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Fragen zum Verdienst im Ausland


19.12.2009 05:00 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Holger J. Haberbosch



Sehr geehrte Damen und Herren .........

mein Fall liegt wie folgt dargestellt:
Ich bin pensionierter Soldat und beziehe daher eine Pension.
Meine Frau bezieht ebenfalls eine Pension als pensionierte Beamtin.
Dazu habe ich in D. Grundbesitz, der Gewinn abwirft.

Seit vorigem Jahr bin ich fúr das Ausw Amt als Projektleiter in einem Land Indochinas tätig. Das Projekt wird direkt vom Ausw. Amt finanziert, dh praktisch bekomme ich die für das Projekt notwendigen Mittel alle 2 Monate von der Botschaft überwiesen, dabei auch mein Gehalt. Eine lokale Behörde oder Organisation ist nicht eingeschaltet.

Meine Frau ist mit mir ins Ausland umgezogen.
Meinen Wohnsitz in D habe ich aufgegeben, mich abgemeldet und mein Haus vermietet. Die Miete ist allerdings eher gering, da die Mieterin verpflichtet ist, den Garten zu pflegen, Winterdienst und sonstige am Haus notwendigen Pflegearbeiten durchzuführen .

Klar ist, dass wir unsere Inlandspensionen in D. versteuern müssen, ebenso den Gewinn aus dem Grundbesitz.

Meine Fragen sind:

- muss ich das im Ausland verdiente Geld in D. versteuern? (Als Soldat war ich ebenfalls im Ausland eingestezt und damals wurde mein Inlandsgehalt normal versteuert und das Auslandsgehalt war steuerfrei).

- In welche Steuergruppe werden meine Frau und ich eingestuft? ( in D. haben wir keine Lohnsteuerkarte mehr)

Mit freundlichen Grüssen
Peter Willers

Sehr geehrter Fragesteller,

ich möchte Ihre Frage anhand des dargestellten Sachverhaltes und des ausgelobten Einsatzes wie folgt beantworten:

Der von Ihnen beschriebene Sachverhalt ist der klassische Fall der erweiterten unbeschränkten Steuerpflicht des § 1 Abs II EStG.
Dieser lautet wie folgt:


(2) Unbeschränkt einkommensteuerpflichtig sind auch deutsche Staatsangehörige, die

1. im Inland weder einen Wohnsitz noch ihren gewöhnlichen Aufenthalt haben und
2. zu einer inländischen juristischen Person des öffentlichen Rechts in einem Dienstverhältnis stehen und dafür Arbeitslohn aus einer inländischen öffentlichen Kasse beziehen,
sowie zu ihrem Haushalt gehörende Angehörige, die die deutsche Staatsangehörigkeit besitzen oder keine Einkünfte oder nur Einkünfte beziehen, die ausschließlich im Inland einkommensteuerpflichtig sind. Dies gilt nur für natürliche Personen, die in dem Staat, in dem sie ihren Wohnsitz oder ihren gewöhnlichen Aufenthalt haben, lediglich in einem der beschränkten Einkommensteuerpflicht ähnlichen Umfang zu einer Steuer vom Einkommen herangezogen werden.


Nach Ihren Angaben trifft Ihre Situation genau die erste Alternative. Sie und Ihre Ehefrau haben weder einen inländischen Wohnsitz noch einen inländischen gewöhnlichen Aufenthalt. Weiterhin besteht zwischen Ihnen und einer inländischen juristischen Person des öffentlichen Rechts ein Dienstverhältnis( hier AA, Bundesbehörde).
Vorausgesetzt auch Ihre Ehefrau ist deutsche Staatsangehörige, sind Sie beide in D unbeschränkt steuerpflichtig mit der Folge, dass Sie Ihr Welteinkommen in D zu versteuern haben, aber auch mit allen Rechten eines unbeschränkt Steuerpflichtigen, wie den Familienzuschüssen, Ehegattensplitting usw.


Einschränkend gilt, dass Sie in dem anderen Land nur einer der beschränkten Steuerpflicht ähnlichen Rahmen zur Besteuerung herangezogen werden dürfen. Pauschal kann man sagen, dass diese Voraussetzung bei allen Staaten gilt für die das Wiener Übereinkommen für diplomatische Beziehungen und das Wiener Übereinkommen für konsularische Beziehungen gilt.


Ob diese Voraussetzung bei Ihnen vorliegt kann ich nicht sagen, da Sie leider das Land in dem Sie leben nicht angegeben haben, dies können Sie in der Nachfragefunktion noch nachholen.


Unter Umständen ergäbe sich dann aus einem DBA noch eine Abweichung, wobei üblicherweise, für den Fall dass Sie auch in Ihrem Wohnsitzland der unbeschränkten Steuerpflicht unterworfen werden, die erweiterte unbeschränkte Steuerpflicht des §1 Abs II EStG wegfällt.


Folge der unbeschränkten Steuerpflicht ist, dass Sie eine Lohnsteuerkarte beantragen müssen, mangels eines Wohnsitzes wohl am Ort des Arbeitgebers. Hierauf können Sie sowohl die Zusammenveranlagung mit den üblichen Lohnsteuerklassen als auch die sonstigen eintragungsfähigen Vergünstigungen, Werbungskosten usw vornehmen lassen.


Ergänzung vom Anwalt 21.12.2009 | 07:24

Sehr geehrter Fragesteller,

ich möchte Ihre Nachfrage wie folgt beantworten:

1. Die von Ihnen angesprochene Behandlung von Lohnbestandteilen als steuerfrei basiert meist darauf, dass es sich um steuerfreie Zuschläge, wie Gefährlichkeits- Orts- oder Auslandszuschläge handelt. Zudem ändert sich die Steuerbarkeit in D sobald auch das Tätigkeitsland diese Anteile der eigenen Besteuerung unterwerfen will, wie oben bereits ausgeführt.

2. Sollte eine ausländische Kasse die Vergütung bezahlen ändert sich zunächst nichts. Entscheidend für die unbeschränkte Steuerpflicht wie oben dargestellt ist das inländische Dienstverhältnis. Einzig die Tatsache, dass im Falle der Zahlung durch eine ausländische Behörde, auch dieses Land die Zahlung der eigenene unbeschränkten Besteuerung unterwerfen wird, kann etwas an dem oben beschriebenen Grundsätzen ändern, so dass dann entweder eine Anrechnung der Steuern oder eine Freistellung von der deutschen Besteuerung in Betracht kommt, dies ist jedoch abhängig von dem jeweiligen Tätigkeitsland.

Mit freundlichen Grüßen

Haberbosch
FRAGESTELLER 21.12.2009 4/5.0
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