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HWK, Kunsthandwerker (Hersteller) gegen Feintäschner


06.12.2016 11:10 |
Preis: 25,00 € |

Gesellschaftsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Patrick Maisch



Hallo, am 01.04.16 habe ich mich für meinen Gewerbeschein als Kunsthandwerker beworben. Ich mache Gürtel, Armbänder, Schultertaschen, Geldbeutel und Heimdeko aus Leder. Alles was ich mache, ist nach wunsch und maß. Ich arbeite zu Hause und mache keine Massenproduktion. Kleingewerbe. Ein paar Tage später schickte mir die Stadt eine korrigierte Gewerbe-Anmeldung als Hersteller von Lederwaren (z.B. Taschen). Ich sah kein Problem. Ein paar Monate später begann ich, Rechnungen der Handwerkskammer Schwaben zu erhalten. Mir wurde gesagt, dass ich kein Kunsthandwerker bin, sondern ein Feintäschner und ich muss die Rechnung bezahlen. Die HWK sagte mir, ich müsse mich selbst als Hersteller abmelden und mich als Feintäschner neu anmelden. Ich versuchte zu verstehen, warum, aber bekam keine andere Antwort als ich Taschen machen, daher bin ich ein Feintäschner. Ich könnte 5 Taschen pro Jahr machen. Ich habe im Internet gesucht und andere Lederarbeiter gefragt. Niemand kann mir das erklären. Einige haben gesagt, ich bin ein Kunsthandwerker und andere nicht. Es scheint, dass die HWK will einfach mein Geld. Meine Arbeit beinhaltet punzieren (Kunst), Färbung des Leders in verschiedenen Farben und verschiedenen Stilen. Ich sehe mich als Künstler, der mit Leder und nicht Leinwand arbeitet. Kann jemand klären, was meine Berufsbezeichnung ist? Die Stadt (Regierung) hatte kein Problem mit mir als Hersteller. Wer ist der HWK, mir zu sagen, dass die Regierung falsch ist?
Sehr geehrte(r) Fragesteller(in), 

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich wie folgt beantworte.

Die entscheidende Frage dürfte sein, ob Sie wirklich gewerblich tätig sind oder als Künstler einen freien Beruf ausüben.

Sofern Ihre Arbeiten eigene Schöpfungen mit einer gewissen Schöpfungshöhe darstellen, wären Sie Künstler bzw. Kunsthandwerker und damit Freiberufler. Für Angehörige eines freien Berufs besteht dann in der Regel keine Kammerpflicht und sie benötigen u. a. gerade keinen Gewerbeschein, lediglich eine Steuernummer vom Finanzamt. Es gilt daher jetzt, die beteiligten Behörden von einer freiberuflichen Tätigkeit zu überzeugen.

Einen guten Fingerzeig, ob eine Tätigkeit als freiberuflich anerkannt werden kann oder nicht, liefert Ihnen das Finanzamt. Es empfiehlt sich daher gemeinhin, diese Frage im Vorfeld mit dem Finanzamt abzuklären.

Nachdem Sie nun bereits ein Gewerbe angemeldet haben und Beitragsbescheide erlassen worden sind, empfehle ich Ihnen aber dringend den zeitnahen Gang zu einem Kollegen vor Ort, um die Sache verbindlich abzuklären und die nötigen Schritte zu veranlassen. Für die Bescheide laufen Widerspruchsfristen, weiterhin bleibt in der Regel auch beim Widerspruch die Zahlungspflicht bestehen.

Ich hoffe, Ihnen im Rahmen des Möglichen weitergeholfen zu haben und verbleibe

mit freundlichem Gruß
Patrick Maisch  
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