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Fußbruch auf gewerblich genutztem Privatgrundstück


07.10.2017 14:48 |
Preis: 51,00 € |

Schadensersatz


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Zusammenfassung: Bei Verletzung einer Verkehrssicherungspflicht können Immobilieneigentümer wegen eines Unfalls in Anspruch genommen werden. Dies schließt ein angemessenes Schmerzensgeld mit ein.


Am Montag war ich auf dem Weg zu meinem Chiropraktiker, der seine Praxis in dem Innenhof eines Mehrfamilienhauses hat. Bei betreten des Grundstückes ist kein Schild "betreten auf eigene Gefahr" vorhanden. Das Grundstück bzw der Innenhof wird ausschließlich gewerblich genutzt, hier ist mein Chiropraktiker und ein weiteres Unternehmen ansässig, ein Zugang zum Wohnhaus ist nicht vorhanden. Der Gehweg dort besteht aus ca 40X40 cm Steinplatten, die moosig grün sind, da nicht gereinigt. Da es feucht war und ich um die Ecke (bereits im Innenhof) gehen wollte rutschte ich aus und brach mir den Innenknöchel, den Außenknöchel und das untere Schienbein. Ich würde in die Präfixe meines Chiropraktikers getragen und dieser informierte den Vermieter bzw Besitzer des Hauses. Bereits im vergangenen Jahr bat er diesen den Gehweg ordnungsgemäß zu reinigen und zu säubern, da diese extrem rutschig sind. Dem wurde nicht nachgekommen. Da ich nächsten Montag eine Reise antreten wollte und diese nur zum Teil von der Reiserücktrittsversicherung (wohl) übernommen wird (ein Freund und ich wollten zusammen fahren, meine Kosten werden übernommen, für ihn entstehen durch die Teilstornierung neue Kosten), zudem bei dem Fall mein Handy kaputt ging frage ich mich nun, ob der Besitzer diese Kosten übernehmen muss. Ich habe eine Unfallversicherung, die Krankentage und meinen stationären Aufenthalt mit 40 Euro begleichen, kann ich dennoch solche oder ähnliche anspruche geltend machen? Ggf. auch Schmerzensgeld? Und muss ich eine Anzeige bei der Polizei machen? Ich habe Beweisbilder als auch den Namen und die Anschrift des Besitzers. Wie wahrscheinlich ist es wohl ohne Klage einen Betrag zu erhalten und gibt es Fristen für die Geltendmachung etwaiger Ansprüche? Angaben von Rechtsgrundlagen wären auch super.Am liebsten wäre es mir, wenn ein RA ein Schreiben aufsetzen würde.

Bisherige Schäden:

- Handy
- nach Regulierung der Reiserücktrittsversicherung der Teilstornierung des Urlaubs - zusätzliche Kosten für meinen Freund -> 180 Euro
- Schmerzensgeld?
- Tagegeld?
- ?

Dankeschön
07.10.2017 | 15:20

Antwort

von


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Sehr geehrte(r) Fragesteller(in),

Sie haben Anspruch auf Schadensersatz aufgrund Verletzung von Verkehrssicherungspflichten gem. § 823 Abs. 1 BGB.

Sofern aber Ihre Unfallversicherung den Schaden bereits reguliert hat, können Sie nicht nochmals Schadensersatz vom Verletzer verlangen, da Sie dann überkompensiert würden. Schadensersatz können Sie also nur insoweit verlangen, wie Ihre Versicherungen den Schaden nicht bereits ersetzt haben.

Wenn sich aber nicht nur ein allgemeines Lebensrisiko realisiert hat sondern eine Pflichtverletzung des Eigentümers bzw. Vermieters nachweisbar ist, könnten Sie durchaus auch Schmerzensgeld gem. § 253 BGB verlangen.

Eine Anzeige bei der Polizei ist aber mangels Straftat nicht erforderlich. Eine Erfolgsgarantie gibt es nicht. Sie sollten Ihre Ansprüche aber alsbald geltend machen, am besten durch einen Rechtsanwalt vor Ort, den Sie unter der Internetadresse

https://anwaltauskunft.de/anwaltssuche/erweitert/

leicht ausfindig machen können. Dieser kann Ihnen auch nach Sichtung des vollständigen Sachverhalts und unter Beifügung der entsprechenden Belege ein Anspruchsschreiben formulieren. Dies ist deshalb wichtig, da möglicherweise auch eine Ortsbesichtigung und Verhandlungen vor Ort vonnöten sind, um Ihre Ansprüche durchzusetzen.

Ich hoffe, Ihnen mit meinen Ausführungen geholfen zu haben und verbleibe

mit besten Grüßen

Dr. Andreas Neumann
Rechtsanwalt

Port7 Rechtsanwälte
Münster


Nachfrage vom Fragesteller 07.10.2017 | 15:24

Hieße also auch, wenn ich bin meiner Unfallversicherung kein Schmerzensgeld erhalte (dies ist nämlich der Fall) kann ich es von dem Eigentümer einfordern? Nur eben nicht Tagegeld etc.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 07.10.2017 | 15:29

Vollkommen richtig! Sie haben gem. § 253 Abs. 2 BGB in Verbindung mit § 823 Abs. 1 BGB Anspruch auf ein angemessenes Schmerzensgeld vom Verursacher des Unfalls. Sie können es daher vom Eigentümer einfordern oder einfordern lassen. Es reicht eine Schilderung des Sachverhalts und eine eindeutige Aufforderung zur Zahlung.

§ 253 Abs. 2 BGB lautet: "Ist wegen einer Verletzung des Körpers, der Gesundheit, der Freiheit oder der sexuellen Selbstbestimmung Schadensersatz zu leisten, kann auch wegen des Schadens, der nicht Vermögensschaden ist, eine billige Entschädigung in Geld gefordert werden."

§ 823 Abs. 1 BGB lautet: "Wer vorsätzlich oder fahrlässig das Leben, den Körper, die Gesundheit, die Freiheit, das Eigentum oder ein sonstiges Recht eines anderen widerrechtlich verletzt, ist dem anderen zum Ersatz des daraus entstehenden Schadens verpflichtet."

Ich hoffe, Ihnen damit geholfen zu haben und wünsche Ihnen für die Durchsetzung allen erdenklichen Erfolg.

Mit den besten Grüßen

Dr. Andreas Neumann
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