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Gewährleistung bei Schaden nach Kauf eines Gebrauchtwagen


24.09.2004 15:39 |
Preis: ***,00 € |

Kaufrecht



Hallo,
wir haben uns im Dezember 2003 bei einem Renault-Autohaus einen gebrauchten Kia gekauft. Im August 2004 mussten wir aufgrund einer mangelhaften Zylinderkopfdichtung (das komplette Motorenöl hatte es in den Kühlkreislauf gedrückt) das Auto abschleppen und wieder instandsetzen lassen. Der Kia-Vertragshändler, der diese Reparatur durchführte klärte im Vorfeld auch die Kostenübernahme mit dem Renault-Händler ab. Von den insgesamt 2052,12 Euro, bezahlte die CarGarantie ca. 916,62 Euro. Wir mußten aber die Differenz in Höhe von 1135,50 Euro bezahlen.
Inwieweit ist der Renault-Händler im Rahmen der Gewährleistung nicht verpflichtet diesen Schaden zu übernehmen? Kann ich von ihm jetzt noch die Reparaturkosten zurückfordern?
Oder kann ich sogar den Vorbesitzer zur Zahlung auffordern, weil dieser die Rückrufaktion von Kia nicht wahrgenommen hat und das Auto wissentlich mit diesem Mangel an das Renault-Autohaus weiterverkaufte? Der entstandene Folgeschaden ist ja enorm!
Im Moment läuft bei Kia noch ein Kulanzantrag auf Kostenerstattung, ob dieser ganz, teilweise oder garnicht angenommen wird ist offen.
Grundsätzlich besteht auch für ein gebrauchtes Auto eine Gewährleistungspflicht des Verkäufers. Diese beschränkt sich allerdings darauf, daß er verpflichtet ist, ein gebrauchtes Auto in einem normalen Erhaltungszustand zu liefern. Der bei Ihnen eingetretene Schaden ist also nur dann ein Mangel der Kaufsache, wenn er für ein Fahrzeug dieses Typs und dieses ALters absolut untypisch ist. Ob dies der Fall ist, kann ich aufgrund der bisher von Ihnen gemachten Angaben so nicht entscheiden, allerdings weckt Ihr Hinweis auf eine einschlägige Rückrufaktion von KIA hier bei mir schon gewisse Zweifel.

Unabhängig davon könnte Ihr Mängelanspruch zwischenzeitlich verjährt sein. Der Renault-Händler konnte die Gewährleistung in dem Kaufvertrag auf ein Jahr abkürzen, da es sich um einen Gebrauchtwagen handelte. Ich vermute, daß dies geschehen ist, aber kontrollieren sie dies bitte nochmals in dem seinerzeitigen Kaufvertrag. Eine solche 1jährige Verjährungsfrist wäre inzwischen aber abgelaufen. Das der Mangel innerhalb des ersten Jahres aufgetreten ist und der KIA-Händler sich noch innerhalb der 1jährigen Verjährungsfrist mit dem Verkäufer in Verbindung gesetzt hat (wenn auch wahrscheinlich nur wegen der CarGarantie), ist insoweit unbeachtlich, da dadurch der Ablauf der Gewährleistungsfrist nicht gehemmt wird. Dies würde dazu führen, daß ein Mängelanspruch, der vielleicht bestanden handet, wahrscheinlich inzwischen verjährt ist.

Mit freundlichen Grüßen
Udo Meisen
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 24.09.2004 | 20:02

Folgende Frage ist noch nicht beantwortet:
"Oder kann ich sogar den Vorbesitzer zur Zahlung auffordern, weil dieser die Rückrufaktion von Kia nicht wahrgenommen hat und das Auto wissentlich mit diesem Mangel an das Renault-Autohaus weiterverkaufte? Der entstandene Folgeschaden ist ja enorm!"
Danke für Ihre Beantwortung.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 24.09.2004 | 20:15

Eine Haftung des Vorbesitzers sehe ich nicht. Eine solche Haftung wäre grundsätzlich denkbar aus Vertrag, aus Delikt und aus Produkthaftung.
Eine Haftung des Vorbesitzers aus Vertrag scheidet aus, weil Sie den PKW nicht von ihm, sondern von einem Autohändler gekauft haben.
Eine Haftung aus dem Gesichtspunkt der Produkthaftung scheidet aus, da der Vorbesitzer nicht Hersteller des PKW war.
Und eine Haftung aus Delikt würde voraussetzen, daß der Vorbesitzer eine ihn treffende Pflicht verletzt hat. Es existiert jedoch keine Pflicht, eine Rückrufaktion zu befolgen. Auch mußte er den Autohändler nicht auf die fehlende Wahrnehmung der Nachbesserung hinweisen, er konnte sich insoweit auf die Sachkunde des Autohauses verlassen.

Ich hoffe, Ihnen mit diesen Angaben gedient zu haben.

Mit freundlichen Grüßen
Udo Meisen
Rechtsanwalt

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