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Gewerbe-Ummeldung auf die Anschrift der Eltern aufgrund viel Aufenthalt im Ausland


07.01.2017 22:36 |
Preis: 45,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Andreas Wehle



Hallo zusammen,

ich bin beruflich bedingt und auch aus Leidenschaft viel in Deutschland und vor allem Island und Skandinavien unterwegs und betreibe ein Einzelunternehmen als Fotograf und Webdesigner (Gewerbesteuerpflichtig, Umsatz ca. 100.000€), was ich eben von überall ausüben kann und auch gerne tue.

Ich bin die letzten Jahre sehr häufig umgezogen und die Sache mit einem festen Wohnsitz hat sich seit einigen Jahren komplett verabschiedet, da es für mich einfach keinen Sinn machte. Ich habe dann immer auf Zeit für mehrere Monate an diesem oder jenem Ort gewohnt und mich meistens auch entsprechend dort angemeldet und meine eigentliche Meldeanschrift bliebt bei einem Kollegen im Büro, was mir auf Dauer aber auch nicht unbedingt recht ist.

Ich habe für 2017 nun eine kleine Veränderung überlegt, mit der ich eine Konstante in die häufig wechselnde Wohnortsituation bringen möchte. Mein Vater hat mir angeboten, dass ich meinen Wohnsitz samt Gewerbe auf seine Anschrift (Eigenheim) anmelden kann, wo ich auch ein eigenes Gästezimmer habe und dort bin ich auch viel, wenn ich in Deutschland bin. Das wäre dann meine offizielle Meldeanschrift für meine Gewerbe und eben auch die Rechnungsanschrift für meine Kunden.

Mich würde vor der Ummeldung nur interessieren, was ich bei der Konstellation beachten muss bzw. was sich hier unterscheidet zu einer „typischen" Mietsituation, da ich bei meinen Eltern für das Gästezimmer ja keine Miete zahle. Ich habe da einmal etwas von einer Wohnungsgeberbestätigung gehört, konnte das nur nicht richtig auf diese Situation einordnen. Meine tatsächliche, monatliche Mietbelastung ist derzeit eben eine Mischung aus kostenlosen Übernachtungen bei Freunden und Familie und Airbnb-Wohnungen mit offiziellen Belegen und in manchen Monaten habe ich eben keinerlei Mietausgaben, da bei Freunden oder Familie.

Und kommen da auch für meine Eltern Veränderungen hinsichtlich steuerlicher Belastungen in irgendeiner Form, da ich offiziell ja dann den Haushalt von zwei auf drei Personen erweitere.

Vielen Dank vorab!

Grüße
Tim
Sehr geehrter Ratsuchender,

gern beantworte ich Ihre Frage aufgrund der von Ihnen getätigten Angaben wie folgt.

Seit dem 01.11.2015 sind die Beteiligten einer Wohnungsüberlassung melderechtlich verpflichtet die beiliegende Bescheinigung bei der Anmeldung beizufügen. Hierdurch soll ein Missbrauch von unzutreffenden Adressen in den Melderegistern vereitelt werden.
So Sie nun ein Zimmer bei Ihren Eltern in deren Eigenheim zur ständigen Verfügung erhalten sollen, benötigen Sie wahrscheinlich auch diese Bescheinigung für die Anmeldung bei der Gemeinde von Ihrem Vater.
Mit der Zahlung einer Miete hat dies nichts zu tun.

Sie haben damit einen Wohnsitz bzw. ständigen Aufenthalt in Deutschland inne, so dass Sie damit nach § 1 EStG in Deutschland unbeschränkt mit Ihrem gesamten Welteinkommen steuerpflichtig sind. Aber das ist ja sicherlich auch bisher so gewesen, so dass sich hier keine wesentlichen Neuerungen ergeben. Ggf. könnte nunmehr ein anderes Finanzamt für Sie zuständig sein, da Ihre Selbständigkeit aber schon angezeigt ist, müssen Sie ggf. nur noch eine gewerberechtliche Um- bzw. Ab- und Anmeldung bei der zuständigen Gemeinde vornehmen. So Sie einen Gewinn von mehr als 24.500 Euro im Geschäftsjahr erwirtschaften wird eine entsprechend des örtlichen Gewerbesteuerhebesatzes eine Gewerbesteuer an die Gemeinde zu entrichten sein.

So Sie für die Ausübung Ihres Gewerbes keine festen Räumlichkeiten benötigen, oder hierfür eben keine Kosten für Mieten entstehen, dann ist das halt so und Sie haben dann entsprechend keine steuerlich anrechenbaren Ausgaben.
Auf der anderen Seite haben Ihre Eltern dann auch keine steuerlich zu berücksichtigenden Einkünfte, die ggf. in einer Steuererklärung Ihrer Eltern anzugeben wären.
Ob das sinnvoll ist, bleib der Berechnung eines eventuellen Steuerberaters vorbehalten.

Aus steuerlicher Sicht sehe ich hier keine wesentlichen Veränderungen auf Sie und Ihre Eltern zukommen, jedoch aus Abgabentechnischer Seite, wie Müllgebühren, Wasser und Abwasserkosten je nach gemeindlicher Abgabensatzung.

Ich hoffe Ihre Fragen beantwortet zu haben und verbleibe mit

Mit freundlichen Grüßen

Andreas Wehle
Rechtsanwalt /Aachen

P.S. Leider kann ich hier die Datei nicht für Sie hochladen, daher der folgende Link

http://www.buergstadt.de/Dox.aspx?docid=3f383b70-c6c3-4fbc-a559-1711bca231c1
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