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Gmbh und Bilanzierung und Steuern


17.12.2012 15:18 |
Preis: ***,00 € |

Gesellschaftsrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Guten Tag,
ich bitte um Antwort eines in diesem Gebiet tätigen und spezialisierten Anwaltes.

Ein Mann kauft ohne (!) Einsicht in Unterlagen eine GmbH. Geschäft ruht. Unterlagen existieren nicht. Das gesamte Stammkapital bildet die Kaufsumme. Diese Summe stellt ein Dritter (Vermittler zur GmbH und zukünftiger Geschäftspartner des Käufers) darlehensweise zur Verfügung. Notar und Eintragung folgen. Kontoeröffnung geplant. Trotz vielfacher Versprechen sieht der Käufer weder Geld noch Geschäftsunterlagen. Der Vermittler/Darlehensgeber taucht unter. Am Ende ist der Mann Besitzer einer nur auf Papier existierenden GmbH und fühlt sich reingelegt. Er wandelt diese im Jahr drauf um in ein neues Unternehmen. Neuer Name, neuer Zweck. Einlage wird neu, nach insgesamt 1 Jahr des GmbH-Erwerbes, eingezahlt.
Wie erklärt man nun in die Bilanz für das vergangene Jahr ( kein Kapital, kein Konto, ruhendes Geschäft) bzw. welcher Zeitpunkt ist für die Eröffnungsbilanz massgebend: Kauf oder eigene Umwandlung nebst Änderungseintragung? Was passiert wenn man für das vergangene Jahr eine Stammkapital 0,00 vorläufig und das aktuelle/Umwandlungs-Gründungsjahr 25.000 angibt? Inwieweit ist der Käufer strafbar? Kann man den Status "vorläufig" auf Dauer angeben? Welche Handlungsalternativen bestehen bzw. sind zu empfehlen?
17.12.2012 | 15:51

Antwort

von


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Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich auf der Grundlage des von Ihnen geschilderten Sachverhaltes im Rahmen einer Erstberatung wie folgt beantworten möchte:

Für die Eröffnungsbilanz ist auf den Zeitpunt der tatsächlichen Aufnahme des Betriebes abzustellen. Hierfür ist in der Regel auf die Eintragung in das Handelsregister abzustellen, es sei denn, die Geschäftstätigkeit wurde noch vor der Eintragung aufgenommen.

Wenn man den Ausweis des Stammkapitals so vornimmt, wie von Ihnen vorgeschlagen, dann passiert zunächst einmal gar nichts, da keine Geschäftsvorfälle eingetreten sind und hier - zumindest nach Ihrer Schilderung - keine Besorgnis besteht, dass die Buchhaltung absichtlich fehlerhaft geführt worden ist.
Bedenken Sie aber bitte, dass das eingezahlte Stammkapital zwar mit 0 auszuweisen sein kann, dass aber möglicherweise gleichzeitig eine Forderung auf die Einzahlung des Stammkapitals zu aktivieren sein könnte, dies wäre im Einzelfall zu prüfen.

Eine Strafbarkeit des Käufers kann ich Ihrer Schilderung nicht entnehmen, hierzu müsste Sie evtl. mit der Nachfragefunktion noch einmal konkretisieren, wo Sie eine Gefahr befürchten.

Den Status "vorläufig" kann ich ohne weitere Angabe ebenfalls nicht einordnen, wo wollen Sie dies so angeben?

Da ich hier außerdem nicht sehe, zu welchen Handlungen - neben der Erstellung des Jahresabschlusses und der Eröffnungsbilanz (dies ist im Übrigen alternativlos) - Sie gerne Handlungsalternativen ausgewiesen haben wollen, bitte ich Sie ebenfalls darum, im Rahmen der Nachfragefunktion einmal zu erklären, wozu Sie hier Handlungsalternativen aufgezeigt haben wollen.

Bitte beachten Sie, dass diese Webseite lediglich dazu dient, Ihnen einen erste Einschätzung zur Rechtslage zu liefern. Eine ausführliche und persönliche Beratung soll und kann hierdurch nicht ersetzt werden.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
Fachanwalt für Miet- und Wohnungseigentumsrecht Jan-Torben Callsen, Rechtsanwalt


Rechtsanwalt Jan-Torben Callsen
Fachanwalt für Miet- und Wohnungseigentumsrecht

Nachfrage vom Fragesteller 17.12.2012 | 20:24

Vielen Dank erst einmal.
Die Tätigkeit wurde im Sommer diesen Jahres aufgenommen, zeitgleich die Hälfte des Stammkapitals auf das Konto eingezahlt.Die andere Hälfte in die Barkasse. Damit war das Geschäft nach Übernahme/Kauf (Anfang 2011) weiterhin ca. 1 Jahr ruhend.

Bis zu dieser Einzahlung im Sommer 2012 existierte kein Stammkapital, zumindest nicht beim Käufer. Auch gab es keine GmbH-Kasse. Sondern NUR der Vermittler zu diesem Geshcäft wollte dem Käufer ein Darlehen (u.a.aus eigenem Interesse)gewähren. Da der Darlehensgeber und Vermittler sein Versprechen nicht eingelöst hat, wurde etwas eingetragen, was sich erst nach einem Jahr hat realisieren lassen: Existenz der Stammeinlage.

Jetzt geht es um den zu veröffentlichenden Jahresabschluss für die Zeit vor Eintritt des Käufers in diese Einmann-GmbH. Es geht hier um die Eröffnungsbilanz und die Veröffentlichung im Bundesanzeiger. Also um die Zeit ohne Stammeinlage und (nachweislich) ohne Geschäftstätigkeit.

Vom Steuerberater wurde jetzt aber mitgeteilt "eine GmbH ohne 25.000" kann man nicht erklären bzw. eine solche 0-Stammkapital-Bilanz sei als Jahresabschluss für 2011 nicht machbar. Wörtlich "Das geht einfach nicht!".

Auf Nachfrage bei Bundesjustizamt wurde unverbindlich der Rat erteilt, die Veröffentlichung der Bilanz mit dem Adjektiv "vorläufig" zu kennzeichnen und "darauf zu hoffen" dass dieses Adjektiv niemandem auffällt. Der Steuerberater will sich doppelte Arbeit sparen, und schlägt vor, diese Bezeichnung "vorläufig" nicht zu benutzen und fürchtet u.a. doppelte Arbeit.

Auch rät der Steuerberater, nach Rücksprache mit einem Kollegen (!), das vorhandensein des Stammkapitals von Anfang an(2011)fiktiv (!)zu behaupten und dann fiktiv (!) auszugeben, bevor man dann tatsächlich noch einmal die tatsächliche Einzahlung im Sommer 2012 für das aktuelle Jahr (und damit auch das Jahr der Geschäftsaufnahme) erklärt. Das kann doch nicht richtig sein, wenn nicht gar strafbar.

Die von Ihnen erwähnte Aufforderung zur Einzahlung der Einlage hat sich mit der tatsächlichen Einzahlung im Sommer diesen Jahres (Hälfte auf das Konto, Hälfte in die Bar-Kasse) ja bereits erledigt.

Damit darf ich doch eine NULL-Stammeinlage bis Geschäftsaufnahme im Folgejahr im Vor(!)Jahresabschluss (also 2011) veröffentlichen, ohne dass das Bundesamt für Justiz oder das Finanzamt oder irgendeine andere Behörde Probleme macht?

Noch einmal ein Dankeschön im Voraus.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 18.12.2012 | 10:54

Sehr geehrter Fragesteller,

auf Ihre Nachfrage hin ergänze ich meine Antwort wie folgt:

Wenn die Geschäftstätigkeit erst im Jahr 2012 aufgenommen worden ist, dann sollte auch die Eröffnungsbilanz erst in das Jahr 2012 gelegt werden.

Die Diskussion mit Ihrem Steuerberater kann ich insofern nicht nachvollziehen.

Die möglicherweise falschen Erklärungen aus dem bzw. den Vorjahren (die Erklärung, dass die Stammeinlage eingezahlt worden ist, obwohl das nicht der Fall war) hat auf Ihre Verpflichtungen keinen Einfluss.

Von der Veröffentlichung einer vorläufigen Bilanz rate ich ab, zumal dies inhaltlich fehlerhaft wäre.

Ich halte es allein für zutreffend, mangels Aufnahme der Geschäftstätigkeit die Eröffnungsbilanz in das Jahr 2012 zu datieren und gegenüber dem Bundesanzeiger zu erläutern, weswegen dies nicht für 2011 vorgenommen wird.

Ich hoffe, Ihnen hiermit geholfen zu haben.

ANTWORT VON

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