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Gebäudeversicherung mit Elementarschaden / Wasserschaden / Starkregen


06.08.2017 19:49 |
Preis: 55,00 € |

Versicherungsrecht, Privatversicherungsrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Sehr geehrte Damen und Herren,
wohne im Bungalow, der voll unterkellert ist, Baujahr 1972. Nie Probleme mit Grundwassereinbruch gehabt.

Ende Juni viel in 2 Tagen extrem viel Regen, über 150 l/m2 (Starkregen, Feuerwehr rief Notstand aus)
Nun drang durch den Kellerfußboden an mehreren Stellen Wasser in den Keller ein und die Versicherung lehnt eine Schadensübernahme ab mit folgender Begründung:
"Bei Schäden die durch ansteigendes Grundwasser und Überschwemmung verursacht werden ist eine Trennung der versicherten Ursache Überschwemmung von dem nicht versicherten Schaden durch Grundwassereintritt nicht möglich"

Der Regen ließ nach und dann hatte ich auch keinen Wassereinbruch mehr im Keller.
Nach meiner Meinung ist der Starkregen eindeutig als Ursache für den Wassereinbruch erkennbar und die Versicherung muss den Schaden übernehmen.

Wie sehen Sie diesen Fall?

Mit freundlichen Grüßen
06.08.2017 | 20:41

Antwort

von


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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Ich gehe davon aus, dass Sie in der Gebäudeversicherung Elementarschäden mitversichert haben.

In Ihrem Fall kommt - wie von Ihnen geschildert - die Versicherung wegen Überschwemmung in Betracht. Eine Überschwemmung im Versicherungsrecht liegt vor, wenn ein Gewässer über das Ufer tritt oder wenn das Grundstück durch Regen überschwemmt wird. Gelangt dabei Grundwasser an die Oberfläche und dann ins Haus, besteht auch dafür Versicherungsschutz. Nicht versichert sind Schäden, durch eine Sturmflut und Schäden durch Grundwasser, wenn dies nicht an die Oberfläche gelangt ist. Dringt daher Grundwasser in das Mauerwerk des Kellers ein, weil es gestiegen ist, handelt es sich nicht um einen versicherten Schaden.

Daher ist maßgeblich, ob in Ihrem Fall das Grundwasser zuvor an die Oberfläche getreten ist. In diesem Fall muss die Versicherung zahlen. Sollte allerdings das Grundwasser nur kurzfristig gestiegen sein, besteht leider kein Versicherungsschutz, so dass die Schäden von der Versicherung nicht reguliert werden müssen.

Wenn bereits der Notstand ausgerufen wurde und in Anbetracht der von Ihnen geschilderten Niederschlagsmenge kann durchaus davon ausgegangen werden, dass bereits Grundwasser an die Oberfläche getreten war.

Des Weiteren versichert ist ein eventueller Rückstau. Sollte also auch Wasser - bspw. durch Abflüsse im Keller - eingetreten sei, bestünde hier ebenfalls Versicherungsschutz.

Sie tragen bedauerlicherweise für die Überschwemmung/den Rückstau die volle Beweislast. Diese kann durch Zeugen oder auch einen Sachverständigen mit den entsprechenden Auskünften des deutschen Wetterdienstes geführt werden.

Für Rückfragen stehe ich gerne zur Verfügung.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Ralf Hauser, LL.M.
Fachanwalt für Verkehrsrecht, Fachanwalt für Arbeitsrecht

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