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Fristlose Kündigung einer Mietwohnung


04.12.2008 17:20 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum



Ein Bekannter von mir - ohne Internetanschluss - hat folgendes Problem.

Wegen Mietrückständen von etwa 900 € hat der Vermieter das Mietverhältnis fristlos gekündigt.
Dazu kommen noch die üblichen Anwaltskosten der Gegenseite.

Die Miethöhe ist regulär 270 €.
Um die Mietrückstände auszugleichen, zahlt der Bekannte inzwischen 350 € im Monat.
Die 350 € wurden dem Vermieter angeboten, damit die reguläre Miete bezahlt wird + 80 €, zur Verringerung des Mietrückstandes.

Frage 1:

Gibt es die Möglichkeit, die Räumung zu verhindern, weil der Bekannte inzwischen 80 € mehr zahlt, als die Miete eigentlich ist?
Der Bekannt zahlt seit Oktober 2008 mehr und kann diese Zahlung auch weiterhin machen.

Frage 2:

Ich glaube, ab drei Monatsmieten Rückstand ist eine Kündigung der Wohnung möglich.
Zählt hier nur der reine Mietrückstand?
Oder kann der gegnerische Anwalt zu den Mietrückständen, auch noch sein Honorar addieren.
Ohne Honorar des gegnerischen Anwaltes ist der Bekannt inzwischen unter den drei Monatsmieten.
Zählt das Honorar des gegnerischen Anwaltes mit, schuldet der Bekannte noch mehr als drei Monatsmieten.



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Sehr geehrte/r Fragesteller/in,

auf Grund des von Ihnen geschilderten Sachverhaltes und unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes beantworte ich Ihre Frage zusammenfassend wie folgt:

1.) Sofern ein Räumungstitel (gerichtliches Räumungsurteil) besteht, können Sie leider nur noch bei einer unzumutbaren Härte die Räumung verhindern.

Sofern ein Räumungstitel nicht vorliegt, sollte sich Ihr Bekannter auf die Zahlungsvereinbarung, sofern eine solche mit dem Vermieter geschlossen wurde, berufen und deren Einhaltung verlangen.

2.) Grundsätzlich ist das Anwaltshonorar nicht einzubeziehen.

Ein wichtiger Grund, welcher gemäß § 543 BGB den Vermieter zur außerordentlichen fristlosen Kündigung berechtigen würde, ist gegeben, wenn der Mieter für zwei aufeinander folgende Termin mit der Entrichtung der Miete oder eines nicht unerheblichen Teils der Miete in Rückstand ist oder in einem Zeitraum, der sich über mehr als zwei Termine erstreckt, mit der Entrichtung der Miete in Höhe eines Betrages in Verzug ist, der die Miete für ZWEI Monate erreicht.

---

Abschließend möchte ich Sie darauf hinweisen, dass es sich bei dieser Antwort, basierend auf Ihren Angaben, lediglich um eine erste rechtliche Einschätzung des Sachverhaltes handelt. Diese kann eine umfassende Begutachtung nicht ersetzen. Durch Hinzufügen oder Weglassen relevanter Informationen kann die rechtliche Beurteilung völlig anders ausfallen.

Ich hoffe, Ihnen einen Überblick gegeben zu haben und stehe Ihnen gerne weiterführend, insbesondere im Rahmen der kostenlosen Nachfragefunktion, zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Maik Elster
Rechtsanwalt
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