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GbR, Rechnungen von Gesellschaftern an Gesellschaft


| 07.12.2008 15:55 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Sehr geehrte Damen und Herren,

ein Kollege und ich (gleiche Branche) haben vor 2 Jahren aus folgenden Gründen eine GbR mit Gesellschaftsvertrag gegründet:

1. geringster Gründungsaufwand ohne Mindestkapital aber trotzdem „rechtlich saubere Basis“
2. Durchführung von größeren Projekten die einer alleine von uns nicht bekommen oder schaffen würde.
3. nur ein Auftragnehmer gegenüber dem Auftraggeber

Der Kollege und ich sind seit vielen Jahren Freiberuflich tätig, wir sind Vorsteuerabzugsberechtigt und erstellen eigene Jahresabschlüsse (Bilanz, GuV) für unsere Einkommensteuererklärung.

Die Gesellschaft selbst hat keine eigenen Büroräume oder Anlagevermögen, stellt nichts her, kauft alle Leistungen von außen an und dient lediglich als Plattform für 2 Kollegen zur gemeinsamen Auftragsdurchführung.

Die GbR stellt nach Abschluss eines Auftrags eine Rechnung an den Auftraggeber. Die Gesellschafter (wir) stellen dann 2 Rechnungen an die GbR und belassen einen geringen Teil der Gesamtsumme im Unternehmen um laufende Kosten decken zu können (Internetseiten, Telefon, etc.). Beispiel:
GbR an Auftraggeber: EUR 1.000,- plus USt.
Gesellschafter 1 an GbR: EUR 480,- plus USt. (steuerpflichtige Erlöse beim Gesellschafter)
Gesellschafter 2 an GbR: EUR 480,- plus USt. (steuerpflichtige Erlöse beim Gesellschafter)

Die GbR verteilt/verlagert die Einnahmen somit „auf die Schultern“ der Gesellschafter.

Die GbR erstellt einen Jahresabschluss. Der (geringe) Gewinn wird im Formular „gesonderte und einheitliche Feststellung“ erfasst, in die Einkommensteuererklärung des jeweiligen Gesellschafters aufgenommen und beim Finanzamt eingereicht. Das verbliebene (geringe) Eigenkapital wurde bisher immer in der GbR belassen.

Diese Verfahrensweise war in 2 Geschäftsjahren seitens des Finanzamts ohne Beanstandungen. Nach Aussage eines Anwalts kurz vor Gründung der GbR sei das auch in Ordnung, allerdings fehlen uns rechtsverbindliche Bestätigungen dafür. Diese möchte ich vor einer möglichen Betriebsprüfung vorliegen haben.

Meine Frage: Ist unsere Verfahrensweise der Rechnungsstellung (GbR an Auftraggeber – Gesellschafter jeweils 50% an GbR) und die Erlösverlagerung an die Gesellschafter steuerrechtlich in Ordnung.

Bitte nennen Sie uns unabhängig von Ihrer Antwort gesetzliche Regelungen für unseren Fall und ggf. relevante Gerichtsurteile.

Ich bedanke mich im Voraus sehr herzlich.
07.12.2008 | 17:04

Antwort

von


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Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Online-Anfrage, die ich aufgrund Ihrer Angaben gerne wie folgt beantworten möchte:

Ja, die Verfahrensweise der Rechnungsstellung (GbR an Auftraggeber / Gesellschafter an GbR) ist steuerrechtlich nicht zu beanstanden, denn ein Gesellschafter kann an die Gesellschaft sowohl Leistungen erbringen, die ihren Grund in einem gesellschaftsrechtlichen Beitragsverhältnis haben, als auch Leistungen, die auf einem GESONDERTEN schuldrechtlichen Austauschverhältnis beruhen.

Die umsatzsteuerrechtliche Behandlung dieser Leistungen richtet sich danach, ob es sich um Leistungen handelt, die als Gesellschafterbeitrag durch die Beteiligung am Gewinn oder Verlust der Gesellschaft abgegolten werden, oder um Leistungen, die gegen Sonderentgelt ausgeführt werden und damit auf einen Leistungsaustausch gerichtet sind. Entscheidend ist die tatsächliche Ausführung des Leistungsaustauschs und nicht allein die gesellschaftsrechtliche Verpflichtung (Abschn. 6 Abs. 3 Sätze 2 und 3 UStR 2008).

Bei Leistungen aufgrund eines gegenseitigen Vertrages, durch den sich der Gesellschafter zu einem Tun, Dulden oder Unterlassen und die Gesellschaft sich hierfür zur Zahlung einer Gegenleistung verpflichtet, sind die Voraussetzungen des § 1 Abs. 1 Nr. 1 Satz 1 UStG für einen steuerbaren Leistungsaustausch regelmäßig erfüllt, wenn der Gesellschafter Unternehmer ist (Abschn. 6 Abs. 4 Satz 3 UStR 2008).

So verhält es sich im vorliegenden Fall, da beide Gesellschafter seit vielen Jahren als Unternehmer freiberuflich tätig sind und die GbR lediglich als Plattform zur gemeinsamen Auftragsdurchführung dient und alle Leistungen von außen ankauft.

Deshalb ist es steuerrechtlich auch nicht zu beanstanden, wenn die GbR vom Ergebnis her die Einnahmen „auf die Schultern“ der Gesellschafter verlagert.

Ich hoffe, dass ich Ihnen in der Sache weiterhelfen konnte.

Mit besten Grüßen

Reinhard Schweizer
Rechtsanwalt, Dipl.-Finanzwirt


Bewertung des Fragestellers 14.02.2009 | 17:10


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