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Günstigster Ablauf einvernehmliche Scheidung?


| 20.12.2008 12:02 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Gerhard Raab



Sehr geehrte Damen und Herren,

meine Frau und ich wollen sich scheiden lassen. Ich wohne ca. 260 km vom Wohnort meiner Frau und ehemaligem gemeinsamen Wohnort entfernt. Kinder sind nicht vorhanden, gemeinsamer Besitz (Immobilien, KFZ, Wertanlagen etc.) ebenfalls nicht.

Jeder von uns beiden ist berufstätig und hat einen eigenen Hausstand (Mietwohnung). Wir leben seit 1 1/2 Jahren getrennt. Keiner von beiden stellt wie auch immer geartete Ansprüche an den anderen (wir verstehen uns beide gut und sind uns einig).

Nun ist mir nicht bekannt, ob noch ein Anwaltszwang herscht und wie das günstigste und schnellste Verfahren sind.

Was mich daher interessiert, ist, wie wir am günstigsten geschieden werden können. Ist ein Anwalt am Wohnort meiner Ehefrau notwendig oder kann ich an meinem Wohnort einen beauftragen. Wo muß die Scheidung eingereicht werden (Amtsgericht mein Wohnort oder Wohnort Ehefrau). Ist evtl. sogar eine Scheidung über eine "Online-Scheidung" sinnvoll, wie sie von vielen Anwälten angeboten wird? Wie lange zieht sich der Prozeß von Einreichung Unterlagen bis Scheidungsurteil erfahrungsgemäß? Ist es erforderlich, daß der Anwalt zum Gerichtstermin anreist (Reisekosten) oder reicht es, wenn meine Frau und ich erscheinen? Kann ein an meinem Wohnort beauftragter Anwalt den Fall am Ort des Amtsgerichtes vertreten, an welchem der Scheidungstermin ist oder muß ich einen Anwalt dort beauftragen, wo der Termin stattfindet?
Es würde in jedem Fall nur ein Anwalt genommen, welcher von mir beauftragt würde.

Da sich meines Wissens die Kosten immer auch am sog. Streitwert orientieren (was hier der falsche Begriff ist, da wir in keinster Weise streiten und keinerlei Vermögen/Ersparnisse vorhanden ist), wäre wichtig, wie ich am besten an einen Anwalt herangehe, um zu verhindern, daß ich später mit angeblich erforderlichen Kosten konfrontiert werde, die ich hätte verhindern können.

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Sehr geehrter Fragesteller,

zu Ihrer Anfrage nehme ich wie folgt Stellung:


1.

Grundsätzlich können Sie einen Rechtsanwalt beauftragen, der seinen Kanzleisitz an Ihrem Wohnort hat. Zum Scheidungstermin muß Ihr Rechtsanwalt aber bei Gericht anwesend sein. D. h., kostenmäßig kommen Fahrtkosten und Abwesenheitsgeld zu den Gebühren hinzu. Allerdings wird es ggf. sinnvoller sein, wenn Ihr Anwalt mit Sitz an Ihrem Wohnort einen Kollegen vor Ort bittet, den Termin vor Gericht wahrzunehmen. Diese Verfahrensweise bietet sich bei völlig unkomplizierten Verfahren an. Dieses Prozedere müßten Sie mit Ihrem Anwalt erörtern.


2.

Eingereicht wird der Scheidungsantrag an dem für den Wohnsitz Ihrer Ehefrau zuständigen Amtsgericht (Familiengericht).


3.

Eine Online-Scheidung ist möglich, jedoch haben Sie dann wohl keinerlei Beratung. Hier muß jeder selbst entscheiden, wie die Scheidung abgewickelt werden soll. Legen Sie auch auf Beratung Wert (z. B. Versorgungsausgleich) dürfte die Beauftragung eines örtlichen Anwalts wohl eher zweckmäßig sein.


4.

Eine seriöse Prognose, wie lange es von der Einreichung des Scheidungsantrags bei Gericht bis zum Scheidungstermin dauert, läßt sich nicht stellen.

Das hängt einerseits von der Belastung des Gerichts ab, andererseits aber auch davon, wie schnell die Unterlagen für den Versorgungsausgleich dem Gericht vorliegen. Die Rentenversicherungsträger errechnen die Rentenanwartschaften, die die Eheleute während der Ehezeit erworben haben. Ist der Versicherungsverlauf klar und eindeutig, werden die Unterlagen dem Gericht naturgemäß schneller überreicht werden können, als wenn Rückfragen notwendig sind.

Ein Richtwert (nicht mehr) ist ein Zeitraum von 6 bis 9 Monaten zwischen Scheidungsantrag und Scheidung.


5.

Wie oben schon erwähnt, muß zum Scheidungstermin ein Anwalt erscheinen (Anwaltszwang!). Selbstverständlich müssen auch die Parteien zum Scheidungstermin anwesend sein.


6.

Streit- oder Gegenstandswert für das Scheidungsverfahren ist die Summe Ihres 3-fachen monatlichen Nettoeinkommen und des 3-fachen monatlichen Nettoeinkommens Ihrer Ehefrau.

Beispiel: Sie haben (angenommen) ein durchschnittliches monatliches Nettoeinkommen von 3.000,00 €, Ihre Ehefrau von 1.800,00 €. Dann beläuft sich der Streitwert für das Scheidungsverfahren auf 14.400,00 €. Danach richten sich dann das Anwaltshonorar und die Gerichtsgebühren. Hinzu kommt noch der Gegenstandswert für den Versorgungsausgleich. Der Wert beträgt 1.000,00 € bzw. 2.000,00 €. Das hängt davon ab, welche Anrechte beim Versorgungsausgleich zu berücksichtigen sind.


Mit freundlichen Grüßen

Gerhard Raab
Rechtsanwalt


Nachfrage vom Fragesteller 20.12.2008 | 13:13

Sehr geehrter Herr Raab.
Ich danke Ihnen für die schnelle Beantwortung meiner Fragen. Haben Sie abschließend einen Rat für mich, wie ich an die Infos komme, ob ein Anwalt an meinem Wohnsitz oder am Wohnsitz der Ehefrau günstiger käme? Ich denke, hierzu möchte der betr. Anwalt einen Beratungstermin machen, der widerum Kosten verursacht?!

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 20.12.2008 | 15:34

Sehr geehrter Fragesteller,

zu Ihrer Nachfrage nehme ich wie folgt Stellung:


1.

Ein Beratungstermin würde keine gesonderten Kosten verursachen, sofern es in diesem Termin um die Scheidung ginge. Die Kosten für die Beratung gehen schließlich in den Kosten des Scheidungsverfahrens, also in der 1,3 Verfahrensgebühr und der 1,2 Terminsgebühr, auf.

Kosten für die Beratung würden nur anfallen, wenn Sie sich über Scheidungsfolgensachen (z. B. Unterhalt, Zugewinnausgleich, Hausratsteilung) beraten lassen würden, die aber nachher nicht Gegenstand des Scheidungsverfahrens werden.


2.

Sie müssen nun rechnen, welche Kosten für Sie (z. B. Fahrtkosten) entstehen, wenn Sie zu einem Rechtsanwalt fahren, der seinen Sitz am Wohnort Ihrer Ehefrau hat.


3.

Dann müßte man insgesamt anhand des Gegenstandswerts die Kosten durchrechnen. Dies würde aber den Rahmen dieser ersten Orientierung sprengen bzw. wäre aufgrund der fehlenden Zahlen nicht möglich.

Sofern Sie hier weitergehende Informationen wünschen, können Sie gern die Möglichkeit der Direktanfrage in diesem Forum wählen. Ich werde Ihnen dann die Berechnungskonstellationen darstellen.


Mit freundlichen Grüßen

Gerhard Raab
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 22.12.2008 | 14:25


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