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Freistellung zwecks Vorstellungsgepräch bei befristetem Arbeitsverhältnis


25.07.2006 21:34 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Wolfram Geyer


| in unter 2 Stunden

Situation:

Meine Tochter befindet sich in einem befristeten Arbeitsverhältnis,
d.h.bezahltes Praktikum im Rahmen einer dreijährigen Ausbildung.

Nun hat Sie kurzfristig einen Vorstellungstermin für ein daran anschliessendes unbefristetes Arbeitsverhältnis bekommen und zwar in einer anderen Stadt, was gleichbedeutend mit einem Tag Abwesenheit wäre.

Der Arbeitgeber verweigert allerdings eine Freistellung wegen
Unterbesetzung.

Hat meine Tochter die Möglichkeit, dagegen rechtlich vorzugehen?
Trifft nicht Ihr Problem? Wir haben 105 weitere Antworten zum Thema:
25.07.2006 | 22:09

Antwort

von

Rechtsanwalt Wolfram Geyer
555 Bewertungen
Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),


Der Ausbilder muss Ihre Tochter analog § 629 BGB für das Bewerbungsgespräch freistellen. Diese Vorschrift gilt wegen der allgemeinen Fürsorgepflicht des Arbeitgebers bzw. Ausbilders entsprechend für befristete Arbeitsverhältnisse sowie (erst recht) für Ausbildungsverhältnisse.

Dennoch darf Ihre Tochter der Arbeit bzw. Ausbildung nicht einfach fernbleiben, dies kann den Arbeitgeber zum Schadensersatz sowie im schlimmsten Fall zur außerordentlichen Kündigung berechtigen.

Nachdem sich der Arbeitgeber weigert und nach Ihren Angaben nicht mehr viel Zeit bis zum Bewerbungstermin übrig ist, bleibt nur der Gang zum Arbeitsgericht.

Dort kann Ihre Tochter (zur Niederschrift bei der Geschäftsstelle) eine einstweilige Verfügung auf Freizeitgewährung beantragen.


Ich hoffe, Ihnen mit dieser Auskunft weitergeholfen zu haben.

Für Rückfragen stehe ich gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen


Wolfram Geyer
Rechtsanwalt


Nachfrage vom Fragesteller 26.07.2006 | 08:08

Nachfrage:

a) Vorstellungsgespräch am 1. August - ist die Zeit ausreichend für die Erwirkung einer einstweiligen Verfügung?

b) Wie kann dieser Behördengang gegenüber dem Antragsgegner durchgesetzt werden, da innerhalb der Arbeitszeit?

mfg

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 26.07.2006 | 09:03

Sehr geehrter Ratsuchender,

eine einstweilige Verfügung muss innerhalb kürzester Zeit erlassen werden, oftmals erfolgt dies bereits noch am Tag der Antragstellung. Die besondere Eilbedürftigkeit sollte bereits aus dem Deckblatt des Antrags hervorgehen.

Ihre Tochter kann sich bei der Antragstellung vor Ort z.B. durch Sie unter Vollmachtsvorlage vertreten lassen oder den Antrag selbst verfassen und außerhalb der Arbeitszeit bei Gericht einreichen.
Sie muss allerdings zur Glaubhaftmachung der Tatsachen den Sachverhalt eidesstattlich versichern, und zwar schriftlich und eigenhändig unterschrieben „in Kenntnis der Strafbarkeit einer falschen eidesstattlichen Versicherung“. Alle schriftlich vorliegenden Unterlagen sollten sicherheitshalber in Kopie beigebracht werden (Anstellungsvertrag, Einladung zum Vorstellungsgespräch, gegebenenfalls Beantragung und Ablehnung der Freistellung).

Sie sollten sich am Besten heute noch bei dem örtlichen Arbeitsgericht (Sitz des Arbeitnehmers) vorab telefonisch melden und können dort im weiteren Verlauf weitere Einzelheiten in Erfahrung bringen, um die Angelegenheit zu beschleunigen (insbesondere: Aktenzeichen und zuständigen Richter erfragen).

Ich wünsche Ihnen und Ihrer Tochter viel Erfolg!

Mit freundlichen Grüßen

Wolfram Geyer
Rechtsanwalt

ANTWORT VON
Rechtsanwalt Wolfram Geyer
München

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