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GmbH gründen während Insolvenzverfahren.


25.11.2014 13:39 |
Preis: ***,00 € |

Insolvenzrecht


Zusammenfassung: Während des eröffneten Verfahrens fällt der Gesellschaftsanteil in die Insolvenzmasse.

Erhöht sich das Einkommen des Schuldners, ist auch mehr von seinem Einkommen pfändbar.


Sehr geehrte Damen und Herren,

ich bin seit einiger Zeit in der Regelinsolvenz und befinde mich derzeit noch im Insolvenzverfahren.

Kurz nach Eröffnung des Verfahrens wurde mir die Freigabe einer selbständigen Tätigkeit gewährt (§ 35 Abs. 2 InsO).

Ich zahle nun regelmäßig jeden Monat einen fiktiven Betrag X.


Nun habe ich die Möglichkeit, mit einem Partner eine GmbH zu gründen und einen zweiten Laden zu eröffnen.

In dieser Firma würde ich als Geschäftsführer auftreten und die Hälfte der Einlage beisteuern.

Kann ich während dem Insolvenzverfahren eine GmbH gründen oder gibt es hierbei Probleme?

Muss ich dies dem Insolvenzverwalter mitteilen bzw. ändert sich der Betrag X den ich jeden Monat bezahle, da ich ein festes Gehalt verdienen werde?

Vielen Dank für Ihre Hilfe.
Sehr geehrter Ratsuchender,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen gerne wie folgt beantworten:

1. Während des eröffneten Verfahrens fällt der Gesellschaftsanteil in die Insolvenzmasse. Der Insolvenzverwalter kann dabei den Gesellschaftsanteil verwerten. Somit ist es leider nicht empfehlenswert während dieser Zeit eine Gesellschaft im eigenen Namen zu gründen oder Anteile zu erwerben.

2. Als Geschäftsführer kann nur bestellt werden, wer nicht wegen Insolvenzverschleppung oder einer Insolvenzstraftat auf die Dauer von fünf Jahren seit Rechtskraft des Urteils verurteilt worden ist. Dies gilt auch bei einer Verurteilung nach § 82 GmbHG, § 399 AktG, § 400 AktG, § 331 HGB, § 313 UmwG oder § 17 oder bei Kreditbetrug, Untreue oder Vorenthalten von Arbeitsentgelt zu einer Freiheitsstrafe von mindestens einem Jahr. Wenn jemand die Ausübung eines bestimmten Gewerbes untersagt ist, kann er ebenfalls nicht zum Geschäftsführer eines Unternehmens bestellt werden, dessen Geschäftsgegenstand ganz oder teilweise mit dem Gegenstand der Untersagung übereinstimmt. Ob einer der zuvor genannten Gründe bei Ihnen zutrifft, müssen Sie bei der Bestellung als Geschäftsführer bedenken.

3. Dem Insolvenzverwalter müssen Sie ungehend die veränderten Vermögensverhältnisse und das weitere Einkommen mitteilen. Wie bereits ausgeführt, fällt der Gesellschaftsanteil in die Masse. Darüber hinaus wird das weitere Einkommen gepfändet. Dass heißt zu dem Betrag X käme ein weiterer pfändbarer Betrag Y aus dem regelmäßigen Geschäftsführergehalt. Allerdings wird bei einem höheren Einkommen auch der Selbstbehalt des Schuldners erhöht, um ihn zur Arbeit zu motivieren. Die aktuellen Pfändungsfreibeträge entnehmen Sie bitte der Tabelle unter http://www.bmjv.de/SharedDocs/Downloads/DE/Broschueren/DE/Pfaendungsfreigrenzen_fuer_Arbeitseinkommen_Juli_2013.pdf?__blob=publicationFile

Leider kann ich Ihnen keine für Sie bessere Antwort dartun. Ich hoffe aber, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose jederzeit gerne Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 25.11.2014 | 15:40

Sehr geehrte Frau Müller-Guntrum,

vielen Dank für die ausführliche Antwort.

Ich habe noch eine Frage zu Punkt 1.

Würde es sich anbieten, mein Vorhaben in der Wohlverhaltensphase zu realisieren oder greifen die selben Mechanismen wie während des Insolvenzverfahren?

Vielen Dank.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 25.11.2014 | 16:11

Sehr geehrter Ratsuchender,

in der Wohlverhaltensperiode fällt der GmbH-Anteil nicht mehr in die Masse.

Sie müssen allerdings begründen, woher Sie das Geld für die Gründung haben. Eine Schenkung ist nicht abführbar, eine Erbschaft hälftig. In Betracht kommt auch die Gründung einer Mini-GmbH gegebenfalls.


Allerdings ist wiederum das Einkommen aus der Tätigkeit als Geschäftsführer zusätzlich pfändbar.

Auch dieses müssen Sie dann umgehend mitteilen.

In der Wohlverhaltensperiode sieht es daher etwas anders aus.

Ich wünsche Ihnen alles Gute und hoffe, Ihnen weiter geholfen zu haben.

Mit besten Grüßen

Ulrike Müller-Guntrum
Rechtsanwältin

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