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Generalvollmacht: Antrag auf Erbschein möglich?


07.10.2011 06:58 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Holger J. Haberbosch


in unter 2 Stunden

Zum Thema Generalvollmacht habe ich folgende Fragen:

1. Wie lange gilt eine (uneingeschränkte) Generalvollmacht (Vorsorgevollmacht), wenn in der Vollmacht keine Regelung über deren Dauer getroffen worden ist?
Gilt sie insbesondere über den Tod des Ausstellers hinaus?

2. Der Inhaber der Vollmacht ist kein Erbe.
Kann er dennoch Antrag auf Ausstellung eines Erbscheins stellen?

3. Kann er einen solchen Antrag auch ohne Zustimmung der Erben stellen?

4. Wer muss in diesem Fall für die Kosten des Erbscheins aufkommen?

5. Kann der Inhaber der Vollmacht alleine Antrag auf Nachlassverwaltung stellen?

6. Kann er einen solchen Antrag auch ohne Zustimmung der Erben stellen?

7. Wer muss in diesem Fall für die Kosten der Nachlassverwaltung aufkommen?

8. Ist der Inhaber der Vollmacht dazu verpflichtet, Maßnahmen zu ergreifen, um z.B. die Überziehung von Konten des Erblassers zu verhindern und die Rückzahlung noch laufender Darlehen zu ermöglichen oder kann er das den Erben überlassen?

Für die Beantwortung der Fragen vielen Dank!

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Diese Antwort ist vom 07.10.2011 und möglicherweise veraltet. Stellen Sie jetzt Ihre aktuelle Frage und bekommen Sie eine rechtsverbindliche Antwort von einem Rechtsanwalt.

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07.10.2011 | 07:32

Antwort

von

Rechtsanwalt Holger J. Haberbosch
222 Bewertungen
Sehr geehrter Fragesteller,

ich möchte Ihre Fragen anhand des dargestellten Sachverhaltes und des ausgelobten Einsatzes im Rahmen einer ersten rechtlichen Einschätzung wie folgt beantworten:

1. Wie lange gilt eine (uneingeschränkte) Generalvollmacht (Vorsorgevollmacht), wenn in der Vollmacht keine Regelung über deren Dauer getroffen worden ist?
Gilt sie insbesondere über den Tod des Ausstellers hinaus?

Eine uneingeschränkte Vollmacht gilt im Zweifel, d.h. wenn keinerlei Anhaltspunkte auf etwas anderes hindeuten auch über den Tod hinaus, kann aber jederzeit, auch von den Erben widerrufen werden.

2. Der Inhaber der Vollmacht ist kein Erbe.
Kann er dennoch Antrag auf Ausstellung eines Erbscheins stellen?
Mangels Erbberechtigung kann der Vollmachtnehmer keinen Erbscheinsantrag für sich selbst stellen, für einen Dritten nur dann, wenn er diesen wiederum vertreten sollte, hierfür benötigt dieser aber wiederum eine gesonderte Vollmacht.

3. Kann er einen solchen Antrag auch ohne Zustimmung der Erben stellen?
Nein, siehe oben.

4. Wer muss in diesem Fall für die Kosten des Erbscheins aufkommen?
Siehe oben.

5. Kann der Inhaber der Vollmacht alleine Antrag auf Nachlassverwaltung stellen? Nein, das Antragsrecht steht nur dem Erben, bei mehreren Erben diesen gemeinschaftlich oder unter weiteren Voraussetzungen auch den Nachlassgläubigern zu.

6. Kann er einen solchen Antrag auch ohne Zustimmung der Erben stellen?
Nein, siehe oben.

7. Wer muss in diesem Fall für die Kosten der Nachlassverwaltung aufkommen?
Für die Nachlassverwaltung haftet stets nur der Nachlass selbst.

8. Ist der Inhaber der Vollmacht dazu verpflichtet, Maßnahmen zu ergreifen, um z.B. die Überziehung von Konten des Erblassers zu verhindern und die Rückzahlung noch laufender Darlehen zu ermöglichen oder kann er das den Erben überlassen?

Je nach Ausgestaltung der Vollmacht treffen den Vollmachtsnehmer Verpflichtungen, insbesondere auch die ordnungsgemäße Verwaltung des Nachlasses.Hierzu gehört insbesondere auch die Vermögensverwaltung also auch die von Ihnen benannten Punkte. Die Erben sind hierfür aber gleichwohl ebenfalls verantwortlich.

Für eine weitergehende Vertretung oder Beratung stehe ich Ihnen gerne unter Haberbosch@erbfall.eu zur Verfügung.

Bitte beachten Sie, dass es sich bei dieser Online-Beratung lediglich um eine erste rechtliche Einschätzung auf Grund der von Ihnen geschilderten Sachverhaltsumstände handelt. Das Weglassen oder Hinzufügen von Umständen kann die rechtliche Beurteilung nicht nur unerheblich verändern.


Rechtsanwalt Holger J. Haberbosch
Fachanwalt für Steuerrecht, Fachanwalt für Erbrecht

ANTWORT VON
Rechtsanwalt Holger J. Haberbosch
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