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Gewerbe Anmeldung versäumt - was nun?


| 30.12.2012 04:01 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Ernesto Grueneberg, LL.M.



Sehr geehrte Damen und Herren,
ich arbeite seit dem Juli diesen Jahres selbstständig neben dem Studium im Bereich Webprogrammierung für ca. 400,- EUR / Monat.
Nun habe ich bisher allerdings aus Unkenntnis versäumt ein Gewerbe anzumelden, da ich dachte, in dem "kleinen" Bereich interessiert das eh keinen, was ich verdiene.
Zumal ich mit dem Einkommen ja klar unter die Kleinunternehmer Reglung fallen würde, was ich auch beim Ausstellen von Rechnungen notiert habe (als Grund keine MwSt auszuweisen).

Meine Frage nun also:
Sollte ich / Kann ich mein Gewerbe irgendwie im Nachhinein anmelden und sind damit mögliche Strafen/Konsequenzen verbunden? Oder sollte ich einfach das Gewerbe ab 01.01.13 anmelden und darauf hoffen, dass unter der 400,- EUR Grenze, das nicht angemeldete Gewerbe eh keine Konsequenzen hat?

Mir ist klar, dass ich für den niedrigen Einsatz dieser Frage keine große umfassende Antwort verlangen kann, über eine weisende Richtung / einen groben Überblick würde ich mich aber sehr freuen!

Mit freundlichen Grüßen,
Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegeben Informationen verbindlich wie folgt beantworten:


Zu klären wäre, ob Sie gewerblich oder freiberuflich tätig sind. Bei der Freiberuflichkeit bedarf es keiner Gewerbeanmeldung.

In der Regel können Programmierer ohne Uni-Abschluss Freiberufler sein, wenn dieser in Breite und Tiefe das Wissen eines Diplom-Informatikers hat (BFH, Urt. vom 18.04.2007 - XI R 29/06). Ob dies bei Ihnen zutrifft, kann ich mangels näherer Information nicht beurteilen. Dies ginge ohnehin über eine Erstberatung hinaus.

Sollten Sie diese Anforderungen aber nicht erfüllen, hätten Sie sich als Gewerbetreibender sich beim Gewerbeamt anmelden, auch wenn Sie wenig Umsatz voraussahen.

Nach § 14 Abs. 1 GewO gilt: "Wer den selbständigen Betrieb eines stehenden Gewerbes, einer Zweigniederlassung oder einer unselbständigen Zweigstelle anfängt, muss dies der zuständigen Behörde gleichzeitig anzeigen".

Wer vorsätzlich oder fahrlässig eine Anzeige nicht, nicht richtig, nicht vollständig oder nicht rechtzeitig erstattet handelt ordnungswidrig (§ 146 Abs. 2 S. 2 GewO).

Die Ordnungswidrigkeit kann mit einer Geldbuße bis zu eintausend Euro geahndet werden.

Zu einer weiteren falschen Anzeige kann ich nicht dazu raten. Sprechen Sie beim Gewerbeamt vor und schildern das Problem. Nicht all Gewerbeämter bestehen auf diese Bußgeld.

Übrigens: haben Sie sich beim Finanzamt gemeldet? Dies müssen Sie auch tun.-

Ich hoffe, Ihnen geholfen zu haben.
Mit freundlichen Grüßen

Ernesto Grueneberg, LL.M.
Abogado
Mitglied der Rechtsanwaltskammern Berlin & Madrid

Tauentzienstr. 7a
10789 Berlin

berlin@kanzlei-grueneberg.de
Tel.: 030 577 057 75
Fax.: 030 577 057 759

Nachfrage vom Fragesteller 10.01.2013 | 02:29

Vielen Dank für die umfangreiche Antwort und auch vor Allem auch für den vorsorglichen Hinweis mit dem Finanzamt!
Ich bin einfach neu unter den "Verdienenden" und kenne mich noch nicht so gut aus... (bzw meine Pflichten)
Ich werde jetzt aber mal dem Gewerbeamt und dem Finanzamt einen Besuch abstatten.

Dankeschön!

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 10.01.2013 | 07:43

nichts zu danken nd viel erfolg

Bewertung des Fragestellers 10.01.2013 | 02:30


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