Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
474.704
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Gilt privater Darlehensvertrag auch im Ausland?


| 11.12.2012 14:26 |
Preis: ***,00 € |

Vertragsrecht



Sehr geehrte Dame, sehr geehrter Herr,
ich (Darlehensgeberin) möchte mit meinem Lebensgefährten (Darlehensnehmer) einen Privaten Darlehensvertrag abschließen und habe mir entsprechende Informationen für die Gestaltung des Vertrages besorgt.

Dennoch bleiben für mich eine Fragen offen:
1. Mein Lebensgefährte lebt im europäischen Ausland. Gilt ein in Deutschland geschlossener Vertrag auch dort oder gäbe es hier besondere Regelgungen, die man brücksichtigen müsste?
2. Ich möchte in den Vertrag eine Klausel einfügen, die es mir ermöglicht, den Darlehensvertrag jederzeit zu kündigen (der Darlehensnehmer verpflichtet sich dann, die fällige Restsumme innerhalb von drei Monaten zurückzuzahlen). Der Darlehensnehmer würde dem zustimmen, aber ist eine solche Klausel rechtsgültig?
3. Zur Absicherung wird in einigen Foren empfohlen, eine Sicherheit für den Darlehensgeber anzugeben. Einer der Vorschläge ist, eine Grundschuld eintragen zu lassen. Das wäre z.B. bei der Immobilie, die mit dem Geld anfinanziert wird, möglich und müsste, wenn ich es richtig verstanden habe, dann aber notariell bestätigt werden. Was hätte ich aber im Zweifelfall von dieser Eintragung? (Wie) Würde sie es mir - im "worst case" ermöglichen mein Geld zurück zu bekommen?

Über eine Antwort wäre ich dankbar!

Notfall?

Jetzt vertrauliche kostenlose Ersteinschätzung von einem erfahrenen Anwalt erhalten!

Feedback noch heute.

Kostenlose Einschätzung starten
Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegeben Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

1. Mein Lebensgefährte lebt im europäischen Ausland. Gilt ein in Deutschland geschlossener Vertrag auch dort oder gäbe es hier besondere Regelgungen, die man brücksichtigen müsste?

Hier kommt es darauf an, ob Ihr Lebensgefährte in einem EU-Staat oder in einem Nicht-EU-Staat lebt bzw. ob er deutscher Staatsangehöriger ist. Da mir dies nicht bekannt ist, sind nähere Angaben dazu nicht möglich. Um diesbezüglich auf der sicheren Seite zu sein, empfehle ich Ihnen, in den Vertrag ausdrücklich mit aufzunehmen, dass deutsches Recht anwendbar sein soll.

2. Ich möchte in den Vertrag eine Klausel einfügen, die es mir ermöglicht, den Darlehensvertrag jederzeit zu kündigen (der Darlehensnehmer verpflichtet sich dann, die fällige Restsumme innerhalb von drei Monaten zurückzuzahlen). Der Darlehensnehmer würde dem zustimmen, aber ist eine solche Klausel rechtsgültig?

Nach § 488 Abs. 3 S. 1 BGB hängt die Fälligkeit des Darlehens davon ab, dass der Darlehensgeber kündigt. Hierfür ist eine Frist von 3 Monaten einzuhalten. Diese Vorschrift gilt jedoch nur, wenn für das Darlehen keine bestimmte Laufzeit vereinbart worden ist. Auch bei einer bestimmten Darlehenslaufzeit kann ein Kündigungsrecht vertraglich vereinbart werden, sodass eine solche Klausel zulässig wäre.

3. Zur Absicherung wird in einigen Foren empfohlen, eine Sicherheit für den Darlehensgeber anzugeben. Einer der Vorschläge ist, eine Grundschuld eintragen zu lassen. Das wäre z.B. bei der Immobilie, die mit dem Geld anfinanziert wird, möglich und müsste, wenn ich es richtig verstanden habe, dann aber notariell bestätigt werden. Was hätte ich aber im Zweifelfall von dieser Eintragung? (Wie) Würde sie es mir - im "worst case" ermöglichen mein Geld zurück zu bekommen?

Die Eintragung einer Grundschuld nach den §§ 1191 BGB ff. muss notariell beurkundet werden. Das Grundstück, welches mit der Grundschuld belastet ist, haftet für die Zahlung einer bestimmten Geldsumme. Der Schuldner muss dann die Zwangsvollstreckung aus der Grundschuld dulden, wobei die Verwertung aber im Wege der Zwangsversteigerung erfolgt.

Eine weitere Möglichkeit zur Absicherung des Darlehens besteht darin, dass der Schuldner ein notarielles Schuldanerkenntnis abgibt, in dem er sich der sofortigen Zwangsvollstreckung in sein gesamtes Vermögen unterwirft. Ein solches Anerkenntnis wird von jedem Notar erstellt und ist in der Regel kostengünstiger als die Eintragung einer Grundschuld.

Bitte beachten Sie, dass meine Antwort ausschließlich deutsches Recht berücksichtigt.
---------------------------------------------------------------------------------------------------
Bitte nutzen Sie bei Unklarheiten die kostenlose Nachfragefunktion. Wenn Sie eine weitere Vertretung über die hier erteilte Erstberatung hinaus wünschen, bitte ich Sie, mich zunächst per E-Mail zu kontaktieren.
Ich weise Sie darauf hin, dass diese Plattform lediglich zur ersten rechtlichen Orientierung dient und eine ausführliche Rechtsberatung nicht ersetzen kann. Es ist nur eine überschlägige Einschätzung Ihres Rechtsproblems aufgrund Ihrer Angaben zum Sachverhalt möglich. Durch Hinzufügen oder Weglassen von Angaben zum Sachverhalt kann sich eine abweichende rechtliche Bewertung ergeben.

Nachfrage vom Fragesteller 15.12.2012 | 10:01

Vielen Dank für Ihre Antwort! Ich habe eine Nachfrage zu der notariellen Schuldanerkenntnis zur Absicherung des Darlehens: wird die A) in den Darlehensvertrag integriert und dann "beides" vor dem Notar unterschrieben oder kann man B) sie auch separat vom Notar erstellen lassen und im Darlehensvertrag darauf verweisen?
Vielen Dank im Voraus!

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 16.12.2012 | 11:55

Vielen Dank für Ihre Nachfrage.

Sowohl die Variante A) als auch B) ist möglich, sodass Sie hier die Wahl haben. In der Regel wird man das notarielle Schuldanerkenntnis aber separat erstellen lassen, da für den Darlehensvertrag keine notarielle Form vorgeschrieben ist.

Mit freundlichen Grüßen

Marion Deinzer
Rechtsanwältin

Bewertung des Fragestellers 15.12.2012 | 10:02


Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

FRAGESTELLER 15.12.2012 4,8/5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 58786 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
4,8/5,0
Gute, fundierte Auskunft. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Vielen Dank für die ausführliche Antwort. Falls ich in dieser Angelegenheit einen Rechtsanwalt benötige, komme ich gerne auf Sie zurück. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Wie immer klare verständliche Antwort ...
FRAGESTELLER