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Gerichtliche Maßnahmen bei Gefährdung des Kindeswohls


09.11.2004 20:53 |
Preis: ***,00 € |

Anwaltsrecht, Gebührenrecht



Guten Tag,

ich habe ein großes Problem. Im Juli 1999 ging meine Exfrau mit meinen Kindern ins Frauenhaus und bezichtigte mich des Kindesmissbrauchs und versuchten Mordes.

Bis zu diesem Zeitpunkt war ich ein unbescholtener Familienvater, der noch nie mit der Justiz zu tun hatte. Unsere Geschichte wurde immer schlimmer, bis es dann ein Gutachten gab, dass die Vorwürfe meiner Exfrau restlos ausräumte. Unter Aufbietung aller Kräfte habe ich mich gegen ein „unmenschliches“ System zur Wehr gesetzt. Heute bin ich alleinerziehender Papa mit alleinigem Sorgerecht. Das als Kurzinformation. Ich habe als es unerträglich wurde, unsere Geschichte ins Internet gestellt, alles was auf diesen Seiten (www.papanet.de) steht, kann durch Urteile, Schriftsätze und eidesstattliche Erklärungen bewiesen werden. Im Laufe der Zeit ist aus meinem Kampf für meine Kinder eine politische Arbeit geworden. Ich erhalte viele Mails und helfe mit dieser Seite vielen Kindern.

Ich möchte hier nicht alles niederschreiben, denn das würde wohl den Rahmen sprengen. Zu sagen ist nur, dass das Wort Kindeswohl meiner Meinung nach nur Gültigkeit hat, wenn es jemanden einen geldlichen Vorteil bringt.

Heute habe ich Post bekommen, vom Amtsgericht Schleswig, dass die Anwältin Frau Z. anregt gegen mich ein Verfahren gem. BGB § 1666 einzuleiten. Begründung ich weigere mich meine Homepage zu löschen und nutze die Bilder meiner Kinder zu persönlichen Zwecken.

Ich habe meine Kinder damals ( 13.04.01) und auch heute wieder gefragt, ob ich die Bilder rausnehmen soll. Meine Kinder möchten das nicht, auch sie wollen helfen, dass ihr Schicksal anderen erspart bleibt. Ich gebe offen zu, das mein Vertrauen in Gerichte, Jugendämter, diese Politik und zum Teil auch in Anwälte zerstört ist.

Meine Frage. Ist die Einleitung dieses Verfahrens gerechtfertigt und wie soll ich mich verhalten?


Vielen Dank für Ihre Bemühungen

Olaf Fuhrmann



Sehr geehrter Herr Fuhrmann,

es ist zunächst nicht so sehr die Frage, ob das Verfahren gerechtfertigt ist, sondern erst mal, ob es möglich ist, ein solches Verfahren einzuleiten. Und MÖGLICH ist die Einleitung auf jeden Fall.
Die Rechtfertigung ist in diesem Fall eine moralische Frage, die uns hier erstmal nicht weiter bringt.

Zu Ihrer Frage, wie Sie sich verhalten sollen:
Sie sollten sich eine wirklich gute, engagierte AnwältIN (also auf keinen Fall einen Mann!) suchen, die psychologisch sehr versiert ist. Ich verfüge zwar über für Juristen untypisch hohes psychologisches Wissen, bin aber wohl leider – wenn Sie in Schleswig wohnen – zu weit weg.
Das Gericht ist gehalten, die Möglichkeit einer Gefährdung des Kindeswohls ernstzunehmen, und es prüft von Amts wegen, ob Gefährdungen gegeben sind. Das Gericht bezieht auch die Entwicklung der Kinder mit in die Prüfung ein. Wenn Ihre Kinder vortragen, dass sie gerne bei Ihnen sind und sich sehr wohl fühlen, und wenn sie auf das Gericht einen gut entwickelten Eindruck machen, dürfte Ihnen nichts passieren.
Gegebenenfalls müsste ein psychologischer Gutachter eingeschaltet werden.
Sie müssen (nochmals) darlegen, wie gut es den Kindern geht, und wie schlecht es ihnen bei der Mutter ginge, warum diese nicht geeignet ist, die Kinder zu erziehen etc.

Gegebenenfalls müssten Sie vielleicht die Fotos vom Netz nehmen.

Ich kann den guten Ausgang aber natürlich nicht garantieren. Bei Gericht arbeiten keine Psychologen, und leider merkt man das häufig auch. Das OLG Naumburg hat ja z.B. entschieden, dass ein türkischer Vater nicht das Sorgerecht für sein Kind bekam, als die nichteheliche Mutter verstarb. Das Kind lebt bei deutschen Pflegeeltern. Sie sehen an diesem Beispiel, dass juristischer Sachverstand nicht unbedingt etwas mit dem Leben zu tun haben muss. Bei Gericht arbeiten nur Menschen, mit Fehlern und Schwächen. Man bekommt ein Urteil, aber nicht unbedingt Gerechtigkeit.
Nachdem ich Ihre Website gelesen habe, weiß ich, was Sie durchgemacht haben und bewundere Ihren Mut und Ihre Hartnäckigkeit. Geben Sie nicht auf und bauen Sie ein stützendes Netzwerk auf (sofern dieses nicht schon besteht).
Ich hoffe dennoch, Ihre Frage zufriedenstellend beantwortet zu haben.
Für Rückfragen und weitere Informationen stehe ich Ihnen selbstverständlich jederzeit gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
Michaela Albrecht
Rechtsanwältin

Elbestraße 33 64390 Erzhausen
Fon +49 +6150 961 994
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