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Große Auftragschance während Insolvenz


18.12.2015 03:43 |
Preis: ***,00 € |

Insolvenzrecht


Beantwortet von



Guten Morgen,
Seit bereits fünf Jahren befinde ich mich leider in einer Insolvenz. Falsches vertrauen sorgten in jungen Jahren dafür, dass ich mich auf einen falschen Geschäftspartner einlies und leider einiges an Geld verlor - in diesem Moment rettete mich die Möglichkeit der Insolvenz.

Mit der Genehmigung von Insolvenzverwalter wieder ein Unternehmen gründen zu dürfen spezialisierte ich mich nach einigen Jahren auf einen Bereich der mir sehr viel freude bereitet und kann mir dadurch trotz der Insolvenz erlauben nicht mehr in der Provinz sondern in Hamburg zu wohnen und auch ein Studium zu finanzieren - was mich sehr weitergebracht hat.

Mit dieser Situation und der Motivation mir dieses Mal eigenhändig etwas aufzubauen habe ich nun eine große Chance geboten bekommen: Ich kann - wenn es rechtlich umsetzbar ist - einen sicheren Auftrag annehmen der mir große berufliche Chancen bietet und auch mein kleines Unternehmen sehr weit nach vorne bringen würde. Natürlich ist dieser Auftrag auch mit einigem Umsatz verbunden - zur Erfüllung müsste ich 2-3 Freelancer als Verstärkung für 5 Monate beauftragen, und einiges an Equipment einkaufen. Die kosten hierfür würde ich via Vorkasse erstattet bekommen und könnte so den Auftrag sicher realisieren.

DOCH: Darf ich das? Bereits in zwei Tagen könnte die erste rate für Equipment und erste Freelancekosten auf mein Konto überwiesen werden. Ich habe jedoch die Angst dass dieses Geld dann für die Gläubiger einbehalten wird - was dazu führen würde dass ich den Auftrag nicht ausführen und die Freelancer nicht bezahlen könnte - wodurch also klar wäre dass ich den Auftrag nicht annehmen könnte obwohl ich nur noch unterschreiben müsste.

DIE FRAGE ist also: Was für Beträge darf ich nach der Genehmigung einer Selbstständigkeit im Privatinsolvenz-Verfahren für geschäftliche Zwecke ( also nicht zur Privatauszahlung!) auf meinem Konto empfangen? Wie gehe ich damit am besten um?
muss ich eine UG oder GmbH Gründen um es umzusetzen darf ich das überhaupt? oder funktioniert das auch mit dem einzelunternehmen?


Auch müsste ich für den Auftrag ein Auto nutzen - das danach meines sein könnte - wird dieses Wertmäßig in die insolvenzmasse einfliessen oder "darf ich es behalten"?


Ich würde mich wirklich sehr über eine Antwort freuen, auch wenn ich solange der Auftrag nicht unterschrieben ist leider nur einen kleinen Betrag zahlen kann - und bedanke mich sehr im vorraus!
18.12.2015 | 08:06

Antwort

von


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Tel: 0211-77058848
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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Die Beantwortung Ihrer Fragen hängt entscheidend vom formalen Stadium Ihres Insolvenzverfahrens und dem Umfang der Freigabe der selbständigen Tätigkeit durch den Insolvenzverwalter zusammen. Bitte senden Sie mir unter "meeners@argo-rechtsanwaelte.de" (damit hier nicht öffentlich sichtbar) Ihr Aktenzeichen zum Verfahren, ich werde den Sachverhalt dann weiter prüfen und meine Antwort entsprechend ergänzen!
Die Möglichkeit zur kostenlosen Nachfrage bleibt Ihnen selbstverständlich erhalten.

(Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.)

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwältin Silke Meeners
Fachanwältin für Insolvenzrecht

Nachfrage vom Fragesteller 18.12.2015 | 14:31

Hallo!
Leider kann ich diese Daten nicht vor Montag in Erfahrung bringen. Wie gehe ich nun also ohne diese Daten vor?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 18.12.2015 | 15:41

Sehr geehrter Fragesteller,

Sie können mir auch ohne Aktenzeichen zunächst das für Sie zuständige Insolvenzgericht benennen, ich kann dann die weiteren Daten abrufen.

Da Sie schreiben, dass das Insolvenzverfahren vor 5 Jahren eröffnet wurde, gehe ich davon aus, dass Sie sich inzwischen in der Wohlverhaltensphase befinden (d.h. es gab einen Schlusstermin, das Verfahren wurde aufgehoben und in das Restschuldbefreiungsverfahren übergeleitet.
Dann haben Sie nur noch die Pflichten des §295 InsO zu beachten und eine Zugriff des Insolvenzverwalters auf die Selbständigkeit ist nicht mehr gegeben. Auch die Isolvenz-Gläubiger dürfen gem. §294 InsO nicht vollstrecken.
In diesem Fall wären Sie also für das neue Projekt in der Entscheidung völlig frei und können die Abwicklung wie geplant angehen, ohne durch das Insolvenzverfahren beeinträchtigt zu sein. Sie müssen nur gem. §295 InsO die Gläubiger so stellen (hinsichtlich des pfändbaren Arbeitseinkommens) als wenn Sie angestellt tätig wären.

Sofern Sie sich noch im eröffneten Verfahren befinden, muss man zwei verschiedene Konstellationen unterscheiden:

- Der Insolvenzverwalter hat die Selbständigkeit freigegeben gem. §35 Abs. 2 InsO: Auch dann ist die Annahme des Auftrags und Abwicklung wie geplant kein Problem, denn dann gehört das Vermögen aus der Selbständigkeit nicht zur Insolvenzmasse und kann daher nicht vom Insolvenzverwalter für die Gläubiger beansprucht werden.
Für die Gläubiger besteht dann wiederum ein Vollstreckungsverbot gem. §89 InsO.

- Der Insolvenzverwalter hat Ihre Selbständigkeit genehmigt, aber nicht freigegeben, und kann daher die mit der Selbständigkeit erwirtschafteten Gewinne für die Insolvenzmasse beanspruchen (und Sie mussten deshalb bislang immer Ihre Umsätze und Gewinne dort offenlegen): dann kann der Insolvenzverwalter wiederum auch den Gewinn aus dem neuen Auftrag für die Insolvenzmasse beanspruchen (letztlich max. bis zur Höhe aller festgestellten Forderungen und der gesamten Verfahrenskosten).
Dann sollten Sie sicherstellen, dass die Vorkassen-Zahlung ausdrücklich als solche für Equipment und Durchführung des Auftrags gekennzeichnet ist, damit Sie nachweisen können, dass es sich nicht um sog. Neuvermögen gem. §35 Abs. 1 InsO handelt.
Für die Gläubiger gilt dann wiederum das Vollstreckungsverbot gem. §89 InsO.

Es gibt also grundsätzlich keine "Begrenzung" für Beträge zu geschäftlichen, die Sie empfangen dürfen, nur muss unterschieden werden, ob der Insolvenzverwalter Zugriff darauf hat oder nicht.
Die Gründung einer UG o.ä. ist daher nicht nötig.

Hinsichtlich des Fahrzeugs wäre zu unterscheiden, je nachdem ob
- es gekauft oder geleast wird,
- es auf Sie angemeldet wird,
- welchen Wert das Auto hat und wiederum,
in welchem Verfahrens-Stadium Sie sich befinden.

Dies prüfe ich gerne ergänzend, wenn mir die weiteren Daten vorliegen. Für Ihre kostenlose Nachfrage nutzen Sie gerne meine o.g. E-Mail-Adresse.

Mit freundlichen Grüßen



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