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Generalvollmacht aber kein testament


10.09.2017 20:48 |
Preis: 30,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von


in unter 1 Stunde

Mein Bruder ist verstorben und hat mir vor seinem Tod eine notariell beglaubigte Generalvollmacht gegeben.
Ein formelles Testament existiert nicht, er hat mir aber gesagt wie ich mit seinem verbleibenden Vermögen verfahren soll (einen Teil an mich, einen Teil an meine Kinder / seine Neffen und deren Kinder. Ich als sein Bruder bin der einzige Verwandte. Das Vermögen umfasst eine Wohnung und Barvermögen von in Summe ca. 300.000 EUR.

Kann ich jetzt auf Basis der Vollmacht diesen Erbwunsch selbst umsetzen - und wenn ja wie? Soll ich auf Basis meiner Vollmacht ein Testament schreiben?

Oder fällt schlimmstenfalls alles mir zu - mit den entsprechenden Erbschaftssteuerrechtlichen Konsequenzen?
10.09.2017 | 21:12

Antwort

von


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Sehr geehrter Fragesteller,



Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen wie folgt beantworten:


Wenn Ihr Bruder ohne wirksames Testament verstorben ist, gilt die gesetzliche Erbfolge. Ein Testament kann nur persönlich errichtet werden, so dass weder die Vollmacht noch die mündliche Anweisung etwas an der Erbfolge ändert.

Wenn also weder Abkömmlinge noch Ehefrau, Eltern oder weitere Geschwister vorhanden sind, sind Sie offenbar Alleinerbe geworden.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen.



Mit freundlichen Grüßen

Anja Holzapfel
-Rechtsanwältin-


Nachfrage vom Fragesteller 11.09.2017 | 10:29

Hallo Frau Holzapfel, danke für die Antwort. Ich war tatsächlich der Ansicht, die Generalvollmacht würde mich ermächtigen das Testament für ihn zu schreiben - weil er später gar nicht mehr in der Lage war zu schreiben oder zum Notar zu gehen.

Hätte ich das vor seinem Tod machen müssen, oder wäre das gar nicht möglich gewesen auf Basis einer Vollmacht?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 11.09.2017 | 10:36

Sehr geehrter Fragesteller,


gern beantworte ich Ihre Nachfrage wie folgt:

Ein Testament muss der Betroffene höchstpersönlich verfassen. Hier ist Stellvertretung unzulässig. Auch vor dem Todesfall hätten Sie kein wirksames Testament für Ihren Bruder schreiben können.

Ihr Bruder hätte entweder beim Notar ein Testament beurkunden lassen oder handschriftlich ein eigenes Testament verfassen müssen.


Es tut mir Leid, dass ich Ihnen keine für Sie angenehmere Auskunft geben kann.


Mit freundlichen Grüßen aus Wunstorf

Anja Holzapfel

ANTWORT VON

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