jetzigen Versicherung der Gegenseite schriftlich bestätigt wurde. Aus meiner Sicht und bisher unbestritten handelt es sich um einen Haftpflichtfall da trotz entsprechender Weisung nicht fachgerecht verpackt wurde.

Nun schreibt die Versicherungsgesellschaft der Gegenseite sinngemäß: Die Versicherungsnehmerin habe im Einlagerungszeitraum sowohl den Versicherungsmakler als auch den Versicherer gewechselt. Man selbst sei erst seit 2016 Versicherer und sehe den versicherten Risikozeitraum entsprechend begrenzt. Das Gutachten habe mehrere Generationen Motten erkannt und einen Erstbefall auf 2013 geschätzt. Man müsse sich deshalb mit dem Vorversicherer abstimmen, den man aber nicht kenne. Die Versicherungsnehmerin und der frühere Makler hätten auf Anfragen nicht reagiert. Ich müsse mich bitte gedulden.

Meine Frage: Muss ich mir dieses Verwirrspiel – das m.E. nur im Innenverhältnis besteht – entgegenhalten lassen und wie kann ich sinnvoll vorgehen um meinen Schadenersatzanspruch bald erfüllt zu bekommen?
10.09.2017 | 12:19

Antwort

von


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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Sie haben nach Ihrer Schilderung unzweifelhaft einen Schadensersatz gegen Ihren Vertragspartner aus dem Einlagerungsvertrag, die Spedition. Hierbei spielt es auch keine Rolle, wann der Schaden eingetreten ist, solange sicher ist, dass dies während der Einlagerungszeit und damit im Verantwortungsbereich des Einlagerers geschah.

Wie Sie bereits richtig erkannt haben, betreffen mögliche Unsicherheiten hinsichtlich des Eintretens der aktuellen Versicherers nur das Innenverhältnis zwischen Spedition und Versicherung. Sie haben keinen Vertrag mit der Versicherung geschlossen, sondern mit der Spedition. Bei Schwierigkeiten mit den Versicherungen muss die Spedition ggf. den Schaden zuerst aus eigener Tasche begleichen und dann versuchen, das Geld von der Versicherung zurückerstattet zu bekommen.

Da die Haftung der Spedition für den Schaden sowie die gutachterlich festgestellte Schadenshöhe nicht bestritten wird, sollten Sie sich direkt an Ihren Vertragspartner und Verursacher des Schadens, die Spedition, wenden und diese unter angemessener Fristsetzung von 14 Tagen zum Ausgleich des Schadens auffordern. Bei fruchtlosem Ablauf sollten Sie einen auf Vertragsrecht und Schadensersatz spezialisierten Anwalt vor Ort einschalten, der die Ansprüche gegen die Spedition dann wenn nötig auch gerichtlich geltend machen kann.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Jan Wilking

Nachfrage vom Fragesteller 12.09.2017 | 04:47

Danke sehr. Das hilft.
Nur der Vollständigkeit halber: Es gibt ja Spezialvorschriften für (Möbel-) Spediteure einerseits und das Versicherungsvertragsgesetz andererseits. Steht Ihrer Aussage keine davon entgegen? Danke

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 12.09.2017 | 08:11

Vielen Dank für ihre Nachfrage.

Nach Ihrer Schilderung handelt es sich um einen Lagervertrag, wobei das Gesetz eine grundsätzliche Haftung des Lagerhalters für Beschädigung des Gutes vorsieht (§ 475 HGB). In bestimmten Fällen kann dem Geschädigten zwar auch ein Direktanspruch gegen die Versicherung zustehen (vgl. 115 VVG), dies schließt aber die Geltendmachung des Anspruchs gegen den Schädiger nicht aus. Insofern sind mir keine gesetzlichen Vorschriften bekannt, die einer Geltendmachung eines Schadensersatzanspruches gegen den Schädiger aufgrund der Obhutspflichtverletzung entgegen stehen würden.

Mit freundlichen Grüßen

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