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GmbH & Co. KG (Einheitsgesellschaft)


| 29.10.2014 16:24 |
Preis: ***,00 € |

Gesellschaftsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Andreas Wehle



A hat eine GmbH gegründet, er hält 100 % der Anteile.
Anschließend gründet er mit der GmbH eine GmbH & Co.KG mit der GmbH als Komplementär und ihm als einzigem Kommanditisten.
Nun überträgt er all seine GmbH-Anteile auf die KG, so dass eine Einheitsgesellschaft entsteht.

Fragen:

1. wie ist hier die bilanzielle Behandlung in der KG, d.h. unter welcher Position werden die GmbH-Anteile ausgewiesen.

2. Wenn ein Kommanditist aus einer 2-gliedrigen KG ausscheidet, werden sein Anteile im Wege der Gesamtrechtsnachfolge auf den Komplementär übertragen, die KG erlischt und der bisherige Komplementär kann das Unternehmen als Einzelzunternehmer forführen. Ist diese Sichtweise prinzipiell korrekt?

3. Falls 2. korrekt dargestellt ist: wie ist der Fall dann bei einer Einheitsgesellschaft zu betrachten. Dann würden doch die bisher der KG gehörenden GmbH-Anteile der Komplementärs-GmbH auf die GmbH übertragen, d.h., die GmbH wäre ihr eigener Gesellschafter, sie würde sich praktisch selber gehören. Das kann aber ja garnicht sein. Wie wird dieser Fall gehandhabt?
Sehr geehrter Ratsuchender,

die aufgeworfenen Fragen beantworte ich gern anhand Ihrer Darstellung des Sachverhaltes wie folgt.

Aus Ihren Schilderungen entnehme ich einen kleinen Denkfehler, nicht Sie als Gesellschafter der GmbH bringen Ihre Anteile in eine KG ein, sondern die GmbH selbst als juristische Person beteiligt sich an der KG.

1. wie ist hier die bilanzielle Behandlung in der KG, d.h. unter welcher Position werden die GmbH-Anteile ausgewiesen.

Die GmbH & Co. KG ist eine Mischform aus zwei Gesellschaften, demzufolge müssen auch zwei unabhängige Jahresabschlüsse erstellt werden. Je nach Ausgestaltung kann die Bilanz der Komplementär – GmbH aber auf das wesentliche beschränken, soweit hier nur Ausgleichzahlungen vorgenommen werden.
Darüber hinaus sind selbstverständlich auch beide Bilanzen im elektronischen Bundesanzeiger zu veröffentlichen. Grundsätzlich hat die KG zwar keine entsprechende Pflicht zu erfüllen, jedoch besteht für die Sonderform der GmbH & Co KG aber eine ausdrückliche Erweiterung dieser Pflicht.

Soweit Ihre Frage lediglich auf das betreffende Buchungskonto abstellt, so wird dies üblicherweise (ggf. auch in entsprechenden erstellten Unterkonten) beim SKR 03 in das Konto 0517 bzw. beim SKR04 in das Konto 0850 unter der Bezeichnung Beteiligungen an Kapitalgesellschaften eingebucht. Entsprechend ergibt sich hieraus auch die Stellung in der Bilanz.

zu 2) Grundsätzlich steht zu Beginn die Auflösung der KG durch Gesellschafterbeschluss oder ein gesetzlichen Auflösungsgrund. Damit ist die rechtliche Existenz der Gesellschaft noch nicht beseitigt, zunächst müssen die laufenden Geschäfte abgewickelt und Forderungen beglichen bzw. eingezogen werden. Dieses Stadium nennt man Auseinandersetzung oder Liquidation, das Verfahren ist in den §§145 ff Handelsgesetzbuch (HGB) geregelt. Die Liquidation ist vollständig beendet, wenn das letzte Aktivvermögen verteilt wurde. Mit der Vollbeendigung erlischt die Gesellschaft.
Selbstverständlich können die Gesellschafter anstelle der Liquidation auch jede andere Art der Auseinandersetzung vereinbaren.
Soweit hier keine juristische Person als Komplementär fungiert und dem übrig gebliebenen „Gesellschafter" die entsprechenden Rechte zugestanden und nicht durch Auseinandersetzung verloren gegangen sind, steht es diesem frei die Geschäfte als Einzelunternehmer fortzuführen.

zu 3) Die Auflösung der GmbH & Co KG findet auf die gleiche Art und Weise statt. Der Bestand der GmbH wird durch die Auflösung der KG nicht angetastet.
Zu Beginn hatte ich auf einen Denkfehler hingewiesen, der sich hier an dieser Stelle auswirken würde, es aber aufgrund der eigenen Rechtspersönlichkeit und der Tatsache, dass die GmbH sich selbst an der weiteren Gesellschaft beteiligt, nicht zum Tragen kommt. In der Art bestehen dann auch keine Probleme bei der Rückgewinnung der Beteiligungen der GmbH an der KG, weil diese die Beteiligungen zurückerhält, damit ist die Gesellschaft nicht ihr eigener Gesellschafter.

Mit freundlichen Grüßen
Andreas Wehle
Rechtsanwalt /Aachen

Nachfrage vom Fragesteller 31.10.2014 | 09:03

Hallo Herr Wehle,

nein, das war kein Denkfehler. Der Fall liegt so, wie ich ihn geschildert habe, d.h. ZUERST gründet A mit der GmbH als juristische Person zusammen eine Kommanditgesellschaft, ANSCHLIESSEND überträgt er seine GMBH-Anteile in das Betriebsvermögen der KG (Stichwort Einheitsgesellschaft, diese Konstruktion ist mittlerweile anerkannt).

Ich bitte Sie daher, meine Fragen nochmals unter Berücksichtigung dieses Sachverhalts zu beantworten.

Vielen Dank und viele Grüße

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 31.10.2014 | 22:34

Sehr geehrter Ratsuchender,

ich bitte um Entschuldigung für meine offensichtlich nicht verständliche Ausdrucksweise.

Zu einer Einheitsgesellschaft führt es, wenn wie von Ihnen geschildert eine Einmann-GmbH deren einziger Gesellschafter A ist, zusammen mit der GmbH als Komplementär und sich selbst als Kommanditist eine Komanditgesellschaft gründet. Selbstverständlich wird A für die GmbH handeln, jedoch als dessen Organ (Geschäftsführer) nicht als Gesellschafter.
Die Einheitsgesellschaft erfolgt durch Abtretung der GmbH-Anteile. Infolge dessen wird die KG Alleingesellschafterin des GmbH und diese wird durch die Komplementär GmbH allein vertreten.
Diese Konstruktion ist schon seit einiger Zeit anerkannt. Entsprechende Vorbehalte wegen der eventuellen Rückzahlung von Einlagen der GmbH an die KG-Gesellschafter. Diesem Problem wird aber durch die Regelung des § 172 HGB begegenet.

Insoweit ändert sich jedoch nicht die unter Punkt 3 geschilderte Situation, ebensowenig meine hierauf erwiderte Antwort.

Mit freundlichen Grüßen
Andreas Wehle
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 16.01.2015 | 09:59


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"Schlechter Verlierer. Ich habe auf meine Frage und auch auf meine Nachfrage nachweislich eine komplett falsche Antwort bekommen (absolute Themaverfehlung). Eigentlich hätte ich mein Geld zurückfordern müssen. Habe ich aber nicht getan sondern stattdessen per direkter email eine andere Frage gestellt, die mit dem Thema zusammenhing in der Hoffnung, dass ich zumindest darüber von ihm korrekte Auskunft bekomme. Darauf hat er einfach nicht geantwortet, obwohl ich einmal per email und einmal sogar per Post nachgehakt hatte. Ich kann Herrn Wehle absolut nicht weiterempfehlen."
Stellungnahme vom Anwalt:
Vielen Dank für Ihre Bewertung Herr Steuerberater, bereits bei unserem Telefonat noch vor der Beantwortung der Nachfrage sollte Ihnen klar gewesen sei, dass Ihr Fragenkomplex zu ihrem absoluten Sonderfall nicht für eine Beantwortung in der angebotenen Art und Weise eignet. Darüber hinaus wurde Ihr Fall eingehend und auch abschließend besprochen. Eine wiederholte Beantwortung der bereits besprochenen Probleme und deren Handhabung außerhalb dieses Portals ohne entsprechende Beauftragung meinerseits war nicht Inhalt Ihrer postalischen Kontaktaufnahme kurz vor den Weihnachtsfeiertagen. Insoweit setze ich den Fokus meiner Arbeit auf die Bearbeitung der erteilten Aufträge und Mandate.