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Gründung einer Gesellschaft in CH


24.11.2008 21:09 |
Preis: ***,00 € |

Gesellschaftsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Marcus Schröter, MBA



Ich beabsichtige mit einem Schweizer Investor ein Unternehmen
in der Schweiz zu gründen, unter anderem aus steuerlichen Aspekten, da in einigen Kantonen in der Schweiz die Gewinnbesteuerung deutlich geringer als in D ist. Ich stelle die
Geschäftidee und bin im operativen Tagesgeschäft geschäftsführend tätig - der Schweizer Investor stellt das Kapital zur Verfügung. Ich erhalte keinerlei Gehaltsbezüge. Die Gesellschaft soll 50/50 partnerschaftlich geführt werden und sich über die Gewinne entwickeln bzw. amortisieren (Gewinnausschüttungen 1 x Jahr angedacht) Der Investor möchte sein Darlehen mit 6% verzinst haben
und zu 50 % von den Gewinnen profitieren. Auf den ersten Blick klingt diese Regelung für mich nicht unbedingt partnerschaftlich, auf der anderen Seite habe ich die Möglichkeit ein Geschäft aufzubauen, dass sonst ohne Kapital (Bankdarlehen zwecklos !) nicht möglich wäre. Bei einem Bankdarlehen hätte ich allerdings nur
die Darlehensverzinsung zu tragen und wäre zu 100% Gesellschafter
und somit auch den vollen Ertrag der Gewinnausschüttung !

Wäre ich in dieser Konstellation ungerecht behandelt und welche Alternativen gäbe es evt. ? Bei Gewinnausschüttungen sollen Darlehenstilgungen in einem Verhältnis 2 : 1 durchgeführt werdem
(eine Ausschüttung von insgesamt 10.000 € soll z.B. zu einer Darlehenstilgung von 20.000,- € führen) Meine Sorge: Arbeite ich hier nicht s o w o h l für die Darlehensrückführung a l s a u c h für die 50 % Gesellschaftbeteiligung des Investors ? Worauf muß ich achten und wiesähen Alternativen aus ?! Danke für schnelle Info.
Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich auf Grundlage Ihrer Angaben wie folgt beantworte:

Zunächst ist zu ermitteln, wie viel an Fremd- und Eigenmittel in das Unternehmen investiert werden. Offensichtlich investiert der Investor neben dem Eigenkapital auch Fremdkapital.

Soweit eine hälftige Aufteilung des Gewinnes vorgesehen und beabsichtigt ist, werden Sie durch die Verzinsung des Darlehens zunächst benachteiligt. Die Verzinsung reduziert den Gewinn, der an die Gesellschafter dann zu je gleiche Teilen aufgeteilt wird. Insoweit tragen Sie rein rechnerisch die Hälfte der Verzinsung mit Ihrem Gewinanteil mit.

Mit zunehmender Tilgung wird allerdings auch die Zinszahlung im gesamten geringer, so dass nach kompletter Tilgung die Ausschüttung an die Gesellschafter aus Darlehen und Verzinsung sich angleichen. Zudem steht der Gesellschaft der Darlehensbetrag auch zur Verfügung und kann somit gewinnerhöhend investiert werden.

Der Höhe nach ist die Verzinsung von 6 % jedoch nicht zu beanstanden, da für ein Gründungsdarlehen sicherlich eine vergleichbare Verzinsung abzuführen wäre.

Die Darlehenstilgung selbst führt hingegen nicht zu einer Auswirkung auf die Gewinnausschüttung, da sie gewinnneutral ist. Allerdings sollten Sie die Laufzeit des Darlehens prüfen.

Insoweit sollten Sie auch prüfen, welches Kapital insgesamt in das Unternehmen investiert wird und wie sich dies dann auf die Gewinnverteilung auswirkt. Werden z.B. 100.000,- an Eigenkapital und 50000 an Fremdkapital (insgesamt 150.000) investiert, wird bei einem Gewinn von 10 % (=15.000) 3000 an Darlehenszinsen abgeführt. Die verbleibenden 12.000 werden dann hälftig aufgeteilt, so dass der Investor 9000 erhalt und Sie 6000.

Alternativ wäre denkbar, das die Darlehenszinsen auf den Gewinnanteil des Investor hälftig angerechnet werden, so dass die Ausschüttung aus Ihrer Sicht, dann zu gleichen Teilen erfolgt.

Möglich wäre auch, dass die Gesellschafteranteile verschoben werden, so dass Sie einen Anteil von 50% plus x erhalten. Allerdings wird sich der Investor hierauf voraussichtlich nicht einlassen.

Ich hoffe Ihnen einen ersten Überblick verschafft zu haben.

Mit besten Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 24.11.2008 | 22:26

Hallo Herr Schröter,
die Gesamtsumme wird 150.000 € betragen, wovon jeder anteilig
15.000 € in die Gesellschaft einzahlt der Rest wird als Darlehen vom
Investor finanziert. Die Kernfrage ist: Ist diese Konstellation fair -
würden Sie diese so akzeptieren und unterschreiben ?!

MFG

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 24.11.2008 | 23:00

Aufgrund des Verhältnisses zwischen Eigenkapital und Darlehen, wird ein erheblicher Teil des Gewinns zur Zinszahlung des Darlehens verwendet werden. Daher wird der Gewinn zunächst zur Zinszahlung von Anfangs 7.200 dienen.

Im Gegenzug ist Ihr Risiko auf die Einlage von 15.000,- beschränkt. Sie sollten sich daher die Geschäftsidee oder die operative Tätigkeit vergüten lassen, bzw. die Möglichkeit offen halten die Geschäftsidee jederzeit aus dem Unternehmen herausziehen zu können, wenn diese schon nicht vergütet wird.

Aufgrund Ihrer Angaben sehe ich daher noch Verhandlungsbedarf. Für eine weitere Beratung stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

Mit besten Grüßen

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