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Frage zu Erbschaft


28.07.2017 10:12 |
Preis: 25,00 € |

Generelle Themen


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich würde im Zusammenhang mit einer evtl. Erbschaft die Klärung folgender Fragen wünschen:

Situation:

Person A ist aktuell verstorben
Seine Ehefrau ist ebenfalls bereits verstorben
Die beiden einzigen Söhne B und C von Person A sind ebenfalls bereits verstorben.
Als Angehörige vorhanden sind noch die Ehefrau des Sohnes B sowie die beiden Kinder D und E von Sohn C, also Enkelkinder von Person A.
Im Testament ist die Ehefrau von Sohn B als Alleinerbin eingesetzt.

Frage: Besteht ein Pflichtteil für die Kinder D und E (Enkel von Person A) und wenn ja wie hoch ist dieser pro Kind?


Es besteht kein persönlicher Kontakt zur Ehefrau von Sohn B. Diese möchte das Erbe vermutlich für sich alleine beanspruchen.

Frage :Welche Schritte müssen eingeleitet werden um einen evtl. Pflichtteilanspruch geltend zu machen?

Mit freundlichen Grüßen

J.Böhmer
28.07.2017 | 11:04

Antwort

von


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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Pflichtteilsberechtigt sind grds. die Personen, die gesetzliche Erben sind und die durch eine andere Erbeinsetzung vom gesetzlichen Erbe quasi ausgeschlossen wurden.

Die Enkel des Verstorbenen sind nach § 1924 BGB gesetztliche Erben erster Ordnung und damit pflichtteilsberechtigt.

Der Pflichtteil selbst wird in den §§ 2303 ff. BGB geregelt.

Die Enkel des Verstorbenen A würden als gesetztliche Erben zu je ½ erben. § 2303 Abs. 1 BGB legt fest, dass der Pflichtteil die Hälfte des Werts des gesetzlichen Erbes ist.

Das würde bedeuten, dass die Quote für die beiden Enkel je ¼ wäre, wenn außer ihnen keine weiteren gesetzlichen Erben vorhanden sind. Dies wäre jedoch grds. noch einmal vorsorglich zu prüfen, auch wenn nach Ihren Angaben davon auszugehen ist, dass es keine weiteren gesetzlichen Erben geben dürfte.

Der Pflichtteil ist ein reiner Geldanspruch, der gegen den eingesetzten Erben geltend gemacht wird.

Um den Pflichtteil von der Alleinerbin zu fordern, müsste zuerst festgestellt werden, ob es neben den beiden Enkel noch weitere gesetzliche Erben oder Pflichtteilsberechtigte gibt (s.o.). Es wäre ferner zu prüfen, ob die eingesetzte Alleinerbin das Erbe annimmt oder ausschlägt. Im letzteren Fall würden die Enkel als gesetzliche Erben wieder den eigentlichen Erbanspruch haben.

Anschließend müsste die Alleinerbin zur Auskunft über die Höhe des Nachlasses aufgefordert werden. Die Alleinerbin hat insoweit eine gesetzliche Auskunftspflicht nach § 2314 BGB. Die Alleinerbin muss daher detailliert die Höhe des Nachlasses offenlegen und auch evtl. Abzüge vom Nachlass nachzuweisen.

Erst danach kann der Pflichtteil der Höhe nach berechnet werden, wobei ggf. noch zu prüfen wäre, ob evtl. Anrechnungen durch früherer Zuwendungen usw. vorgenommen werden müssten. Oftmals ist es ratsam, diese Berechnungen mit fachkundiger Hilfe vorzunehmen.

Nachdem der Pflichtteilsanspruch wertmäßig berechnet wurde, kann die Alleinerbin zur Zahlung aufgefordert werden. Grundsätzlich hat die Alleinerbin diesen Zahlungsanspruch zu erfüllen. Weigert sich die Alleinerbin kann der Pflichtteilsanspruch notfalls auch gerichtlich durchgesetzt werden.

Ich hoffe, Ihre Frage damit verständlich beantwortet zu haben.

Mit freundlichen Grüßen

Silke Jacobi
Rechtsanwältin


Rechtsanwältin Silke Jacobi

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