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Geschlechtsverkehr mit einer Minderjährigen


| 28.03.2006 19:06 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Fachanwalt für Strafrecht Marc N. Wandt


| in unter 2 Stunden

Sehr geehrte RAe,

vorweg sei erwähnt, dass der Fall _nicht_ eingetreten ist, es handelt sich lediglich um eine theoretische Frage!

Was spricht die aktuelle Rechtslage dazu, wenn ein 21-jähriger mit einer 15-jährigen schläft. Davon ausgehend (falls relevant), dass sich die beiden in einem Hotel treffen. Variante 1.) mit Wissen und Einverständnis (bezogen auf das Treffen) der Eltern und Variante 2.) ohne.

Ich hoffe, die Frage war kurz und knapp (also entsprechend dem Einsatz).

Bitte verweisen Sie _auch_ auf die anzuwendenden §§. Ein Verweis genügt (keinen Text rein kopieren), ich verfüge über alle Gesetzeswerke in ihrer jeweils aktuellen Form.

Im Voraus herzlichen Dank für die Beantwortung.
Trifft nicht Ihr Problem? Wir haben 4 weitere Antworten zum Thema:
28.03.2006 | 19:42

Antwort

von

Rechtsanwalt Fachanwalt für Strafrecht Marc N. Wandt
166 Bewertungen
Sehr geehrter Fragesteller,

unter Einbeziehung Ihrer Schilderung und Ihres Beitrages beantworte ich Ihre Frage wie folgt.

Maßgeblicher Straftatbestand wäre hier § 182 StGB.

Ob die Eltern vom Treiben ihrer Tochter Kenntnis haben oder nicht spielt allerdings nur eine sekundäre Rolle.

Eine Strafbarkeit des 21-jährigen wäre nur dann gegeben, wenn er dabei die mangelnde Fähigkeit zur sexuellen Selbstbestimmung der Jugendlichen ausgenutzt hätte oder aber sexuelle Handlungen gegen Geld oder unter Ausnutzung einer Zwangslage durchgeführt werden sollen.

In dem von Ihnen geschilderten Fall dürfte, eine normale geistige Entwicklung der Jugendlichen vorausgesetzt und unter Ausschluss jedweder Zwangslage, keine Strafbarkeit gegeben sein.

Ich hoffe, Ihnen einen ersten Überblick gegeben zu haben und verbleibe

mit freundlichen Grüßen

Marc N. Wandt
Rechtsanwalt


Nachfrage vom Fragesteller 28.03.2006 | 23:56

Guten Abend,

in der Tat eine äußerst kurze Antwort. Verstehe ich es also Richtig, dass wenn beide Seiten einvernehmlich gewillt sind, hier nichts zu befürchten wäre?

Ist es richtig, dass es bei unter 14-jährigen anders verlaufen würde (Verfolgung durch die Staatsanwaltschaft)? Bedeutet dies also, dass es für 14-16 oder 14-18 jährige eine Art "Sonderregelung" gibt?

Danke für die klärende Antwort vorab.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 29.03.2006 | 00:20

Bei beiderseitiger Einvernehmlichkeit und normaler Entwicklung der Jugendlichen droht, solange keine Vergütung im Spiel ist, zumindest nach § 182 StGB keine Gefahr (ich gehe mal von fehlenden Ausnahmen wie etwa den §§ 174 a,b und c, 180 StGB aus).

Voraussetzung ist, wie bereits erwähnt, dass die jugendliche Unerfahrenheit nicht ausgenutzt wird. Dies dürfte aber, bspw. im Rahmen einer Beziehung eher unwahrscheinlich sein.

Bei unter Personen unter 14 Jahren, also bei Kindern, läge jedenfalls eine Strafbarkeit nach den §§ 176, 176a StGB vor. Eine Verfolgung durch die Staatsanwaltschaft wäre unausweichlich.

Für Jugendliche gilt also immer noch ein gewisser Schutz, dieser allerdings unter Berücksichtigung der freien Willensentfaltung derselben. Ab dem 16. Lebensjahr entfällt die strafrechtliche Bedeutsamkeit dann, mit Ausnahme der o.g. Tatbestände, nahezu vollständig.

Ich hoffe Ihre Nachfrage zufriedenstellend beantwortet zu haben und bitte zu berücksichtigen, dass eine ausführlichere Darstellung dieses komplexen Themengebietes aus berufsrechtlichen Gründen nicht für den gebotenen Einsatz durchführbar ist.

Mit freundlichen Grüßen,

Marc N. Wandt
Rechtsanwalt

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ANTWORT VON
Rechtsanwalt Fachanwalt für Strafrecht Marc N. Wandt
Iserlohn

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