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Fußballtickets weiterverkaufen


| 12.12.2011 18:15 |
Preis: ***,00 € |

Kaufrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Maike Domke



Ich habe folgende Rechtsfrage:

Vor einigen Tagen habe ich über meinen Arbeitgeber 4 Tickets für ein Fußballspiel bezogen. Diese waren zum regulären Vollzahlerpreis, also nicht vergünstigt. In den Bedingungen (keine AGBs, nur Hinweis im Angebot) stand, dass der Weiterverkauf der Tickets unzulässig ist (keine weiteren Angaben). Nun habe ich 2 dieser Karten für Freunde gekauft, die kurzfristig absagen mussten. Da eine Rückgabe der Karten nicht möglich war habe ich mich trotz alledem für einen Verkauf der Karten über ein Internetauktionshaus entschieden. Ich habe eine Auktion mit 30 Euro Startpreis erstellt + Sofortkaufangebot über 100 Euro. (Originalpreis der Karten: 80 Euro) Nach Beendigung der Auktion (Endpreis 90Euro) habe ich eine Nachricht erhalten (nicht vom Verkäufer, sondern einem anderen anonymen Mitglied der Plattform), dass ich diese Karten über meinen Arbeitgeber bezogen habe und darauf hingewiesen wurde, sowohl vom Verein, als auch meinem Arbeitgeber, dass ein Weiterverkauf unzulässig ist. Mir wurde des weiteren Vorgeworfen, dass ich hier einen kommerziellen Zweck verfolge.
Sie drohten mir eine strafrechtliche und arbeitsrechtliche Verfolgung der Sache an und wollten das Thema an die Rechtsabteilung weitergeben.
Dass ich gegen die AGBs des Vereins verstoßen habe, ist mir bewusst, auch dass dies einen zivilrechtlichen Anspruch nach sich ziehen kann.
Der letztendliche "kommerzielle Erfolg" betrug jedoch nach Abzug aller Gebühren für diese Auktion genau 40cent!

Zur weiteren Info: Ich habe den Verkauf von solchen Tickets in den letzten 4 Jahren 3 Mal praktiziert, betreibe damit also kein Gewerbe.

Meine Fragen sind nun:
1. Kann diese Sache strafrechtlich verfolgt werden?
2. Welche Auswirkungen könnte das Ganze in arbeitsrechtlicher Hinsicht haben?
3. Da diese Nachricht sehr allgemein geschrieben war und keinerlei offiziellen Bezug hat, vermute ich eine leere Drohung, zu Recht?

Vielen Dank für eine schnelle und gute Antwort.

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Sehr geehrter Ratsuchender,
vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich im Rahmen einer Erstberatung wie folgt beantworten möchte:
1. Kann diese Sache strafrechtlich verfolgt werden?
Der Fußballverein wird in seinen AGBs untersagt haben, dass der Erwerber der Tickets diese weitergeben darf. Hintergrund ist hier, den Schmarzmarkthandel mit überhöhten Preisen für Tickets zu unterbinden. Außerdem soll verhindert werden, dass die Tickets an die sog. Hooligans verkauft werden.
Nach der Rechtsprechung ist es jedoch privaten Käufern von Fußballtickets gestattet, diese bei Verhinderung weiterzuverkaufen, auch über Onlinemarktplätze. Der BGH mit Urteil vom 11.09.2008 (Aktenzeichen I ZR 74/06) entschieden, dass Ticketmarktplätzen nicht der Handel mit Eintrittskarten verboten werden kann, die sie von Privatpersonen erworben haben. Damit stärkt das Gericht die Rechte von Fans, die ihre Tickets über Marktplätze im Internet weiterverkaufen.
Insofern kommt keine strafrechtliche Verfolgung in Betracht.

2. Welche Auswirkungen könnte das Ganze in arbeitsrechtlicher Hinsicht haben?
Ich kann mir nicht vorstellen, das Ihr Verhalten arbeitsrechtliche Konsequenzen haben kann. Sie haben die Tickets zum regulären Preis gekauft, waren verhindert und haben sie weiterverkauft. Im Grunde kann Ihrem Arbeitgeber das völlig egal sein und wird es auch.

3. Da diese Nachricht sehr allgemein geschrieben war und keinerlei offiziellen Bezug hat, vermute ich eine leere Drohung, zu Recht?
Ja, das würde ich annehmen, anonyme Drohungen werden von Feiglingen geschrieben. Wenn jemand Ihnen etwas sagen möchte, dann soll er scih zu erkennen geben.
Sie brauchen wegen dieser Sache jedenfalls keine schlaflosen Nächte zu haben. Sie haben sich weder strafbar gemacht, noch haben Sie, jedenfalls nach dem, was Sie hier geschildert haben, arbeitsrechliche Konsequenzen zu fürchten.

Die von mir erteilte rechtliche Auskunft basiert ausschließlich auf den von Ihnen zur Verfügung gestellten Sachverhaltsangaben. Bei meiner Antwort handelt es sich lediglich um eine erste rechtliche Einschätzung des Sachverhaltes, die eine vollumfängliche Begutachtung des Sachverhalts nicht ersetzen

Nachfrage vom Fragesteller 16.12.2011 | 13:33

Zu Punkt 2 habe ich noch eine Frage: Ich habe mittlerweile herausgefunden, dass diese "Drohmail" tatsächlich von meinem Arbeitgeber (großes Unternehmen) unter einem Avatar der Internetplattform verschickt wurde. Es ist dem Arbeitgeber also wohl nicht wirklich egal. Gibt es hier eine gestzliche Grundlage, aus der der Arbeitgeber hier gegen mich vorgehen könnte, sollte er die Drohung tatsächlich wahrmachen?(Auch unter dem Hintergrund, dass mein Arbeitgeber als Sponsor des Fußballvereins auftritt)Hintergrund ist auch, dass das in der Vergangenheit wohl öfter missbräuchlich betrieben wurde.
Vielen Dank

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 16.12.2011 | 13:47

Sehr geehrter Ratsuchender,

wenn Ihnen vorher nicht gesagt wurde bzw. es in der Firma absolut üblich und erwünscht ist, dass nur Firmenangehörige von den Karten profitieren, kann man arbeitsrechtlich nichts gegen Sie unternehmen, außer darauf hinweisen, dass derlei Geschäfte ab sofort nicht mehr erwünscht sind.
Ein Grund für eine Abmahnung oder dergleichen liegt hierin nicht. Es ist letztlich Ihre Privatsache außer eben es gab Anweisungen hinsichtlich der Tickets, die IHnen bekannt waren.

Es wundert mich aber, dass Ihr Arbeitgeber anonym via Internet an Sie herantritt und Sie nicht direkt an Ihrem Arbeitsplatz angesprochen werden. Daher kann ich mir kaum vorstellen, dass diese Mail von den Verantwortlichen Ihrer Firma legitimiert ist.
Insofern würde ich mir immer noch keine Sorgen machen.

Mit freundlichen Grüßen
Maike Domke
- Rechtsanwältin -

Bewertung des Fragestellers 12.12.2011 | 19:59


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FRAGESTELLER 12.12.2011 4,8/5.0
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